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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Karl

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Karl (Savoyen-Sardinien).

und K. August (Leipz. 1861-65, 2 Bde.); "Briefwechsel des Großherzogs K. August mit Goethe" (Weim. 1863, 2 Bde.; neue Ausg., Wien 1873); v. Beaulieu-Marconnay), Anna Amalie, K. August etc. (das. 1874).

46) K. Friedrich, Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. 2. Febr. 1783 zu Weimar, erhielt unter Herders und Böttigers Leitung eine sorgfältige Erziehung und begab sich zur Vollendung derselben 1802 nach Paris. 1804 vermählte er sich mit der Großfürstin Maria Paulowna von Rußland (gest. 23. Juni 1859). Der Tod seines Vaters 14. Juni 1828 rief ihn an die Spitze der Regierung, die er in seines Vaters Geiste, doch mit größerer Sparsamkeit führte. Der Bewegung von 1848 wußte K. in seinem Lande durch kluges Nachgeben und rechtzeitige Zugeständnisse Schranken zu setzen. Er starb 8. Juli 1853 und hinterließ drei Kinder: Maria, vermählt mit dem Prinzen Karl von Preußen (gest. 18. Jan. 1877), Augusta, die erste deutsche Kaiserin, und Karl Alexander, seinen Nachfolger.

47) K. Alexander August Johann, ältester Sohn und Nachfolger des vorigen, geb. 24. Juni 1818 zu Weimar, studierte in Jena und Leipzig, diente sodann ein Jahr lang in einem Kürassierregiment zu Breslau, unternahm hierauf mehrere größere Reisen und folgte seinem Vater 8. Juli 1853 in der Regierung. Er behielt das von dem Minister v. Watzdorf gehandhabte liberale System bei. Regen Anteil nimmt der Großherzog an Wissenschaft und Kunst, besonders an den bildenden Künsten, wie er denn unter anderm die Restauration und Ausschmückung der Wartburg seit Jahren mit Aufwand, Geschmack und historischem Sinn ins Werk setzte. Auch gründete er in Weimar eine Kunstschule und ein Museum. In der deutschen Frage hielt er stets treu zu dem verwandten preußischen Königshaus und beförderte die Einigung Deutschlands unter dessen Führung. Im allgemeinen mehr die Stille als das Geräusch liebend, verkehrt er mit Vorliebe mit Künstlern und Gelehrten. Er ist vermählt mit Wilhelmine Marie Sophie Luise, Prinzessin der Niederlande. Dieselbe hat ihm drei Kinder geboren: den Erbgroßherzog Karl August, geb. 31. Juli 1844, vermählt seit 26. Aug. 1873 mit der Prinzessin Pauline, Tochter des Herzogs Hermann zu Sachsen, Marie, geb. 1849, vermählt seit 6. Febr. 1876 mit dem Prinzen Heinrich VII. zu Reuß, und Elisabeth, geb. 1854, vermählt seit 6. Nov. 1886 mit dem Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg.

[Savoyen-Sardinien.] 48) K. Emanuel I. oder der Große, Herzog von Savoyen, geb. 12. Jan. 1562 auf dem Schloß Rivoli, folgte 1580 seinem Vater Emanuel Philibert in der Regierung. In die Kämpfe der damaligen Machthaber in Italien verwickelt, stand er bald auf der Seite Philipps II. von Spanien, dessen Tochter Katharina er geheiratet, bald auf der des Kaisers, bald auf der Frankreichs, je nachdem sein Vorteil es erheischte. 1588 bemächtigte er sich der Markgrafschaft Saluzzo, die auch Heinrich von Navarra beanspruchte, und überzog die reformierten Schweizer Kantone mit Krieg, der nach der Niederlage des savoyischen Heers bei St.-Joire im Oktober 1589 mit einem den frühern Besitzstand herstellenden Frieden endigte. Hierauf besetzte. K., von den liguistischen Provençalen gegen Heinrich IV. zu Hilfe gerufen, Barcelonette, Antibes und Fréjus und zog im November 1590 siegreich in Aix ein. Durch den Lyoner Frieden erhielt er endlich gegen bedeutende Gebietsabtretungen 1601 Saluzzo, befreit von allem Lehnsverband mit Frankreich, wogegen K. Bresse u. a. abtrat. Während eines um den Besitz von Montserrat entbrannten neuen Kriegs mit Frankreich, in welchem dieses ganz Savoyen eroberte, starb K. 26. Juli 1630. K. liebte die Wissenschaften, erbaute Paläste und Kirchen, opferte aber seinem unbegrenzten Ehrgeiz, der 1619 selbst nach dem Kaiserthron strebte, das Glück seines Landes. Vgl. Erdmannsdörffer, Herzog K. von Savoyen und die deutsche Kaiserwahl 1619 (Leipz. 1862).

