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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Katholisch-Hennersdorf; Katholisch-soziale Vereine; Katholizismus; Katif, El; Katjangöl; Katkow; Katona

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Katholisch-Hennersdorf - Katona.

Spanien vertrieb und die Inquisiton ^[richtig: Inquisition] einführte; doch ist der Titel nachweislich schon seit der Kirchenversammlung von Toledo 589 von mehreren spanischen Königen geführt worden.

Katholisch-Hennersdorf, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Liegnitz, Kreis Lauban, mit 1900 Einw.; hier 23. Nov. 1745 siegreiches Treffen Friedrichs d. Gr. gegen die Sachsen unter General Buchner, wodurch deren Vereinigung mit den Österreichern zu einem Einfall in die Mark vereitelt wurde.

Katholisch-soziale Vereine, Gesellschaften, deren Zweck dahin geht, das religiöse Leben zu pflegen und einen festen Anschluß an die Kirche zu bewirken. Die meisten machen es sich außerdem noch zur Aufgabe; die materiellen Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten und zu fördern, wie der Katholische Erziehungsverein in Bayern, die Marianischen Kongregationen, verschiedene Lehrlings-, Gesellen-, Meistervereine und christlich-soziale Arbeitervereine, der St. Augustinusverein zur Pflege der katholischen Presse, der St. Raphaelsverein, verschiedene Bauernvereine, Winzervereine etc. Vgl. Bongartz, Das katholisch-soziale Vereinswesen in Deutschland (Würzb. 1880).

Katholizismus (griech.), im Gegensatz zum Protestantismus der eigentümliche Geist und Charakter der morgenländischen und abendländischen Kirche, wie sich solcher im Verlauf der ersten christlichen Jahrhunderte entwickelt, dann besonders im Abendland unter der Herrschaft der Päpste ausgebildet, später durch die Kirchenversammlung zu Trient (1545-63) schärfer ausgeprägt hat und bis auf die neueste Zeit konsequent festgehalten worden ist (s. Kirche, Geschichte). Die Kirche nannte sich schon seit etwa 160 die katholische, die "allgemeine, allumfassende", im Gegensatz zu den Sonderrichtungen der gnostischen Häretiker, später auch überhaupt zu dem religiösen Partikularismus der vorchristlichen Zeiten. Der ursprüngliche Sinn des Ausdrucks weist aber auf die eigentümliche Taktik zurück, womit die seit Mitte des 2. Jahrh. sich zusammenschließende Menge der Gläubigen ihre Überlieferungen als die "überall" (katholu) verbreiteten und anerkannten den abweichenden Lehren und Schulen gegenüber geltend machte. Die Anhänglichkeit an dieses von dem Episkopat als Nachfolger des Apostolats konservierte Ganze der Wahrheit, an diese überall sich selbst gleiche Überlieferung galt als erste christliche Tugend; die so Gesinnten und sich also Erweisenden hießen Katholiken im Gegensatz gegen diejenigen, die aus der Gesamtströmung der Überlieferung heraustraten, sich in ihrem Denken und Handeln nicht durch die gemeinsame Regel bestimmen ließen und sich besondern, selbst erwählten, vom Gesamtsinn der Kirche willkürlich abweichenden Ansichten hingaben. Schon früh stellt sich daher eine dreifache Reihe von Gegensätzen des K. heraus, nämlich häretische, wie die Ebioniten, Gnostiker und Manichäer, welche das Christentum durch jüdische und heidnische Ingredienzien entstellten, heterodoxe, wie die Monarchianer, Arianer, Nestorianer, Eutychianer und Pelagianer, welche bei christlicher Grundlage einzelne Dogmen auf eine der allgemeinen Überlieferung nicht entsprechende Weise darstellten, und schismatische, wie die Montanisten, Novatianer, Donatisten, welche, sich höherer Vollkommenheit und Reinheit in der Theorie oder Praxis rühmend, auf die katholische Kirche als eine zurückgebliebene oder entartete herabsahen. Weiteres und Litteratur s. Römisch-katholische Kirche, Griechische Kirche, Protestantismus.

