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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Karakal - Karamel.

deutscher Litteraturwerke Verdienste erworben. Dahin gehören: "Die Siebenschläfer" (Heidelb. 1839); "Frühlingsgabe für Freunde älterer Litteratur", ein Sammelwerk (Wien 1839; 2. Aufl. u. d. T.: "Der Schatzgräber", Leipz. 1842); Michael Behaims "Buch von den Wienern" (Wien 1843) und dessen "Zehn Gedichte zur Geschichte Österreichs und Ungarns" (das. 1849); ferner "Seifried Helbling" (Leipz. 1844); "Deutsche Sprachdenkmale des 12. Jahrhunderts" (Wien 1846); "Wolfgang Schmelzls Lobspruch der Stadt Wien" (das. 1849); "Verbrüderungsbuch des Stifts St. Peter zu Salzburg" (das. 1852); "Zwei bisher unbekannte deutsche Sprachdenkmale aus heidnischer Zeit" (das. 1858). Außerdem veröffentlichte er eine "Mittelhochdeutsche Grammatik" (Wien 1850) und die Schriften: "Zur Geschichte des Konzils von Lyon 1245" (das. 1850); "Über Heinrich den Teichner" (das. 1855); "Maria Theresia und Graf Sylva-Tarouca" (das. 1859); "Die alte Kaiserburg zu Wien vor dem Jahr 1500" (das. 1863); "Joseph Haydn in London 1791 und 1792" (das. 1861); "Abraham a Sancta Clara" (das. 1867), eine Biographie des bekannten Wiener Kanzelredners, die vielfach neue Aufschlüsse erteilt; "Kaiser Leopold I. und Peter Lambeck" (das. 1868); "Zu Seifried Helbling und Ottacker von Steiermark" (das. 1870). - Sein ältester Sohn, Max Theodor v. K., geb. 1. Juli 1833, seit 1859 Professor der Philologie an der Grazer Universität, schrieb unter anderm: "Über die Handschriften der Scholien zur Odyssee" (Wien 1857).

Karakal, s. Luchs.

Karakal, Hauptstadt des Kreises Romanatzi in Rumänien (Walachei), südöstlich von Krajowa, Sitz des Präfekten und eines Tribunals, mit 8590 Einw. Hier 30. Mai 1854 siegreiches Gefecht der Türken gegen die Russen.

Karakalinsk, Kreis des russisch-asiat. Gebiets Semipalatinsk, 200,288 qkm (3637 QM.) mit (1879) 121,560 Einw., fast ausschließlich Kirgisen, eine wasserarme Steppe, die dem Landbau viel Schwierigkeiten bietet, Viehzucht aber begünstigt. Man schätzt den Viehstand auf 40,000 Kamele, 40,000 Stück Hornvieh, 200,000 Pferde und 1 Mill. Schafe.

Karakalpaken ("Schwarzmützen"), türk. Volksstamm in Mittelasien, welcher einen Bruchteil der Bevölkerung der russischen Gouvernements Astrachan, Tobolsk und Turkistan, der Chanate Bochara und Chiwa (in letzterm am zahlreichsten und kompaktesten) ausmacht. Als Überbleibsel eines zahlreichern Volkes, das im 17. Jahrh. keine unwichtige Rolle in den mittelasiatischen Steppen spielte, erscheinen sie jetzt als die am meisten unterdrückten von allen mittelasiatischen Nomaden. Zu verschiedenen Malen sich gegen Chiwa auflehnend, wurden sie immer wieder unterworfen. Sie erfreuen sich des Rufs, die schönsten Frauen in Turkistan zu haben, stehen aber sonst auf einer äußerst niedrigen Stufe. Sie beschäftigen sich mit Ackerbau, Viehzucht und Fischerei. Am Amu Darja bilden sie ein großes Gemeinwesen, zu welchem zwölf verschiedene Stämme gehören, welche das Land als Gemeinland bebauen.

Karakane, japan. bronzeartige Legierung aus Kupfer, Zink, Zinn, Blei, dient als Glockenmetall.

Karake (Karacke), die nach Art der Kriegsschiffe armierten großen (2000 Ton.) Handelsschiffe (Ost- und Westindienfahrer) der Portugiesen und Spanier.

Karakirgisen, Volksstamm, s. Kirgisen.

