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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Karnul; Karnuten; Karo; Karoben; Karolath; Karolin; Karoline

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Karnul - Karoline.

rien, und 1849 ward es als eignes Kronland organisiert. Vgl. Ankershofen, Handbuch der Geschichte des Herzogtums K. (Klagenf. 1842-74, 4 Bde.); Älschker, Geschichte Kärntens (das. 1882-85); Derselbe, Heimatskunde von K. (mit Palla, das. 1886); "Spezialortsrepertorium von K." (hrsg. von der statistischen Zentralkommission, Wien 1884); Hock, Statistisches Handbuch für K. (Klagenf. 1886 ff.); v. Radics, Ins K., Kultur- und Reisebilder (Wien 1882); Frischauf, Gebirgsführer durch Steiermark und K. (Graz 1873); Amthor und Jabornegg, Kärntner Führer (Gera 1874); Rabl, Illustrierter Führer durch K. (Wien 1884); "Meyers Reisebücher: Deutsche Alpen III" (Leipz. 1887).

Karnul (Kurnool), hügeliger Distrikt in der britisch-ostind. Präsidentschaft Madras, mit Einschluß des kleinen Tributärstaats Banganopalli 20,170 qkm (366 QM.) groß mit (1881) 709,305 Einw., davon 87 Proz. Hindu, 1,6 Proz. (11,464) Christen. Die Fruchtbarkeit des Distrikts wurde bedeutend erhöht durch den 1861-71 erbauten, 400 km langen "Hauptkanal", welcher, von K. ausgehend, mit Hilfe von 32 Schleusen und langen Aquädukten die Tungbhadra mit dem Penner bei Somasweram im Distrikt Nellor verbindet. Die Stadt K., 274 m ü. M., mit einer kleinen Garnison europäischer und indischer Truppen, einer mittlern Jahrestemperatur von 28,6° C. und (1881) 20,329 Einw. ist fieberreich und ein Choleraherd.

Karnuten (Carnutes, auch Carnuti), gall. Volk zwischen Liger (Loire) und Sequana (Seine), mit den Hauptstädten Autricum (Chartres) und Genabum (Orléans oder Gien), begann 52 v. Chr. mit dem Überfall auf letztere Stadt den Aufstand der Gallier gegen Cäsar.

Karo, s. Carreau.

Karoben, s. v. w. Johannisbrot, s. Ceratonia.

Karolath (K.-Beuthen, auch Carolath-Beuthen), Mediatfürstentum im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Freistadt, dem gleichnamigen Fürstengeschlecht gehörig, umfaßt ein Gebiet von 250 qkm (4½ QM.) mit 15,000 Einw. Der Hauptort, das gleichnamige Dorf, die Residenz des Fürsten, an der Oder, hat ein Schloß, eine schöne evangelische Pfarrkirche, Wasserleitung, Dampfmahl- und Ölmühle und 900 meist evang. Einwohner (s. Karte "Schlesien"). K.-Beuthen war eine alte Herrschaft, die schon 1591 allodifiziert, und mit welcher vom Kaiser Rudolf II. 1600 der Freiherr Georg von Schönaich beliehen wurde, der dieselbe 1601 zur freien Standesherrschaft erhob, worauf sie 1610 zum Majorat bestimmt ward. Johann Georg von Schönaich wurde 1700 zum Reichsgrafen, Johann Karl I. (gest. 1763) aber 1741 von Friedrich d. Gr., nachdem dieser Schlesien okkupiert hatte, zum Fürsten von K.-Beuthen erhoben und zwar mit der Bestimmung, daß die Fürstenwürde auf den erstgebornen Nachkommen im Majorat forterbe. Der erste Nachfolger von Johann Karl war dessen ältester Sohn, Johann Karl II. Friedrich, preußischer Generalleutnant der Kavallerie, der für seine gesamte Deszendenz das Prädikat "Prinzen und Prinzessinnen von Schönaich-K." erhielt, während das Haupt des Hauses den Titel Fürst von K.-Beuthen führen sollte. Sein Enkel war Fürst Heinrich Karl Wilhelm, geb. 29. Nov. 1783, preußischer General der Kavallerie, Mitglied des Staatsrats und erbliches Mitglied des preußischen Herrenhauses, welchem durch Kabinettsorder vom 22. Okt. 1861 für sich und alle folgenden Familienhäupter der Titel "Durchlaucht" verliehen ward. Ihm folgte 1864 sein Großneffe, Prinz Karl, geb. 14. Febr. 1845. Glieder der Familie besitzen außerdem noch die freie Standes- und Majoratsherrschaft Amtitz in der Provinz Brandenburg, das Majorat Mellendorf im schlesischen Kreis Reichenbach und die Herrschaft Saabor im schlesischen Kreis Grünberg. Vgl. Klopsch, Geschichte des Geschlechts von Schönaich (Glog. 1847-56, 4 Hefte).

