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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kenai; Kendal; Keng; Kengkasee; Kenia; Kenilworth; Keniter; Kenmare; Kennebec; Kennedy; Kennedykanal; Kenneh

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Kenai - Kenneh.

Realschule. Auf dem nahen Lindenberg wurden 1886 bedeutende Ausgrabungen römischer Altertümer vorgenommen. - K., das Cambodunum der Römer, bildete vormals zwei Städte, die Alt- und Neustadt, die stets auf feindlichem Fuß miteinander standen. Die Altstadt (im Thal) erhielt 1289 Reichsfreiheit, trat 1331 dem Schwäbischen Städtebund bei und nahm 1527 die Reformation an; die höher gelegene Neu- oder Stiftsstadt war der Hauptort der gefürsteten Abtei K., zu der im allgemeinen die jetzigen Landgerichte K., Obergünzburg und Grönenbach gehörten. Das vormalige Benediktinerkloster wurde hier 773 von Hildegard, der dritten Gemahlin Karls d. Gr., errichtet; die Äbte erhielten 1360 von Kaiser Karl IV. die reichsfürstliche Würde. Im Dreißigjährigen Krieg fiel K. nach tapferer Gegenwehr der Bürger und Schweden 13. Jan. 1633 und abermals 1634 in die Hände der Kaiserlichen, bis 12. Dez. 1646 die Schweden es nochmals gewannen. Am 13. Nov. 1703 ward es von den Franzosen erobert. Am 17. Sept. 1796 fiel hier ein Treffen zwischen den Österreichern und Franzosen vor, in welchem erstere Sieger blieben. 1803 kamen Stadt und Abtei an Bayern.

Kenai (auch Thnaina, "Menschen"), indianisches Jägervolk im äußersten Nordwesten Amerikas, an die Eskimo und die andern Beringsvölker der Nordwestküste stoßend, in mancher Beziehung mit den östlicher wohnenden Athabasken verwandt, zerfällt in mehrere Horden, unter denen die Kai-yukho-tana (die Ingalik der Russen), am Yukon und im Thal des obern Kuskokwim, die Atna (die Yellow-Knifes der Engländer) am obern Teil des Atna- oder Kupferflusses, die wichtigsten sind. Ihre Zahl beträgt nach Petrow ("Report on the population of Alaska" 1880) höchstens 9000. Die Sprache der K., dargestellt von Radlow in den "Bulletins der Petersburger Akademie" (1852 u. 1858), ist dem großen athabaskischen Sprachstamm zuzuzählen.

Kendal (Kirkby-in-K., spr. kirrbi-), Fabrikstadt in der engl. Grafschaft Westmoreland, im anmutigen Thal des Kent, mit schönem Stadthaus, alter, fünfschiffiger Hauptkirche, naturwissenschaftlichem Museum, Theater und (1881) 13,696 Einw. Auf einer benachbarten Höhe steht ein altes Schloß. Die Industrie der Stadt erstreckt sich zumeist auf die Herstellung von Tuch und wollenen Waren, welche im 14. Jahrh. durch Vlämen hier eingeführt wurde.

Keng (Ken), japan. Längenmaß, = 6 Schaku (s. d.).

Kengkasee (Kenkasee), s. Chankasee.

Kenia, isolierter Gebirgsstock in Ostafrika, nur 10' südlich vom Äquator, etwa 400 km von der Mündung des Tana, dem zahlreiche Flüsse von seinen Abhängen zuströmen. Er erreicht eine Höhe von 5400-5500 m und bietet den Anblick einer ungeheuern Mauer, über welcher mächtige turmartige Hörner emporsteigen. Zuerst sah Krapf 1849, dann Hildebrandt 1877 seinen schneebedeckten Gipfel, aber erst Thomson drang 1883 bis zu seinem Fuß vor. Vgl. Thomson, Durch Massailand (deutsch, Leipz. 1885).

Kenilworth, Stadt in Warwickshire (England), nördlich von Warwick, mit (1881) 4150 Einw. Dabei die malerischen Ruinen des gleichnamigen, durch Walter Scott berühmt gewordenen Schlosses, welches einst Kerker Eduards II., dann Lustschloß Leicesters war, wo dieser die Königin Elisabeth bewirtete.

