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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Klavierauszug - Kleber.

Unter den zahlreichen Anleitungen, das Pianoforte zu spielen (Klavierschulen), sind hervorzuheben: die von D. G. Türk, A. Eberh. Müller (von Knorr neubearbeitet), L. W. Greulich, Clementi ("Gradus ad Parnassum"), Cramer, J. G. ^[Gregor Joseph] Werner, K. Czerny, Hummel, Moscheles, Fr. Kalkbrenner, Plaidy ("Technische Studien für Pianoforte"), L. Köhler, Lebert und Stark (nach einem von Grund aus neuen, aber sehr bewährten System), Riemann (mit besonderer Berücksichtigung der Phrasierung). Vgl. Kützing, Theoretisch-praktisches Handbuch der Pianofortebaukunst (2. Ausg., Bern 1843); C. A. André, Der Klavierbau (Offenb. 1855); Welcker von Gontershausen, Der Klavierbau (Frankf. a. M. 1870); P. Erard, Perfectionnements apportés dans le mécanisme du piano par les Érard, etc. (Par. 1834); Blüthner und Gretschel, Lehrbuch des Pianofortebaus (Weim. 1872); Fischhof, Versuch einer Geschichte des Klavierbaus (Wien 1853); O. Paul, Geschichte des Klaviers (Leipz. 1868); Ponsicchi, Il Pianoforte, sua origine e sviluppo (Flor. 1876); Weitzmann, Geschichte des Klavierspiels (2. Aul., Stuttg. 1879, mit einer Geschichte des Klaviers); Marmontel, Histoire du piano et de ses origines (Par. 1885); Köhler, Führer durch den Klavierunterricht (8. Aufl., Leipz. 1886) und die Zeitschrift "Der Klavierlehrer" (hrsg. von Breslaur, Berl., seit 1878). Anleitung zum Klavierstimmen geben die Schriften von Armellino (4. Aufl., Weim. 1881), Wohlfahrt (Leipz. 1881) und Kuhn-Kelly (das. 1884).

Klavierauszug, die Einrichtung eines für Orchester oder überhaupt für mehrere Instrumente, oder aber für Gesang mit oder ohne Begleitung komponierten Musikwerkes (Symphonie, Ouvertüre, Oper, Kantate, Messe etc.) zum Vortrag auf dem Pianoforte. Man unterscheidet Klavierauszüge zu zwei Händen und zu vier Händen oder für zwei Klaviere (vierhändig, achthändig) sowie bei Gesangswerken Klavierauszüge mit Text und solche ohne Text.

Klavierharmonika, s. Glasharmonika.

Klavierquartett, -Quintett, s. Quartett, Quintett.

Klavierschulen, s. Klavier (Schluß).

Klazomenä, eine der ionischen Zwölfstädte in Kleinasien, an der Südküste des Smyrnaischen Meerbusens, beim heutigen Vurla, Geburtsort des Philosophen Anaxagoras.

Kleánthes, griech. Philosoph, Lehrer des Chrysippos und mit diesem Hauptbegründer des stoischen Systems, aus Assos in Kleinasien gebürtig, soll sich in Athen seinen Lebensunterhalt durch Tagelöhnerarbeit erworben haben. Nebenbei hörte er erst den Cyniker Krates, dann Zenon und nahm nach dessen Tode den Lehrstuhl der Stoa zu Athen ein, wo er in hohem Alter seinem Leben durch Aushungern ein Ende gemacht haben soll. K. gebührt das Verdienst, das stoische System in seinem ganzen Umfang mit vielem Glück ausgebaut zu haben. Es wird ihm der in dieser Lehre durchgreifende Grundsatz von dem naturgemäßen Leben zugeschrieben, wonach eine mit der Harmonie des Weltalls und mit der Natur übereinstimmende Lebensweise als des Menschen höchste Bestimmung angesehen wird. Von seinen zahlreichen Schriften sind nur noch einzelne Bruchstücke erhalten, die von Brunck ("Analecta") und Schäfer (in den "Poetae gnomici", Leipz. 1817) herausgegeben wurden. Das Wichtigste, der Lobgesang auf Zeus, wurde besonders herausgegeben von Mohnike (griech. und deutsch, Greifsw. 1814), Schwabe (Jena 1819), Petersen (Hamb. 1829); übersetzt von Conz (1793), Herder (1793) und Krug ("De Cleanthe", Leipz. 1819).

