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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kleebaum - Kleiderordnungen.

1840. Außer seinem Hauptwerk, der "Katholischen Dogmatik" (Mainz 1835, 3 Bde.; 4. Aufl. 1861), schrieb er Kommentare über das Evangelium Johannes (Mainz 1829), den Brief an die Römer (das. 1830) und den Brief an die Hebräer (das. 1833); auch "Encyklopädie der Theologie" (das. 1832); "Lehrbuch der Dogmengeschichte" (das. 1837-38, 2 Bde.); "Grundriß der katholischen Moral" (2. Aufl., das. 1847).

Kleebaum, s. v. w. Cytisus Laburnum L.

Kleeblatt, in der Heraldik ein aus drei Kreissegmenten bestehendes Ornament (Fig. 1a); die natürlichen Kleeblätter bestehen aus drei herzförmigen, mit den Spitzen zusammenstoßenden Blättern (Fig. 1b). Hieraus ist das Kleeblattkreuz (Fig. 2) konstruiert (s. Kreuz).

^[Abb.: Fig. 1. Kleeblatt.

Fig. 2. Kleeblattkreuz.]

Kleeblatt, spitzes, s. Dreiblatt (mit Figur).

Kleeblattbogen (Kleebogen), s. Bogen (Fig. 19 bis 26).

Kleefeld, s. Schubart von Kleefeld.

Kleegras, die Mischung von Klee und Gräsern, wie sie jetzt fast allgemein da, wo der Boden nicht in vorzüglichstem Grad zum Kleewuchs sich eignet und das Klima, besonders im Hochsommer, nicht sicher genug ist, der Aussaat von reinem Klee vorgezogen wird, bietet vor diesem mehrfache Vorteile. Der Boden bleibt gleichmäßig und dicht beschattet, weil die vom Klee nicht ausgefüllten Stellen mit Gras überzogen werden, und überdies kann K. viel öfter auf derselben Stelle wiederkehren als reiner Klee, weil die Gräser der einzelnen Bodenbestandteile nicht im gleichen Grad wie die Kleepflanzen bedürfen und mehr die Oberkrume als die tiefern Schichten in Anspruch nehmen. Eine der Masse nach gleiche Ernte von reinem Klee, abgesehen davon, daß sie in derselben Höhe überhaupt nicht gewonnen werden kann, erschöpft den Boden sehr viel mehr als das K. Für das Vieh aber ist letzteres gedeihlicher als der reine Klee, weil es eine rationellere Mischung repräsentiert und kein Blähen verursacht. Um letzteres zu verhindern, schneidet man Stroh unter den reinen Klee; im K. erhält man statt dessen Gras (oder Heu), hat also nahrhaftere und doch nicht schädliche Mischung (s. Futterbau). Vgl. Buxbaum, Der Kleegrasbau (Darmst. 1875); Nowacki, Kleegrasbau (Frauenf. 1883).

Kleekrebs, Krankheit am Rotklee, Weißklee, Bastardklee und Inkarnatklee, welche durch einen Schmarotzerpilz, die Peziza ciborioides Fr., verursacht wird. Das Mycelium desselben durchwuchert in den Intercellulargängen die ganze Pflanze, bringt eine Bräunung des befallenen Teils und schließlich eine vollständige Zerstörung des Zellgewebes hervor. Vom November bis April entwickelt der Pilz an der Oberfläche Sklerotien, indem Büschel von Hyphen aus der Epidermis hervorwachsen und allmählich zu soliden, schwarzen, innen weißen, trocknen Körpern von unregelmäßiger Gestalt und von Mohnkorngröße bis zu 12 mm Länge werden. Zuletzt bleiben diese Sklerotien nach gänzlichem Verfaulen der Nährpflanze allein übrig und beginnen im Juli oder August bei Feuchtigkeit die Fruchtträger des Pilzes zu entwickeln. Bei feuchter, eingeschlossener Lage des Kleefeldes und lockerm Boden kann die Krankheit epidemisch auftreten. Wenn sie sich in Kleeschlägen zu zeigen beginnt, so ist wegen der langen Entwickelungsdauer des Pilzes nur einjährige Benutzung und zeitiges Umbrechen des Schlags angezeigt. Vgl. Rehm, Entwickelungsgeschichte eines die Kleearten zerstörenden Pilzes (Götting. 1872).