49) K. Emanuel I., König von Sardinien (als Herzog von Savoyen K. Emanuel III.), Sohn Viktor Amadeus' II., geb. 27. April 1701, bestieg 1730 den Thron nach der Abdankung seines Vaters, dessen Versuch, die Regierung wieder zu übernehmen, er 1731 durch Verhaftung desselben vereitelte. Im polnischen Erbfolgekrieg 1733 schloß er sich Frankreich an, eroberte Mailand, besiegte die Kaiserlichen bei Guastalla und erwarb Novara. Im österreichischen Erbfolgekrieg ergriff er für Maria Theresia die Waffen, verhielt sich aber stets so, daß die Österreicher nicht das ausschließliche Übergewicht in Oberitalien erhielten, und erlangte im Aachener Frieden (1748) mehrere Gebietsteile der Lombardei. Für die Rechtspflege in Sardinien erließ er das Corpus Carolinum. Er starb 21. Febr. 1773 in Turin. Vgl. Carutti, Storia del regno di Carlo Emanuele III. (Turin 1859).

50) K. Emanuel II., Sohn Viktor Amadeus' III., geb. 24. Mai 1751 zu Turin, folgte diesem 1796, wurde, kränklich und ohne Thatkraft, 1798 von den Franzosen seiner Besitzungen auf dem Festland beraubt, zog sich 1799 nach Sardinien zurück, entsagte 1802 zu gunsten seines Bruders Viktor Emanuel I. und starb erblindet 6. Okt. 1819 in Rom als Jesuit.

51) K. Felix, geb. 6. April 1765, vierter Sohn des Königs Viktor Amadeus III., verwaltete 1799-1806 und 1817-21 Sardinien als Vizekönig, war blind reaktionär und bigott, folgte seinem Bruder Viktor Emanuel I. nach dessen erzwungenem Rücktritt 13. März 1821, herrschte nach Unterdrückung der Revolution durch die Österreicher streng absolutistisch und starb kinderlos 27. April 1831.

52) K. Albert, Sohn des Prinzen Karl Emanuel von Savoyen-Carignan und der Marie Christine, Tochter des Herzogs Karl von Sachsen und Kurland, geb. 29. Okt. 1798, folgte schon 1800 unter dem Titel eines Prinzen von Carignan seinem Vater in den französischen und piemontesischen Besitzungen unter Vormundschaft seiner Mutter, die sich mit dem Fürsten von Montleart wieder vermählte, ward aber in Dresden und Paris erzogen. Seit 1817 lebte er auf seinen Gütern in Piemont, wo er 1821 an die Spitze der Revolution trat und von dem von der Regierung zurückgetretenen König Viktor Emanuel I. von Sardinien 13. März zum Regenten bis zur Ankunft des Thronfolgers Karl Felix ernannt wurde. Er beschwor sofort die spanische Konstitution und setzte eine provisorische Junta ein. Nachdem aber ein österreichisches Heer sich gegen Piemont in Bewegung gesetzt, verließ der Prinz 21. März Turin und lebte, vom sardinischen Hofe verbannt, in Florenz, später in Frankreich, von wo aus er 1823 als Freiwilliger in dem Heer des Herzogs von Angoulême die Expedition gegen das konstitutionelle Spanien mitmachte. Nach seiner Rückkehr durfte er wieder in Turin erscheinen, ward 1829 zum Vizekönig von Sardinien ernannt und bestieg, da Metternich seinen Widerspruch gegen seine Thronfolge fallen ließ, nach dem Tod Karl Felix' 27. April 1831 den Thron. Die auf ihn gesetzten Hoffnungen der Liberalen erfüllte er nicht, sondern regierte in dem absolutistischen Sinn seines Vorgängers; erst als mit der Erhebung Pius' IX. auf den päpstlichen