Kleárchos, 1) spartan. Flottenführer im Peloponnesischen Krieg, warf sich, den Byzantinern zum Feldherrn empfohlen (403 v. Chr.), zum Tyrannen derselben auf, wurde aber von den Spartanern vertrieben und warb für Kyros, den Satrapen von Kleinasien, gegen dessen Bruder Artaxerxes Mnemon einen Söldnerhaufen, an dessen Spitze er in der unglücklichen Schlacht von Kunaxa (401) siegreich kämpfte. Er leitete hierauf den Rückzug bis an den Fluß Zabatos (Lykos), fand aber hier mit vier andern Heerführern und vielen Soldaten durch die List des Tissaphernes seinen Untergang.

2) Tyrann von Herakleia am Pontos, Schüler des Platon und Isokrates, legte eine der bedeutendsten Büchersammlungen des Altertums an, ward nach zwölfjähriger grausamer Herrschaft 364 v. Chr. ermordet.

Klebäther, s. v. w. Kollodium.

Klebe, Pflanzengattung, s. Cuscuta.

Kleber (Gluten), die eiweißartigen Bestandteile der Getreidesamen, speziell des Weizens. Knetet man einen steifen Teig aus Weizenmehl unter Wasser, so werden lösliche Stoffe (auch Eiweiß) und Stärkemehl ausgewaschen, und es bleibt eine gelblichgraue, zähe, klebrige, fadenziehende, geruchlose Masse (12-20 Proz.) zurück, welche schwach teigartig schmeckt, in schwachem Alkohol nur zum Teil, leichter in Alkalien, größtenteils auch in Essigsäure löslich ist. Dieser K. besteht aus Gliadin (Pflanzenleim), Glutenfibrin (Pflanzenfibrin, vegetabilisches Fibrin), Mucedin und Glutenkasein. Seine Eigenschaften ändern sich mit dem quantitativen Verhältnis der Bestandteile, und wenn das Gliadin sehr zurücktritt, so wird die Abscheidung des Klebers schwierig oder unmöglich. Daher gelingt auch aus andern Getreidearten die Abscheidung eines Klebers nicht in dem Maß wie beim Weizen, denn diese enthalten nur einige oder nur einen der Kleberstoffe. Von den vier genannten Kleberstoffen gehört das Glutenkasein zu den Pflanzenkaseinen, die drei übrigen sind in Alkohol in erheblicher Menge löslich. Frischer feuchter K. geht leicht in Fäulnis über, beim Trocknen aber wird er hornartig. Der K. oder vielmehr die Gesamtheit der den Verdauungssäften zugänglichen eiweißartigen Bestandteile bedingt vorzüglich den Nahrungswert des Getreides; er spielt in der Bierbrauerei eine große Rolle, indem einerseits in das Bier übergegangene eiweißartige Stoffe dessen Nahrungswert erhöhen, anderseits die Haltbarkeit des Biers bedeutend beeinträchtigen können. Bei der Gewinnung der Weizenstärke gab man früher den K. ganz allgemein verloren, indem man ihn durch Fäulnis sich zersetzen ließ, um ihn dann durch einen Waschprozeß zu entfernen. Jetzt wird der K. als Nebenprodukt gewonnen und auf verschiedene Weise verwertet. Verarbeitet man nur zerquetschten Weizen, so mischen sich dem K. Hülsen bei, und man kann ihn nur nach der Auflockerung durch Kochen mit Wasser als Viehfutter benutzen. Der bei der Verarbeitung von Weizenmehl erhaltene K. wird frisch unter Teig zu Backwerk und Nudeln gemischt, zur Hefenbereitung benutzt, mit Mehl gemischt, gekörnt und getrocknet und auf Graupen, Grieß etc. verarbeitet. Derartige durch ihren Nahrungswert ausgezeichnete Präparate sind: Klebergrieß, Protein, Kleberbrot, Kraft-, Glutenzwiebackmehl etc. Für technische Zwecke wird der K. auf sehr verschiedene Weise mit Hilfe von Natronlauge, Ammoniak, Kalk, Zuckerkalk, kohlensaurem Natron, Essigsäure, beginnender Fäulnis etc. in einen löslichen, aber leicht koagulier-^[folgende Seite]