Kleeputzmaschine, Maschine zum Abscheiden fremder Körper von dem Kleesamen. Namentlich werden die Kleeputzmaschinen benutzt, um den Samen der Kleeseide vom Klee zu scheiden. Als Arbeitsorgan derselben dienen cylindrische oder flache Siebe aus feinem Maschengeflecht.

Kleesalz, s. v. w. saures oxalsaures Kali; s. Oxalsäuresalze.

Kleesäure, s. Oxalsäure.

Kleeseide, s. Cuscuta.

Kleffel, Arno, Komponist, geb. 4, Sept. 1840 zu Pößneck (Thüringen), studierte kurze Zeit auf dem Konservatorium in Leipzig sowie privatim bei Hauptmann und folgte 1863 einem Ruf nach Riga als Musikdirektor der dortigen Musikalischen Gesellschaft, welche er 1863-67 leitete. Während dieser Zeit gelangte eine romantische Oper: "Des Meermanns Harfe", mehrmals unter Beifall zur Aufführung. Seit 1868 widmete K. seine Thätigkeit dem Theater, war an den Bühnen in Köln, Amsterdam, Breslau und Stettin als Dirigent und bis 1880 als erster Kapellmeister am Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater zu Berlin thätig und lebte seitdem in Augsburg. Als Komponist hat er sich besonders auf dem Gebiet des Liedes mit Glück bewegt.

Kleiber (Sitta L.), Gattung aus der Ordnung der Sperlingsvögel und der Familie der Baumläufer (Certhiidae), gedrungen gebaute Vögel mit mittellangem, spitzigem, auf der Firste geradem Schnabel, breiten, stumpfen Flügeln, unter deren Schwingen die dritte und vierte am längsten sind, kurzem, breitem Schwanz und kurzläufigem, sehr langzehigem Fuß mit großen, spitzigen, stark gekrümmten Nägeln. Der K. (Blauspecht, Baumrutscher, Spechtmeise, Baumhacker, Maispecht, S. caesia M. W., s. Tafel "Sperlingsvögel II") ist 16 cm lang, 26 cm breit, oben bleigrau, unten rostgelb, mit schwarzem Streifen an der Seite des Kopfes, an Kinn und Kehle weiß, an den seitlichen Weichen- und Unterschwanzdeckfedern kastanienbraun, an den Schwingen bräunlich schwarzgrau, an den mittlern Schwanzfedern graublau, an den übrigen schwarz mit aschgrauer Spitze; das Auge ist nußbraun, der Schnabel aber oben hornschwarz, unten grau, der Fuß horngelblich. Er bewohnt Europa nördlich bis Dänemark und findet sich südlich bis Palästina und Algerien (der nordische, merklich größere Nordkleiber, S. europaea L., ist vielleicht nur eine Spielart). Er lebt paarweise oder in sehr kleinen Familien im Hochwald und in Parken, ist äußerst regsam und auf den Bäumen und besonders an den Stämmen in steter Bewegung, auf und ab und um die Stämme herumkletternd, um Insekten oder Spinnen zu erhaschen; er frißt aber auch allerlei Baumsämereien, Getreide, Hanf, Sonnenblumensamen etc. Zum Winter trägt er Vorrat zusammen, versteckt Nüsse in Rissen, Spalten, Dächern. Er nistet in Baumlöchern und verklebt die Öffnung derselben bis auf ein kleines Loch mit Lehm und Speichel; Ende April legt er 6-9 weiße, rot punktierte Eier (s. Tafel "Eier I"), welche das Weibchen allein ausbrütet. Nach der Brutzeit schweift er in einem kleinen Gebiet umher. In der Gefangenschaft ist er leicht zu erhalten, lärmt und pocht aber ohne Unterlaß.

Kleid, in der Nautik, s. Segel.

Kleiderordnungen, die bereits im klassischen Altertum als Aufwandsgesetze und Luxusverbote vorkom-^[folgende Seite]