Karakolieren (franz.), Herumtummeln des Pferdes in Rundwendungen, beliebte Fechtart der Deutschen Reiter (s. d.).

Karakorum, 1) (tibet. Nyentschen Thangla, "Steppenpaß der großen Wildnis", im W. auch Mustagh genannt) mächtige Gebirgskette in Zentralasien, das zweithöchste Gebirge der Erde, zieht vom Pamirplateau in südöstlicher Richtung die Nordgrenze von Kaschmir entlang und bildet die Nordkette des Himalajasystems sowie die Wasserscheide zwischen den Becken des Indus und des Tarim. Der K. besteht aus weiten Hochthälern mit Thalsohlen bis zu 5210 m Höhe; die sie begleitenden Berge erreichen ihre größte Höhe im K2 oder Dapsang genannten Gipfel (8619 m); Hauptpaß ist der 5568 m hohe Karakorumpaß, dessen Namen die Gebrüder Schlagintweit zuerst auf den ganzen Gebirgszug ausdehnten (s. Karte "Zentralasien"). Vgl. Schlagintweit, Die Pässe über die Kammlinien des K. (Münch. 1874). - 2) (Chara-Cheem, "schwarze Festungsmauer") die Ruinen des Hoflagers der ehemaligen Mongolenchane im nördlichen Asien, liegen im Gebiet der Chalka, 8 km vom Orchonfluß, unter 45° nördl. Br., im SW. von Urga und bestehen aus viereckigen, 500 Schritt langen Wällen von Thonerde. Hier residierten Dschengis-Chan und seine Nachfolger bis 1256.

Karakum (kirgis., "schwarzer Sand"), Sandwüste im russischen Turkistan, nordöstlich vom Aralsee, zwischen diesem, den Flüssen Sir Darja und Sary Su und dem Axakal-Barbisee gelegen. Die Länge dieser wasserlosen Fläche ist 370 km von WNW. nach OSO., die Breite 140 km. Sie besteht aus kahlen Flugsandhügeln und Depressionen, deren dürftige Vegetation Herden den Aufenthalt gestattet.

Karalek (Kalalek), Volk, s. Eskimo.

Karalene, ein 1811 auf dem Boden des Gutes Kummetschen, im Kreis Insterburg des preuß. Regierungsbezirks Gumbinnen, angelegtes evang. Schullehrerseminar.

Karaman (Karaman Ili), Landschaft im südlichen Kleinasien, umfaßt das heutige Liwa Konia oder die alten Landschaften Lykaonien, Isaurien, Kataonien und Teile von Kappadokien, im weitern Sinn wohl auch das ganze Wilajet Konia. Der Norden und Nordwesten gehört der unbewohnten Salzsteppe südwestlich vom Tüz-Tschöllü oder Salzsee an; den Westen und Süden füllt der gewaltige Taurus. Im westlichen Teile liegen mehrere große Seen: Akschehr Göl, Ejerdir Göl, Beischehr Göl etc. K. hat seinen Namen von einem Stamm Karaman, der einst über K. herrschte, 1466 aber den Türken unterthänig wurde. Die Stadt K. (das alte Laranda?) südöstlich von Konia, an der Westseite des Taurus gelegen, ist besser erhalten als sonst kleinasiatische Städte, hat viel Fontänen, 7 Moscheen, ein Kastell und etwa 7000 Einw.

Karambolieren (franz.), beim Billard seinen Ball so spielen, daß er mit mehreren (wenigstens zwei) Bällen zusammenprallt oder sie berührt; im übertragenen Sinn von Personen gebraucht, die in unliebsamer Weise zusammentreffen. Karambolage (spr. -ahsch), das Karambolieren.

Karamel, braune amorphe Masse, welche beim Erhitzen des Zuckers auf 190-220° entsteht; sie schmeckt bitter, zieht an der Luft Feuchtigkeit an, ist löslich in Wasser und Alkohol, nicht gärungsfähig und kann nicht wieder in Zucker verwandelt werden. K. färbt große Mengen Wasser oder Weingeist braun und wird als Zuckerkouleur (Kouleur) zum Färben von Likören, Bier, Essig etc. benutzt. Diese Zuckerkouleur bereitet man aus Traubenzucker, welcher mit etwa 2,5 Proz. Ätznatron und 5 Proz. Wasser (für