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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kleonymos; Kleopatra; Kleopatraschlange; Klephthen; Klepper; Klepsydra; Kleptomanie; Klerikal; Kleriker

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Kleonymos - Kleriker.

den Argeiern unterthan, bis sie in den Achäischen Bund trat. Trümmer finden sich noch bei Klenia am Longopotamo. In der Nähe südlich war der Berg Tretos, wohin der Mythus die Höhle des nemeischen Löwen verlegt.

Kleonymos, Sohn des spartan. Königs Kleomenes II., machte nach dem Tod seines Vaters (310 v. Chr.) Ansprüche auf die Königswürde, wurde aber, weil er für gewaltthätig und despotisch galt, vom Thron ausgeschlossen, der seinem Neffen Areus I. zufiel. Um ihn los zu werden, sandten ihn die Ephoren den Tarentinern gegen die Lukaner zu Hilfe. Er führte mit seinem in Tarent verstärkten Heer den Krieg glücklich, machte sich aber durch Erpressungen und sein sittenloses Leben Freunden und Feinden lästig. Er schmiedete darauf Pläne gegen Sizilien und Griechenland und eroberte, um einen Waffenplatz zu haben, um 303 Korkyra. Als die Tarentiner mit den Lukanern und Römern Frieden schlossen und sich mit andern Städten von ihm lossagten, unternahm er einen Rachezug gegen Unteritalien, wurde jedoch von den Römern genötigt, sich wieder einzuschiffen; nach der Brentamündung verschlagen, versuchte er eine Landung, erlitt aber eine große Niederlage und kehrte, fast aller Schiffe und Truppen beraubt, nach Korkyra und dann nach Sparta zurück (302). 293 zog er mit einem Heer nach Theben, wurde aber von Demetrios Poliorketes verjagt. Als ihm sein Weib Chelidonis um des jugendlichen Akrotatos, des Sohns des Königs Areus, willen untreu wurde, beredete er den König Pyrrhos von Epirus, einen Zug in den Peloponnes zu unternehmen, und erschien 272 als Feind vor seiner Vaterstadt; doch richteten sie nichts aus. Des K. wird fortan nicht mehr gedacht.

Kleopatra, die älteste Tochter des ägyptischen Königs Ptolemäos Auletes, wurde 51 v. Chr., 17 Jahre alt, durch das Testament desselben zur Mitregentin und Gemahlin ihres erst 13jährigen Bruders Ptolemäos XII. Dionysos bestimmt. An der Stelle des letztern übernahmen Pothinos, Achilles und Theodotos die Reichsverwaltung und vertrieben K. unter der Beschuldigung, daß sie ihren Bruder um die Krone zu bringen suchte (48). Sie sammelte hierauf ein Heer in Syrien, und Ptolemäos lagerte in der Nähe von Pelusion, um den Einfall der K. abzuwehren, als Cäsar nach Ägypten kam. Dieser forderte von K. und Ptolemäos Entlassung ihrer Heere und Unterwerfung unter seine Entscheidung. K. verkehrte zuerst durch Unterhändler mit ihm, erschien dann aber persönlich, indem sie sich vermummt und zur Nachtzeit in die königliche Burg von Alexandria bringen ließ. Mitleid und noch mehr die Macht ihrer Reize gewannen ihr alsbald Cäsars Gunst. Er erklärte sich für Aufrechthaltung des Testaments ihres Vaters, und nachdem Ptolemäos 47 im Krieg mit ihm umgekommen, übergab er ihr und ihrem noch unmündigen Bruder Ptolemäos XIII., mit dem sie sich vermählen sollte, die Regierung, welche sie in Wirklichkeit allein führte. Sie hielt Cäsar nach Beendigung des Kriegs noch mehrere Monate in Ägypten fest, bereitete ihm in Alexandria schwelgerische Feste und fuhr mit ihm auf einem Prachtschiff den Nil hinauf, um ihm die Wunder des Landes zu zeigen. Ein Sohn, den sie 47 gebar, wurde nach Cäsars Namen Cäsarion benannt, und 46 kam sie selbst nach Rom, wo sie in Cäsars Garten wohnte und unter die Freunde und Bundesgenossen des römischen Volkes aufgenommen wurde. In den Kriegen, welche nach Cäsars Tod ausbrachen, unterstützte sie namentlich Dolabella und rüstete nach dessen Tod für die Triumvirn. Gleichwohl beschied sie Antonius (41) zur Verantwortung nach Kilikien, weil ihr Statthalter von Cypern, Serapion, Cassius unterstützt hatte. Sie erschien, aber nicht in dem Aufzug einer Schuldigen, sondern als Göttin Aphrodite, um Dionysos zu besuchen. Sie wußte nun auch über Antonius eine völlige Herrschaft zu gewinnen und wurde die Hauptursache seines Unterganges, indem sie ihn in Schwelgerei und Unthätigkeit verstrickte. Antonius hielt sich mit wenigen Unterbrechungen im Orient, meist in Alexandria, auf und verfügte von hier aus nach Belieben über die Länder des Ostens, von denen er mehrere den Kindern der K. zum Geschenk machte. Nach der Schlacht bei Actium suchte sie auch Oktavian zu fesseln. Als ihr dies nicht gelang, endete sie, um nicht dem Triumph des Siegers zur Verherrlichung dienen zu müssen, ihr Leben durch Gift, das sie sich durch Anlegung einer Natter beibrachte (oder in einer Schmucknadel bewahrte). Vgl. Stahr, K. (2. Aufl., Berl. 1879).

