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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kebir - Keferstein.

1827) und Conz (das. 1864). Vgl. Schaber, Über das Gemälde des K. (Konst. 1862); Drosihn, Die Zeit des Pinax (Neustettin 1873); Prächter, Cebetis tabula (Karlsr. 1885).

Kebir (arab.), groß (bei Ortsnamen häufig).

Keblah (Kiblah, arab.), bei den Mohammedanern die Richtung des Gesichts nach Mekka beim Gebet (s. Kaaba und Moschee). K. alem ("Wendepunkt der Welt"), einer der offiziellen Titel des Schahs von Persien.

Kebse (Kebsweib, althochd. Chepis), Nebenweib, Beischläferin; Kebsehe, s. v. w. Konkubinat.

Keck, Heinrich, Schriftsteller, geb. 20. März 1824 zu Schleswig, studierte in Kiel und Bonn Philologie, beteiligte sich 1848 als Freiwilliger am Befreiungskampf gegen Dänemark, fiel jedoch in Kriegsgefangenschaft, die er in Kopenhagen verbrachte, war später Gymnasiallehrer zu Glückstadt und Plön, 1864 Direktor der Domschule in seiner Vaterstadt und ist seit 1870 Direktor des Gymnasiums zu Husum. Er veröffentlichte, teilweise unter dem Namen Karl Heinrich, die deutsch-patriotischen Dichtungen: "Anna. Ein Idyll aus der Zeit der schleswig-holsteinischen Erhebung" (Kiel 1849; 4. Aufl., Gotha 1880), "Heldenlieder von Adolf IV., dem Schauenburger" (Hamb. 1851), "Sedan" (Halle 1873); ferner: "Vaterländisches Lesebuch" (10. Aufl., das. 1885), "Iduna. Die schönsten deutschen Sagen" (Leipz. 1875 bis 1880, 4 Bde.), "Die Pfingstweihe", Idyll (3. Aufl., Gotha 1882), "Schleswig-holsteinischer Volkskalender" (1880-81) u. a. Auch gab er "Äschylos' Agamemnon, griechisch und deutsch" (das. 1863) heraus und redigierte 1881-84 das "Deutsche Litteraturblatt".

Kecskemét (spr. kétsch-), Stadt im ungar. Komitat Pest, Station der österreichisch-ungarischen Staatsbahnlinie Budapest-Temesvár, auf der Kecskeméter Heide, von großen Pußten umgeben, mit (1881) 44,992 ungar. Einwohnern (1/3 Reformierte), die Tabaks-, Obst- und Weinbau, Fabrikation von Leder und vortrefflicher Seife und ansehnliche Viehzucht betreiben. K. hat große Viehmärkte, mehrere Dampfmühlen, ist Sitz eines Gerichtshofs und einer Advokatenkammer und besitzt eine katholische und mehrere reform. Kirchen, 2 Klöster, eine reform. Rechtsakademie, 2 Obergymnasien und eine Realschule.

Kedah, Malaienstaat, s. Queda.

Kedar, ein Sohn Ismaels, dessen Nachkommen, (Kedarim, Kädaräer, Kedarener), ein kriegerisches Nomadenvolk, die Gegend um die Stadt K., östlich vom Galiläischen Meer, bewohnten und starken Viehhandel bis nach Tyros hin trieben.

Kedesch, Leviten- und Freistadt in Palästina, Stamm Naphtali, im nachexilischen Zeitalter zu Galiläa gehörig, früher kanaanitische Königsstadt. Von K. (heute Kedes) stammte Barak, der Feldherr der Deborah, deren Gräber man später hier zeigte.

Kediri, niederländ. Residentschaft im Ostteil der Insel Java, 6762 qkm (122,8 QM.) groß, mit (1883) 802,372 Einw. (darunter 1071 Europäer und 7290 Chinesen). Der wichtigste und bewohnteste Teil ist die große Ebene, welche der Fluß Brantes durchströmt, und deren Boden bei gehöriger Bewässerung für den Bau von Reis und Kaffee vorzüglich geeignet ist. Es begrenzen ihn die dicht bewaldeten Abhänge der Vulkane Wilis (2584 m) im W. und Arjuno (3304 m) im O. Den Südteil nimmt das Küstengebirge des Gunong Kidal ein, dessen Höhen ebenso spärlich bevölkert sind wie das hafenlose Küstenland im S. Der Hauptort K. liegt am Brantes, hat ein Fort und ist Sitz des Residenten.