Karolin (Karlin), kurpfälzische, seit 1740 süddeutsche Goldmünze von 3 Goldgulden = 11 Gulden des 24-Guldenfußes. K. war auch eine schwedische Goldmünze, = 10 Frank = 8,1 Mk.; früher auch schwedische Silbermünze, = 1,3 Mk.

Karoline, s. v. w. Karamboline, s. Billard, S. 952.

Karoline, weibl. Name, dem männlichen Karl entsprechend (franz. Charlotte). Die namhaftesten Trägerinnen desselben sind:

1) K. Mathilde, Königin von Dänemark, Tochter des Prinzen Friedrich Ludwig von Wales und jüngste Schwester des Königs Georg III. von England, geb. 22. Juli 1751 nach dem Tod ihres Vaters, wurde 1766 mit dem König Christian VII. von Dänemark vermählt, dem sie 1768 den nachmaligen König Friedrich VI. gebar. Jung, anmutig, liebenswürdig und geistvoll, konnte sie mit ihrem Gemahl, einem rohen Wüstling, nicht glücklich werden. Sie wandte daher ihre Gunst dem königlichen Leibarzt und Konferenzrat Struensee (s. d.) zu, um durch ihn mehr Einfluß auf jenen und so teil an den Regierungsgeschäften zu erhalten. Wirklich wußte Struensee das Vertrauen des Königs vollkommen zu gewinnen und leitete, zum Staatsminister erhoben, alle Geschäfte im Einverständnis mit ihr. Ihre Beziehungen hatten sich bald zu einem vertrauten Liebesverhältnis gestaltet. Daher wurde sie in den Sturz Struensees, den die Königin-Mutter Juliane Marie von Braunschweig herbeiführte, verwickelt. Sie wurde an demselben Tag wie Struensee, 17. Jan. 1772, verhaftet, mit ihrer sechs Monate alten Tochter Luise Auguste nach der Festung Kronenburg gebracht und eines ehebrecherischen Umganges mit Struensee beschuldigt. Als sie erfuhr, daß Struensee ihr Verhältnis gestanden habe, ließ sie sich auch zu einem Geständnis herbei; ja, um ihren Geliebten zu retten, erklärte sie, daß sie die Schuld an allem trage. Sie ward hierauf 6. April 1772 von ihrem Gemahl und ihren Kindern geschieden und auf Verwendung ihres Bruders, des Königs Georg III., ihr Celle zum Aufenthaltsort angewiesen, wo sie, allgemein geliebt, 10. Mai 1775, vom Gram verzehrt, starb. Im Schloßgarten zu Celle ist ihr von den Ständen Hannovers ein Denkmal von Ösers Hand errichtet. Vgl. Heimbürger, K. M. (Celle 1851); Wraxall, Life and times of Caroline Mathilda (Lond. 1864, 3 Bde.); Jenssen-Tusch, Die Verschwörung gegen die Königin K. M. (Leipz. 1864).

2) K. Amalie Elisabeth, Königin von Ergland, zweite Tochter des Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig und der Prinzessin Auguste von England, der Schwester Georgs III., geb. 17. Mai 1768, wurde 1795 die Gemahlin des Prinzen von Wales, des nachmaligen Königs Georg IV. Die Ehe war keine glückliche. Zwar wurde die Prinzessin 7. Jan. 1796 Mutter einer Tochter, Charlotte; doch wenige Monate nachher trennte sich Georg von ihr, und K. lebte, vom Hofe verstoßen, zehn Jahre lang auf einem Landhaus zu Blackheath. Als sie 1806 vom Gerücht eines unerlaubten Umganges mit Kapitän Mamby, dem Admiral Sidney Smith u. a. sowie einer heimlichen Niederkunft beschuldigt wurde, setzte