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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Klangfarbe - Klapka.

einem seiner Untertöne entspricht oder, was dasselbe ist, von deren Eigenton er Oberton ist. Allerdings machen die mittönenden Körper zunächst starke partielle Schwingungen (mit so viel Knoten, daß der erregende Ton hervorgebracht wird), aber sie machen daneben auch (schwächere und daher schwerer wahrnehmbare) totale. Der tiefste Kombinationston eines Intervalls ist immer der erste gemeinsame Unterton beider Interualltöne, z. B. für e':g'-C, für c'':d'' ebenfalls C, aber auch für e':d'' = C u. f. f. Die Reihe der 16 ersten Untertöne ist, wenn wir c''' als Ausgangston (Hauptton) nehmen:

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Die Ordnungszahlen der Untertöne repräsentieren die relativen Saitenlängen derselben; die Schwingungsverhältnisse würden ausgedrückt werden durch die Reihe der einfachen Brüche: 1, ½, 1/3 etc., ebenso wie umgekehrt die relativen Saitenlängenverhältnisse für die Töne der Obertonreihe durch die Reihe der einfachen Brüche dargestellt würden; z. B. ist die Oktave c: c' im Sinn der Obertonreihe (c = 1 genommen) hinsichtlich der relativen Schwingungszahlen durch 1:2, hinsichtlich der Saitenlängen aber als 1:½, im Sinn der Untertonreihe dagegen (c' als 1 angenommen) hinsichtlich der Schwingungszahlen als 1:½, hinsichtlich der Saitenlängen aber als 1:2 zu bezeichnen. Der 1., 2., 3., 4., 5., 6., 8., 10., 12., 16. etc., überhaupt alle Töne der Untertonreihe, welche tiefern Oktaven des 1., 3. und 5. Untertons entsprechen, sind ganz ebenso Bestandteile des Mollakkords unter c, des c-Unterklanges, wie dieselben Zahlen der Obertonreihe den Durakkord über dem Hauptton, dem Oberklang (im oben gegebenen Beispiel den C dur-Akkord), ergeben. Der 7., 11., 13. Unterton, überhaupt alle Primzahlen entsprechenden vom 7. an, sind für Akkordbildungen so wenig brauchbar wie die primären Obertöne vom 7. an. Die Produktzahlen entsprechenden aber (9 = 3.3, 15 = 3.5 etc.) sind als sekundäre Untertöne ebenso dissonant gegen den Hauptton des Unterklanges wie die sekundären Obertöne gegen den Hauptton des Oberklanges. Sie werden, wie jene, nicht direkt auf den Hauptton bezogen, sondern durch Vermittelung primärer Partialtöne, von denen sie wiederum primäre Partialtöne sind, d. h. sie vertreten deren Klänge, so daß ihre Hervorbringung mit primären Untertönen im Akkord als gleichzeitige Vertretung zweier Klänge Dissonanz ist. Vgl. Klangvertretung.

Klangfarbe. Die verschiedenartige K. der Töne unsrer Musikinstrumente erklärt sich, wie die Untersuchungen von Helmholtz ("Lehre von den Tonempfindungen") festgestellt haben, in der Hauptsache aus der verschiedenartigen Zusammensetzung der Klänge, sofern manche Klänge (Glocken, Stäbe) ganz andre Beitöne haben als die für die Kunstmusik bevorzugten der Saiten- und Blasinstrumente, bei diesen aber die verschiedenartige Verstärkung, resp. das Fehlen einzelner Töne der Obertonreihe eine ähnliche Veränderung bewirkt. Die verschiedenartigen Klangfarben der Menschenstimme hängen teilweise von der Beschaffenheit der Stimmbänder und teils von den Resonanzverhältnissen der Mund- und Nasenhöhle ab. Die zahlreichen Abstufungen der Vokale sind ebenso viele verschiedenartige Klangfarben. Mit Recht betont indes v. Schafhäutl ("Allgemeine musikalische Zeitung" 1879), daß auch das Material, aus welchem ein Musikinstrument gefertigt ist, großen Einfluß auf die K. hat, und daß z. B. eine Trompete von Holz oder Pappe anders klingt als eine ganz gleich geformte von Metall. Diese letztern Unterschiede der K. nennt man Timbre. Hier spielen die Molekularschwingungen der Masse des Instruments eine große Rolle, wie vom Resonanzboden der Saiteninstrumente her hinlänglich bekannt ist (s. Schall). Vgl. G. Engel, Über den Begriff der K. (Halle 1887).

Klangfiguren (Chladnische K.), s. Schall.

Klangfolge, in der Musik die Folge zweier Akkorde in Ansehung ihrer Klangbedeutung. Vgl. Klang und Klangvertretung.

Klanggabel-Klavier, s. Adiaphon.

Klanggeschlecht, in der neuern Musik s. v. w. Dur oder Moll (s. Tongeschlecht); in der griechischen Musik s. v. w. diatonisch, chromatisch oder enharmonisch (s. Griechische Musik und Enharmonik).

Klangglas, s. v. w. Bleiglas, s. Glas, S. 390.

Klanglehre, s. v. w. Akustik.

Klangvertretung, ein zuerst von Helmholtz präzis aufgestellter Begriff der modernen Harmonielehre, bezieht sich auf die verschiedene Bedeutung, die ein Ton oder Intervall gewinnt, je nachdem es im Sinn dieses oder jenes Klanges gefaßt wird. Der Ton C z. B. hat eine ganz andre Bedeutung für die Logik des Tonsatzes, wenn er als Terz des As dur-Akkords gedacht ist, als wenn er als Terz des A moll-Akkords (E-Unterklanges) auftritt; in jenem Fall ist er nächstverwandt mit Des und dem Des dur-Akkord, in diesem mit H und dem E dur- und E moll-Akkord (vgl. Klang). Jeder Ton kann sechs verschiedenen Klängen als wesentlicher Bestandteil angehören, z. B. der Ton C dem C-Oberklang (C dur-Akkord) als Durhauptton, dem F-Oberklang als Durquinte (Oberquinte), dem As-Oberklang als Durterz (Oberterz); dem C-Unterklang (F moll-Akkord) als Mollhauptton, dem G-Unterklang (C moll-Akkord) als Mollquinte (Unterquinte) und endlich dem E-Unterklang (A moll-Akkord) als Mollterz (Unterterz): Erscheint der Ton C irgend einem andern Klang als dissonanter Ton beigegeben oder an Stelle eines von dessen Akkordtönen als Vorhalt oder alterierter Ton eingestellt (s. Akkord), so ist doch seine Bedeutung immer im Sinn eines dieser sechs Klänge und zwar des nächstverwandten zu bestimmen.

Klangverwandtschaft, s. Tonverwandtschaft.

Klapka, Georg, General im ungar. Revolutionskrieg, geb. 7. April 1820 zu Temesvár, trat 1838 in die österreichische Armee und 1842 in die adlige ungarische Leibgarde, von welcher er 1847 als Oberleutnant in ein Grenzregiment versetzt wurde, nahm aber 1848 seinen Abschied. Nach Ausbruch der Insurrektion stellte er sich der neuen ungarischen Regierung zur Verfügung, ward zuerst nach Siebenbürgen gesandt, um den Szekler Landsturm aufzubieten und zu organisieren, im September mit fortifikatorischen Arbeiten in Komorn und Preßburg beschäftigt, end-^[folgende Seite]