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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Klapperschlangenkraut - Klären.

bung und Zeichnung wechseln außerordentlich ab. Sie bewohnt das westliche Nordamerika nördlich bis zum 46. Grad, war früher ungemein häufig, ist aber durch die Kultur stark zurückgedrängt worden. Sie bevorzugt offene Gegenden, denen es nicht an Wasser fehlt, bewohnt die Baue der Präriehunde, Ratten, Uferschwalben, erweitert dieselben mit dem Kopfe, verbirgt sich auch in Mauerrissen, unter Steinen, Reisig etc. Sie ist gegen die Witterung sehr empfindlich, badet morgens im Tau, sonnt sich und sucht Schatten je nach der Tageszeit und erstarrt im Winter an einem trocknen, geschlossenen Ort. Ihre Bewegungen sind träge und langsam, ungereizt soll sie niemals angreifen, bei der Jagd aber bewegt sie sich sehr schnell, schwimmt auch und klettert. Nachts soll sie in einem Schlupfwinkel ruhen. Die Rassel benutzt sie nur in der Erregung, aber nicht bei der Jagd. Sie lebt von kleinen Säugetieren, Vögeln, Fröschen und soll nach der Mahlzeit Gestank verbreiten. Bei der Begattung im Frühjahr verschlingen sich 20 Klapperschlangen und mehr zu einem Knäuel; im August werden die Eier gelegt, aus denen nach wenigen Minuten die Jungen ausschlüpfen. Die Mutter kümmert sich um dieselben nicht. Die K. beißt mit großer Kraft, und ihr Biß ist stets sehr gefährlich. Als Gegengift benutzt man mancherlei Pflanzen, am wirksamsten aber sind sehr große Dosen Alkohol. Die Tiere kennen und fürchten die K., Schweine aber werden als Klapperschlangenvertilger gerühmt; von den Sioux, Dakota und den Nadowessiern wird sie wegen ihrer Listigkeit verehrt. In der Gefangenschaft hält sie sich sehr gut. In Südamerika findet sich die Schauerklapperschlange (Cascavella, C. horridus Daud.), welche oben auf bräunlichgrauem Grund mit dunkeln, weißgelb eingefaßten Rautenflecken gezeichnet, unten einfarbig gelblichweiß ist und die Größe der vorigen Art erreicht. Sie ist nicht minder gefährlich als diese.

Klapperschlangenkraut, s. Solidago.

Klapperschlangenwurzel, s. v. w. Senegawurzel, s. Polygala.

Klapperschote, Pflanzengattung, s. Crotalaria.

Klapperschwamm, s. Polyporus.

Klappersteine, s. Adlersteine.

Klappläufer, kleine, aus zwei einscheibigen Blöcken zusammengesetzte Talje (s. d.).

Klappmütze, Robbenart, s. Blasenrobbe.

Klaproth, 1) Martin Heinrich, Chemiker und Naturforscher, geb. 1. Dez. 1743 zu Wernigerode, lebte als Apotheker in Berlin, ward 1787 Chemiker bei der Akademie der Wissenschaften, später Professor der Chemie bei dem königlichen Feldartilleriekorps und starb 1. Jan. 1817 als Professor der Chemie an der Universität. Er entdeckte das Uran, die Zirkon- und Strontianerde, das Cer, Titan und Tellur und lieferte namentlich zahlreiche Mineralanalysen. Er veröffentlichte "Beiträge zur chemischen Kenntnis der Mineralkörper" (Berl. 1795-1815, 6 Bde.).