Katif, El, türk. Hafenstadt an der Ostküste Arabiens (Landschaft El Hasa), am Busen von Bahrein, mit Perlenfischerei, einem Palast der einst dort herrschenden Karmatendynastie und 6000 Einw.

Katjangöl, s. v. w. Erdnußöl, s. Arachis.

Katkow, Michael Nikiforowitsch, bekannter russ. Publizist, entstammt einer kleinadligen Familie, ward 1818 zu Moskau geboren und studierte dort sowie später in Königsberg und Berlin. Auf letzterer Hochschule zogen ihn namentlich Schelling und Werder an. Als Professor der Philosophie in Moskau angestellt, wurde er 1848 gleich seinen Kollegen an den innerrussischen Universitäten abgesetzt. 1856 gründete K. eine Buchdruckerei und gab die Monatsschrift: "Russki Wjestnik" ("Der russische Bote") heraus. 1861 pachtete er auch die der Universität Moskau gehörige (russische) "Moskauer Zeitung", die er noch gegenwärtig redigiert, obgleich sein langjähriger Mitredakteur, der Philolog Professor Leontjew, ihm 1875 durch den Tod entrissen wurde. 1866 gründete er im Verein mit Leontjew das "Lyceum des Zarewitsch Nikolaus in Moskau"; beim Unterricht in demselben finden die alten Sprachen besondere Berücksichtigung. Bis 1863 war er ein Freund des englischen Selfgovernments und überhaupt ein Reformfreund; aber seit dem polnischen Aufstand 1863 nahm die "Moskauer Zeitung", der nationalen Strömung folgend, eine ganz andre Stellung ein. Sie forderte eine gewaltsame Russifizierung Polens, Litauens und der Ostseeprovinzen und verteidigte ihren reaktionären und slawophilen Bundesgenossen zuliebe Steuerprivilegien, den Agrarkommunismus etc. Besonders leidenschaftlich trat K. gegen das Deutschtum auf. 1866 wurde die "Moskauer Zeitung" wegen ihrer Ausfälle gegen den Minister Walujew unterdrückt, K. wurde indes bald wieder amnestiert. Im Streit über eine mehr realistische oder mehr klassische Richtung der Gymnasialbildung vertritt K. den letztern Standpunkt. Während des Ministeriums des Grafen D. Tolstoi übte K. einen sehr starken und nachteiligen Einfluß auf die Verwaltung des Schulwesens, insbesondere im Moskauer Lehrbezirk. Nach der Thronbesteigung des Kaisers Alexander III. verhinderte K. die von Alexander II. beabsichtigte Einsetzung eines Ausschusses der Provinzial-Landschaftsversammlungen und bewog den Zaren zur Befolgung eines streng nationalen, reaktionär-absolutistischen Systems. In der äußern Politik verfolgte er deutschfeindliche, panslawistische Ziele.

Katona, 1) Stephan, ungar. Historiker, geb. 13. Dez. 1732 zu Bolyk im Neograder Komitat, studierte, in den Jesuitenorden getreten, in Kaschau und Tyrnau und wirkte dann in den ungarischen Lehranstalten des Ordens als Professor, später als Kustos der erzbischöflichen Bibliothek in Kalocsa. Seine unermüdliche Thätigkeit hauptsächlich dem Erforschen und Sammeln der ungarischen Geschichtsquellen zuwendend, veröffentlichte er: "Historia critica primorum Hungariae ducum" (Pest 1778), "Historia critica regum Hungariae" (Pest u. Klausenb. 1779-97), ein für ungarische Geschichtschreiber heute noch unentbehrliches Fundamentalwerk; ferner: "Epitome chronologiae rerum hungaricarum, transsylvanicarum et illyricarum" (Ofen 1796-98) u. a. K. starb 17. Aug. 1811.

2) Joseph, ungar. dramatischer Dichter, geb. 1792 in Kecskemét, absolvierte die juridischen Studien, wurde 1810 Advokat, 1821 Fiskal der Stadt Kecskemét und starb 16. Mai 1830 daselbst. Er schrieb außer andern Dramen die Tragödie "Bánk Bán",