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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Klimatologie - Klinger.

sen klimatischer Kuren bei Lungenkrankheiten (Wien 1876); Brehmer, Die Ätiologie der chronischen Lungenschwindsucht (Berl. 1885); Fromm, Die klimatische Behandlung der Lungenschwindsucht (Braunschw. 1887); Jacubasch, Lungenschwindsucht und Höhenklima (Stuttg. 1887); Weber, Klimatotherapie (Leipz. 1880); Sigmund, Südliche klimatische Kurorte (3. Aufl., Wien 1875); Biermann, Klimatische Kurorte (Leipz. 1872); Reimer, Klimatische Sommerkurorte (Berl. 1877); Derselbe, Klimatische Winterkurorte (3. Aufl., das. 1881); Peters, Die klimatischen Winterkurorte Zentraleuropas und Italiens (Leipz. 1880); Meyr, Anleitung zur Wahl der klimatischen Kurorte (2. Aufl., Wien 1880); Gsell-Fels, Südfrankreich und die Kurorte der Riviera (Leipz. 1887); Derselbe, Die Bäder und klimatischen Kurorte der Schweiz (Zürich 1880) und Deutschlands (das. 1884); Feierabend, Die klimatischen Kurorte der Schweiz (Wien 1876): Michaelis, Die bayrischen Alpen als klimatische Kurorte (Dresd. 1875); Helfft-Thilenius, Handbuch der Balneotherapie (9. Aufl., Berl. 1882); Braun und Fromm, Systematisches Lehrbuch der Balneotherapie (5. Aufl., Braunschw. 1886; daraus die oben erwähnte Schrift von Fromm besonders abgedruckt); Lehmann, Bäder- und Brunnenlehre (Bonn 1877); Thilenius, Bäder-Almanach (3. Ausg., das, 1886); Örtel, Über Terrainkurorte (Leipz. 1886); Speziallitteratur bei den einzelnen Orten.

Klimatologie (griech.), Lehre von den klimatischen Verhältnissen, s. Klima.

Klimatotherapie (griech.), die Lehre von der Erhaltung der Gesundheit und der Behandlung von Krankheiten durch klimatische Verhältnisse. S. Klimatische Kurorte.

Klimax (griech., "Leiter"), s. Gradation.

Klimme, Pflanzengattung, s. Cissus.

Klimmend (scandens), s. Kletternd.

Klimowa, Flecken im russ. Gouv. Tschernigow, mit (1882) 5430 Einw., sämtlich Raskolniken, die sich mit Gartenbau, Bienenzucht und Fabrikation von Segeltuch, Wachs- und Talglichten etc. beschäftigen. K. wurde im Anfang des 18. Jahrh. von den Raskolniken gegründet und war, nachdem Peter I. die Sekte anerkannt, Sitz der obersten Verwaltung derselben.

Klimowitschi (poln. Klimowiz), Kreisstadt im russ. Gouvernement Mohilew, mit 2 Kirchen, 2 jüdischen Bethäusern und (1880) 3870 Einw.

Klin, Kreisstadt im russ. Gouvernement Moskau, an der Sestra (zur Wolga) und der Eisenbahn St. Petersburg-Moskau, mit 4 Kirchen und (1880) 6800 Einw., kam Ende des 15. Jahrh. an Moskau und ging später als Erbsitz an die Familie Romanow über; seit 1781 Kreisstadt. Der Kreis ist ein sehr industrieller und betreibt namentlich Baumwollspinnerei, Spiegelfabrikation, Lohgerberei etc.

Kling, in den Seestädten Hinterindiens und des Malaiischen Archipels Name der daselbst wohnenden Tamulen (daher klinganesische Sprache, s. v. w. Tamil oder Tamulisch); im weitern Sinn Bezeichnung für Leute aus Vorderindien überhaupt. Der Name geht wohl auf das altindische Reich Kalinga des Plinius zurück, das im Süden der Gangesmündung (in der Gegend des heutigen Orissa?) lag und in lebhafter Handelsverbindung mit den östlichen Inseln stand.