Kedu (Kadu), niederländ. Residentschaft im Innern von Java, 2048 qkm (37,2 QM.) groß, mit (1883) 717,538 Einw. (darunter 624 Europäer und 5559 Chinesen), bildet eine herrliche, nach S. sich hinziehende hügelige Thalebene, welche der Progo durchfließt, und die zu den fruchtbarsten Teilen von Java gehört; namentlich liefert sie den besten Tabak. Sie wird von hohen Bergen eingeschlossen: im W. von den Vulkanen Sumbing und Sendoro, im N. von dem Ungarang, im O. von dem Merbabu und Merapi. Hauptort ist Magelang, ein schöner javanischer Flecken mit einem chinesischen Dorf. In K. liegt auch der berühmte Tempel Boro Budor (s. d.).

Keduscha (hebr., "Heiligung"), eins der wichtigsten israelit. Gebetstücke, wesentlicher Bestandteil der sogen. Tefilla (schmone esre), spricht die Anerkennung der Heiligkeit Gottes aus und ist eine mit Einleitungsversen versehene Zusammenstellung der drei Schriftstellen: Jes. 6, 3; Hesek. 3, 12; Ps. 115, 10.

Keel (spr. kihl), engl. Steinkohlenmaß, = 8 Chaldrons = ca. 21 Ton.

Keelingsinseln (spr. kihlings-, Kokosinseln), eine zum angloindischen Reiche gehörige Gruppe von 32 Korallenbänken, im südlichen Teil des Indischen Ozeans, unter 12° südl. Br., 480 km südwestl. von der Sundastraße, 22 qkm groß, mit 400 malaiischen Einwohnern, wurde 1608 durch den englischen Kapitän W. Keeling entdeckt. Schon vor der förmlichen Besitznahme (1857) siedelte sich 1823 der Engländer Hare 1828 der Schotte Roß in Port Albion an, um die Nüsse der zahlreichen Kokospalmen zur Ölbereitung zu benutzen. Seit 1878 gehören die K. administrativ zu Ceylon.

Keene (spr. kihn), Fabrikort im SW. des nordamerikan. Staats New Hampshire, am Ashuelet, mit (1880) 6784 Einw.

Keepsake (engl., spr. kihpssek), Erinnerungsgabe, Andenken; auch Titel von Almanachen etc.

Keersal, s. Acacia.

Kees, Bezeichnung für Gletscher in den österreich. Alpen, insbesondere im Tauerngebiet.

Keewatin (spr. kih-), 1) Gebiet in Britisch-Nordamerika, westlich von der Hudsonbai, reicht südlich bis nach Manitoba. In ihm liegt York Factory. - 2) Ort an der kanadischen Pacificbahn, am Ausfluß des Winnipeg aus dem Wäldersee, Rat Portage (s. d.) gegenüber.

Kef (türk.), s. v. w. Kejf.

Keferstein, Christian, Geognost, geb. 20. Jan. 1784 zu Halle, studierte daselbst die Rechte, ward 1809 Tribunalsprokurator, 1815 Justizkommissar, widmete sich aber bald ausschließlich der Geologie. Er bereiste Deutschland, die Alpen, Frankreich, Italien und Ungarn, gab (mit Meinecke) ein "Mineralogisches Taschenbuch zum Behuf mineralogischer Exkursionen" (Halle 1820), "Tabellen über die vergleichende Geognosie" (das. 1825), die Zeitschrift "Teutschland, geognostisch-geologisch dargestellt" (Weim. 1821-31, 7 Bde.) mit der ersten allgemeinen geognostischen Karte von ganz Deutschland (1821), der die geognostischen Karten der einzelnen Länder folgten, eine "Naturgeschichte des Erdkörpers" (Leipz. 1834, 2 Bde.), "Geschichte und Litteratur der Geognosie" (Halle 1840), die "Mineralogia polyglotta" (das. 1849) und "Erinnerungen aus dem Leben eines alten Geognosten" (das. 1851) heraus. K. starb 26. Aug. 1866. Sein anregender Einfluß wirkte noch fort, nachdem seine speziellen Forschungsresultate längst veraltet waren. Geringern Wert haben seine historisch-archäologischen Arbeiten: "Über die Hallo-^[folgende Seite]