Kleopatraschlange, s. Brillenschlange.

Klephthen (neugriech., "Räuber"), gewöhnliche Bezeichnung der kriegerischen Bergbewohner im nördlichen Griechenland, in Thessalien und Makedonien, welche sich, wie die Mainoten in Südgriechenland, der türkischen Herrschaft nie eigentlich unterwarfen, wohl aber unter eignen Kapitanis bald als Söldner den türkischen Paschas dienten, bald auf eigne Faust ein kriegerisches Räuberleben führten. Sie waren es hauptsächlich, welche 1821 die Revolution machten und aufrecht hielten. Um sich vor ihnen zu sichern, war die Pforte mit zahlreichen Klephthenhäuptlingen in Unterhandlung getreten und hatte ihnen für bestimmte Bezirke eine gewisse Autorität eingeräumt; in diesem Fall hießen die K. Armatolen (s. d.). Ein andrer Name der K., den sie sich selbst beilegten, war Palikaren ("starke Jünglinge"). Nach Errichtung des Königreichs Griechenland bestanden sie eine Zeitlang, im Gegensatz zu den regelmäßigen Truppen, in ihrer frühern albanesischen Tracht und Ausrüstung (lange Flinte, zwei Pistolen und langer Dolch) als unregelmäßige, rein nationale Kriegertruppe fort.

Klepper, im militärischen Sinn zum Dienst in der Truppe nicht geeigneter geringerer Schlag Pferde, welche früher bei der Mobilmachung den Nichtkombattanten und Beamten der preußischen Armee als Dienstpferde gestellt wurden.

Klepsydra (griech., auch Klepsyder), Wasseruhr (s. d.), enghalsig, mit durchlöchertem Boden, früher im Gebrauch, um die Dauer der gerichtlichen Reden zu bestimmen; elektrischer Klepsyder, s. Chronoskop.

Kleptomanie (griech.), Stehlsucht.

Klerikal (griech.), die Geistlichkeit, namentlich die katholische (Klerus), betreffend, ihr zugehörig, ihre Interessen vertretend, daher die Zentrumspartei auch als die klerikale Partei bezeichnet wird; Klerikalismus, die Gesamtheit derjenigen Bestrebungen, welche auf die Stärkung des Ansehens und des Einflusses der Kirche, namentlich der katholischen Kirche und ihres Oberhauptes, gerichtet sind; auch die extreme Parteirichtung, welche sich solche Aufgaben stellt; Klerikat (clericatus), der geistliche Stand.

Kleriker (lat. Clerici), die Geistlichen der katholischen Kirche, insofern sie den Laien oder Weltlichen entgegengesetzt sind; s. Klerus. Regulierte K. (clerici regulares) heißen die Glieder der durch Vereinigung von Priestern zum Klosterleben meist im