Klingemann, Ernst August Friedrich, dramat. Dichter, geb. 31. Aug. 1777 zu Braunschweig, studierte in Jena Rechtswissenschaften, hörte daneben aber auch Fichtes, Schellings und A. W. Schlegels Vorlesungen. Die Nähe Weimars entschied seine Vorliebe für die schöne Litteratur und das Theater. Seit 1813 widmete er sich ausschließlich der Bühne seiner Vaterstadt, deren Leitung er seit 1818 selbständig führte, und die sich durch ihn bald einen gewissen Ruf unter den Bühnen Deutschlands errang. Mit seiner Gattin, einer gewandten Schauspielerin, unternahm er auch mehrere Kunstreisen in Deutschland, deren Erlebnisse er in dem Werke "Kunst und Natur" (Braunschw. 1819, 2 Bde.) schilderte. 1830 zum Generaldirektor des Hoftheaters ernannt, starb er 25. Jan. 1831 in Braunschweig. Als dramatischer Dichter bekundete K. ein entschiedenes theatralisches Geschick für die Wahl der Stoffe und die Anordnung der Szene; Originalität und Phantasie gehen seinen Stücken ab, seine Sprache ist übertrieben derb. Als seine wirkungsvollsten Stücke sind zu bezeichnen: "Heinrich der Löwe", "Martin Luther", "Cromwell", "Deutsche Treue" und "Kolumbus". Am meisten Aufsehen machte sein oft gegebener "Faust" (1815), der sich als ein Zerrbild der Goetheschen Dichtung darstellt. Klingemanns Dramen erschienen gesammelt unter dem Titel: "Theater" (Stuttg. u. Tübing. 1809-1820, 3 Bde.) und "Dramatische Werke" (Braunschw. 1817-18, 2 Bde.). Äußerlich und flach wie seine Schauspiele waren auch seine einst beliebten Romane.

Klingen, Pflanze, s. Nasturtium.

Klingen (Clingen), Stadt im Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen, Unterherrschaft, an der Helbe, hat Tuffsteingruben u. Ornamentenfabriken, 4 Mahl- und 2 Ölmühlen, bedeutenden Zuckerrübensamenbau, eine Käsefabrik und (1885) 1121 evang. Einwohner.

Klingenberg, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Unterfranken, Bezirksamt Obernburg, am Main und an der Linie Aschaffenburg-Amorbach der Bayrischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, ein Schloß, eine Burgruine mit schöner Aussicht, wichtige Thongruben, Obst- und guten Weinbau (der rote Klingenberger war sonst hoch geschätzt) und (1885) 1013 meist kath. Einwohner.

Klingenthal, Flecken in der sächs. Kreishauptmannschaft Zwickau, Amtshauptmannschaft Auerbach, an der Zwotau und der Linie Zwota-K. der Sächsischen Staatsbahn, 576 m ü. M., hat ein Amtsgericht, eine Musikschule, bedeutende Fabrikation von Musikinstrumenten, Stickereifabriken und (1885) 4431 meist evang. Einwohner.

Klinger, Friedrich Maximilian von, deutscher Dichter der Sturm- und Drangperiode, geboren im Februar 1752 (nicht 1753) zu Frankfurt a. M., Sohn eines Stadtartilleristen, verlor früh seinen Vater, der die Seinigen in den dürftigsten Umständen zurückließ, half sich durch eignen Fleiß und Energie weiter und ging um 1772 nach Gießen, um. Jurisprudenz zu studieren. Viel eifriger als mit dieser beschäftigte er sich indes mit schöner Litteratur und gewann damals die Freundschaft Goethes, den er mit den beiden Stolberg 1775 auf der Reise nach Zürich begleitete und später auch in Weimar besuchte. Nachdem er 1776 acht Monate als Theaterdichter und Sekretär bei der Seilerschen Gesellschaft verweilt hatte, lebte er einige Zeit auf Reisen durch Deutschland, machte sodann als österreichischer Leutnant den bayrischen Erbfolgekrieg mit und ging 1780 in russische Dienste nach Petersburg. Er erhielt 1780 eine Offizierstelle und zugleich den Adelsrang, ward bald darauf Hofmeister bei dem Großfürsten Paul und begleitete denselben auf einer Reise durch fast ganz Europa. 1785 erhielt er die Direktion des adligen Kadetten-^[folgende Seite]