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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Klee

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Klee (Pflanze) - Klee (Personenname).

ersten Nutzjahr, man schneidet ihn zweimal und bricht ihn dann um. In günstigen Jahrgängen gibt er auch vorher, nach Abbringung der Schutzfrucht, eine Weide. Man schneidet den K. zu Grünfutter kurz vor der Blüte, zu Kleeheu in voller Blüte. Guter Kleesame (vom zweiten Schnitt und am wenigsten massig gewachsenen Stellen gesammelt) ist bräunlichgelb; man säet auf 1 Hektar 15-23 kg, erntet 80-120, auf hochkräftigen Kalkäckern über 200 Ztr. Heu und 4-5, selbst 8 Ztr. Samen, von welchem 1 Neuscheffel 37,75 kg wiegt. Der Same bleibt zwei Jahre keimfähig. Das Kleefutter ist grün und trocken wohlschmeckend, nährend und gedeihlich; im jungen Zustand darf man es wegen des Aufblähens nicht unvermengt füttern. Das Rotkleeheu steht hinsichtlich der Nährkraft etwas höher als gutes Wiesenheu und mit Weißkleeheu ziemlich gleich. Der Inkarnatklee (Blutklee, Rosenklee, T. incarnatum L.), mit weichem, zottelhaarigem Stengel, dem gemeinen K. ähnlichen, fleckenlosen, an beiden Flächen flaumhaarigen Blättern, ährenförmigen, hoch purpurroten, durch rostbraune Haare zottigen Blütenköpfen, stammt aus Italien, wird als Winter- oder Sommerfrucht gebaut, macht geringere Ansprüche an den Boden als der vorige, wird als Grünfutter mit Ansatz der Blütenköpfe geschnitten. Man säet auf 1 Hektar 27-35 kg und erntet bis 800 Ztr. Grünfutter und 15, in Süddeutschland bis 25 Ztr. Heu. Man benutzt ihn auch, um die Blößen des Kopfklees zu decken oder letztern zu ersetzen, wenn derselbe völlig mißriet. Nur in gutem Boden ist er nach der Blüte noch weich.

B. Weiße Kopfkleearten. Der weiße, kriechende K. (Lämmerklee, Steinklee, T. repens L.), mit liegendem, verästeltem Stengel, verkehrt-eirunden, fein- und stachelspitzig gesägten Blättchen, länglichen, weißlichen, geäderten Nebenblättchen und weißen, nach der Blüte sich herabschlagenden Blüten, liebt leichteres, kalkhaltiges Land und wächst in Sandboden, welcher noch Hafer trägt. Er bläht weniger, ist nahrhafter als der rote Kopfklee und eignet sich gleich gut für den Schnitt und für die Weide. Er bleibt zwar niedriger als der rote K.; doch ist sein Ertrag im Sandboden nur um ein Drittel geringer, und überdies füttert sich das Heu besser. Er ist besonders wertvoll, wo künstliche Triften angelegt werden müssen, und wird auch mit rotem Kopfklee im Gemenge gesäet. Die Samengewinnung ist reicher und weit bequemer als bei letzterm. Die Samen sind klein, gelb, glänzend. Man säet auf 1 Hektar 10-15 kg und erntet von 1 Hektar 40-60 Ztr. Heu und 2-3 Ztr. Samen, von welchem 1 Neuscheffel 38 kg wiegt. Auf Wiesen gilt das Erscheinen des weißen Klees immer als ein Zeichen der Güte. Der Bastardklee (schwedische K., T. hybridum L.), mit aufrechtem Stengel, verkehrt-eirunden Blättchen, hellgrünen, eiförmigen Nebenblättern und langgestielten, rundlichen Blütenköpfen mit am Rand leicht rosenroten Blümchen, die sich nach der Blüte herabschlagen, wächst überall wild auf leichtem, frischem Boden und eignet sich als eine unsrer besten Kleearten besonders für Gegenden, in deren sandreichem Boden oder rauhem Klima die Luzerne nicht mit Sicherheit gedeiht. Auf frischem, am besten gemergeltem Sandboden liefert er zwischen den roten Kopfkleeschnitten einen reichen Schnitt, verträgt mehr Nässe als der rote Kopfklee, eignet sich aber nicht für hoch gelegene, dürre Stellen. Man bringt ihn wie den letztern ins Land und erhält im Nutzjahr einen reichen, dann einen sparsamen Schnitt oder vortreffliche Weide. Man schneidet ihn bei voller Blüte und füttert ihn am besten im grünen Zustand, weil das Heu bitter schmeckt. Man säet auf 1 Hektar 10-16 kg und erntet 80-100 Ztr. Heu.