Keniter, Volksstamm, welcher zu dem großen uralten Volk der nordwestarabischen, unter dem Namen Amalek zusammengefaßten Nomaden gehörte. Ein Teil derselben scheint sich während des Wüstenzugs der Kinder Israel an diese angeschlossen zu haben und erhielt seinen Wohnsitz an der südöstlichen Grenze Kanaans, südlich von Arad.

Kenmare (spr. kennmähr), Dorf in der irischen Grafschaft Kerry, am obern Ende der Kenmare River genannten Bai, mit (1881) 1279 Einw. Dabei Kupfergruben.

Kennebec, Fluß im nordamerikan. Staat Maine, entspringt aus dem Mooseheadsee und mündet nach einem Laufe von 260 km in die Kennebecbai des Atlantischen Ozeans. Er ist bis zu den Farmingtonfällen, 120 km aufwärts, schiffbar.

Kennedy, 1) Grace, engl. Romanschriftstellerin, geb. 1782 zu Pinmore in der Grafschaft Ayr, lebte meist in Edinburg, wo sie 28. Febr. 1825 starb. Ihre bekanntesten Schriften, die eine tiefe Religiosität bekunden und fortwährend in neuen Auflagen erscheinen, sind: "Jessy Allan", "The decision", "Anna Ross", "Father Clement" und "Dunallan". Ihre "Sämtlichen Werke" wurden mehrfach (unter anderm von Plieninger, 2. Aufl., Reutling. 1847, 3 Bde.) ins Deutsche übersetzt.

2) John Pendleton, amerikan. Politiker und Schriftsteller, geb. 25. Okt. 1795 zu Baltimore, studierte daselbst die Rechte, wurde 1816 Advokat in seiner Vaterstadt und gab 1818-20 mit P. Hoffmann Cruse "The red book", eine Zeitschrift in Prosa und Versen, heraus, die großen Anklang fand. Seit 1837 Mitglied des Kongresses, wurde er 1846 zum Sprecher im Haus der Abgeordneten von Maryland gewählt und 1852 von Fillmore zum Marinesekretär der Vereinigten Staaten ernannt, in welcher Stellung er eine Expedition nach Japan sandte und auch Kanes zweite Nordpolexpedition unterstützte. Doch trat er schon 1853 von dem Amt zurück und beschäftigte sich fortan hauptsächlich mit Litteratur, Fabrik- und Eisenbahnwesen. Er starb 18. Aug. 1870 in New Port auf Rhode-Island. Außer mehreren politischen Schriften veröffentlichte er die mehrfach aufgelegten Novellen: "Swallow Barn" (1832), "Horse-Shoe Robinson" (1835; deutsch, Leipz. 1853) und "Rob of the Bowl" (1838); ferner "Life of William Wirt, attorney general of the United States" (1849, 2 Bde.; neue Ausg. 1854), "Mr. Ambrose's letters on the rebellion" (1865) u. a. Gesammelt erschienen: "Political and official papers" (1872). Vgl. Tuckerman, Life of John Pendl. K. (New York 1871).

3) William, brit. Marineoffizier und Reisender, leitete 1851-52 eine Expedition zur Aufsuchung Franklins, fuhr mit dem französischen Marineoffizier Bellot zur Leopoldsinsel an der Nordostecke von Nordsomerset, entdeckte hier die wichtige Bellotstraße zwischen Boothia und Nordsomerset, und fuhr durch dieselbe westlich zum Prinz Wales-Land, welches er bis zum Kap Walker durchreiste. Da K. den Peelsund südlich von der Bellotstraße für geschlossen hielt, unterließ er es, weiter nach Süden zu fahren, wo er vielleicht auf Franklins Schiffe gestoßen wäre, und kehrte längs der Nordküste vor Nordsomerset und über die Beecheyinsel nach England zurück. Er schrieb: "A short narrative of the second voyage of the Prince Albert in search of Sir John Franklin" (Lond. 1853).

Kennedykanal, Meeresstraße, nördlich vom 80.° nördl. Br., zwischen Nordgrönland (Washingtonland) und Grinnellland, verbindet das Kanebecken mit dem Robesonkanal.

Kenneh (Kinneh), Hauptstadt der gleichnamigen Mudirieh in Oberägypten, am rechten Ufer des Nils, mit (1882) 15,402 Einw., worunter viele Griechen und