2) Heinrich Julius von, berühmter Orientalist und Reisender, Sohn des vorigen, geb. 11. Okt. 1783 zu Berlin, widmete sich früh dem Studium der asiatischen Sprachen, besonders der chinesischen, machte sich durch Herausgabe des "Asiatischen Magazins" (Weim. 1802 f.) zuerst bekannt, ward darauf als Adjunkt der Akademie für die asiatischen Sprachen nach Petersburg berufen, begleitete 1805 den Grafen Golowin, der als Gesandter nach China gehen sollte, aber an der Grenze wieder umkehren mußte, und setzte dann im Auftrag der Petersburger Akademie seine Forschungen über die Stammvölker Asiens in den Kaukasusländern fort. Früchte derselben waren: "Reise in den Kaukasus und Georgien in den Jahren 1807 und 1808" (Halle 1812-14, 2 Bde.; franz. Mit vielen Zusätzen, Par. 1823) und "Archiv für die asiatische Litteratur, Geschichte und Sprachkunde" (Petersb. 1810, Bd. 1). Nachdem K. 1812 seinen Abschied genommen, ließ er sich 1815 in Paris nieder, wo er 1816 zum Professor der asiatischen Sprachen ernannt wurde und 20. Aug. 1835 starb. Von seinen zahlreichen, von großer Gelehrsamkeit zeugenden, aber in der Beurteilung der Leistungen andrer Forscher nicht unbefangenen Schriften erwähnen wir nur: "Asia polyglotta" (Par. 1823, nebst Sprachatlas), worin er die Verzweigungen der asiatischen Völker in ihrer Stammverwandtschaft nachweist; "Tableaux historiques de l'Asie" (das. 1823, 4 Bde. mit Atlas); "Mémoires relatifs à l'Asie" (das. 1834, 2 Bde.); "Collections d'antiquités égyptiennes" (das. 1829); "Examen critique des travaux du feu M. Champollion sur les hiéroglyphes" (das. 1832) und das für die Geschichte Japans wichtige Werk "Aperçu général des trois royaumes, traduit de l'original japonais-chinois" (das. 1833). Sein "Schreiben an A. v. Humboldt über die Erfindung des Kompasses" wurde von Wittstein (Leipz. 1885) herausgegeben.

Klaprothin, s. Lazulith.

Klar, in der Seemannssprache s. v. w. bereit, fertig, z. B. zum Gefecht; oder beim Tauwerk s. v. w. nicht verwickelt und durch nichts verhindert; ein Tau "fährt k.", wenn es sich nirgends reibt. K. machen, k. halten heißt ein Tau, ein Boot u. dgl. in Ordnung bringen und zum Dienst bereit halten.

Klar-Elf, Fluß in Norwegen, entsteht unfern der schwedischen Grenze aus dem Fämundsee (670 m ü. M.), heißt zunächst Glöt-, dann Fämund-, endlich Tryssil-Elf, tritt nach 130 km langem Lauf als reißender Strom nach Schweden über, wo er den Namen K. annimmt, bildet unter etwa 60° nördl. Br. infolge seines bedeutenden Falles eine Reihe von Stromschnellen und Wasserfällen und mündet in zwei Armen (die Insel Thingvalla bildend, auf welcher Karlstad liegt) in den Wenersee.

Klären (Abklären, Läutern, Schönen), Operation zur Trennung einer Flüssigkeit von darin enthaltenen festen, ungelösten Substanzen, welche durch Filtrieren (s. d.) nicht entfernt werden können, weil sie entweder durch die Poren des Filters hindurchgehen, oder wegen ihrer Schleimigkeit das Filter bald verstopfen. Diese Eigenschaften besitzen besonders solche Substanzen, welche zugleich als Fermente wirken, so daß das K. auch zur Konservierung gärungsfähiger Flüssigkeiten beiträgt. Eine einfache und bisweilen sehr wirksame Klärmethode besteht darin, einen Bogen Filtrierpapier mit Wasser zu zerrühren und den gleichmäßigen Papierbrei mit der Flüssigkeit gut zu mischen. Die einzelnen Papierfäserchen beladen sich dabei mit jenen trübenden Substanzen, und eine einfache Filtration reicht dann hin, die Flüssigkeit "blank" zu machen. In Rawalds Klärgefäß befindet sich die Papiermasse zwischen zwei Siebböden in dem untern Teil eines cylindrischen Gefäßes aus Steinzeug, welches unmittelbar über dem wirklichen Boden ein Loch mit Abzapfhahn besitzt. Das K. mit Papierbrei leistet besonders bei Fruchtsäften und Honig gute Dienste. Pulver von neuen Blumentöpfen, Dachziegeln, unglasiertem Töpfergeschirr, Kaolin, welches mit Wasser gut ausgewaschen wurde, wirkt ebenfalls klärend, wenn man es z. B. mit Wein mischt und ruhig absetzen läßt. Wenn nötig, schüttelt man nach 48 Stunden die Flüssigkeit noch einmal durch; will man aber schnell zum Ziel