Die Kultur der Kleegewächse hat ihren Ursprung in Medien, wo die Luzerne sehr früh gebaut wurde. Sie gelangte von dort nach Griechenland um 150-50 v. Chr., dann nach Italien und später nach Spanien. Nach den Verwüstungen der folgenden Zeit kam die Luzerne erst um 1550 von Spanien wieder nach Italien, wo man um diese Zeit auch den roten Kopfklee auf den Acker brachte. Nicht viel später verbreitete sich die Luzerne nach Frankreich und Belgien, wo um 1566 die Kopfkleekultur gleichfalls schon bekannt war. Wenige Jahre darauf finden wir Luzerne- und Kleebau in Deutschland, und zwar durch Wallonen nach der Rheinpfalz gebracht. Im 17. Jahrh. konnte in Deutschland kaum von Fortschritten die Rede sein; in den beiden ersten Dritteln des 18. Jahrh. baute man K. in Thüringen, Sachsen, Franken und in der Pfalz. Nach dem roten K. erschien die Esparsette in Süddeutschland und noch später die Luzerne und der weiße K., letzterer von Mainz aus, im Innern Deutschlands. In den 60er Jahren des 18. Jahrh. begann man in Süddeutschland die Kleekultur zu verbessern, und nach Abstellung der Triftservituten der Äcker gelangte dieselbe zu allgemeiner Aufnahme. Man gewann bedeutend gesteigerte Futtermassen, vergrößerte daraufhin den Viehstand und führte Stallfütterung der Rinder ein. Durch die günstigen Erfolge angeregt, führte Schubart 1775 das neue Feldsystem bei Zeitz ein, und seit 1781 wirkte er auch schriftstellerisch für weitere Verbreitung des Kleebaues, welcher schnell in Thüringen und Sachsen festen Fuß faßte. In Norddeutschland kam der Kleebau dagegen durch unrichtige Anwendung der Lehre Schubarts in großen Mißkredit, und erst durch Thaer, welcher auf die inzwischen in England gewonnenen günstigen Resultate hinwies, wurde ein weiterer Fortschritt erzielt. Nach 1848 fand der Kleebau schnell noch allgemeinere Verbreitung, und indem man sich für solche Gegenden, wo Luzerne und Kopfklee versagten, nach Surrogaten umsah, ermöglichte man seine Anwendung aus allen Bodenarten. Der Kleehandel wird am stärksten in Deutschland und zwar in Schlesien, dann in Steiermark und Südfrankreich betrieben, welche Länder alle übrigen mit Samen versorgen. Neuerdings ist auch Amerika mit Kleesamen an den Weltmarkt gekommen, vermag aber wegen der geringen Widerstandsfähigkeit seiner Kleeart keinen Markt zu gewinnen. Die Verfälschung des Klees wird vermittelst künstlich gefärbter Steinchen schwunghaft betrieben, weshalb die größte Vorsicht bei Bezug von Kleesamen nötig ist. S. Kleegras. Vgl. Wittmack, Gras- und Kleesamen (Berl. 1873); Nobbe, Handbuch der Samenkunde (das. 1876); Krafft, Pflanzenbaulehre (4. Aufl., das. 1885); Harz, Landwirtschaftliche Samenkunde (das. 1885).

Baumartiger Klee, s. v. w. Melilotus arborea Lam., wohlriechender Klee, Melilotus coerulea Lam., ewiger Klee, s. Galega; blauer oder ewiger Klee, Monats- oder Luzerner Klee, Medicago sativa L., gelber Klee, Genista pilosa L., spanischer oder türkischer Klee, s. v. w. Esparsette, Onobrychis sativa Lam.

Klee, Heinrich, kathol. Theolog, geb. 20. April 1800 zu Münstermaifeld bei Koblenz, ward 1825 Professor der Theologie und Philosophie am bischöflichen Seminar zu Würzburg, 1829 Professor an der katholischen Fakultät zu Bonn, ging 1839 in gleicher Eigenschaft nach München und starb daselbst 28. Juli