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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Knobelsdorff; Knoblauch; Knoblauchkröte; Knoblecher; Knoch; Knöchel; Knöchelspiel; Knöchelspielerin; Knochen

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Knobelsdorff - Knochen.

nesis (das., 2. Aufl. 1860), Exodus und Leviticus (das. 1858), Numeri, Deuteronomium und Josua (das. 1861); auch "Die Völkertafel der Genesis" (Gießen 1850).

Knobelsdorff, Georg Wenzeslaus von, Architekt, geb. 17. Febr. 1699 in der Lausitz, trat in preußische Kriegsdienste, nahm aber 1729 als Hauptmann seinen Abschied, um sich der Malerei und Baukunst zu widmen. Nachdem er 1736 Italien bereist hatte, wo er die antike Baukunst kennen lernte, trat er in die Dienste des damaligen Kronprinzen, nachmaligen Königs Friedrich II., und spielte im Rheinsberger Kreis eine bedeutende Rolle. Nach der Thronbesteigung Friedrichs II. machte er auf dessen Kosten 1740 eine Reise nach Frankreich und wurde dann Oberaufseher aller königlichen Gebäude sowie Geheimer Finanzrat. Er erbaute unter anderm das Schloß Sanssouci (in der Gartenfassade nach einer Skizze des Königs), das alte Opernhaus zu Berlin, den neuen Flügel des Schlosses zu Charlottenburg sowie den des Schlosses in Dessau und das Schloß zu Zerbst, verschönerte das Potsdamer Schloß, veränderte den dortigen Lustgarten und legte den Tiergarten zu Berlin an. Er starb 16. Sept. 1753 in Berlin. Als Maler hat er Bildnisse und namentlich Landschaften geliefert. Als Architekt war er der erste in Deutschland, welcher in dem Opernhaus zu den Formen der klassischen Baukunst zurückkehrte, während er in der Innendekoration das Rokoko mit Anmut zu behandeln wußte. Vgl. Friedrichs II. Lobrede auf K. in den "OEuvres ^[Œuvres] de Frédéric le Grand", Bd. 7; W. v. Knobelsdorff, Georg Wenz. v. K. (Berl. 1862).

Knoblauch, s. Lauch.

Knoblauch, 1) Eduard, Architekt, geb. 25. Sept. 1801 zu Berlin, machte 1828 sein Examen als Baumeister und ging dann mit Stüler auf Reisen. Berlin besitzt, namentlich in den westlichen Vorstadtstraßen, eine Reihe von Häusern, die er gebaut, und in denen sein feiner Geschmack sich offenbart. Die reinste Eleganz, in echt Schinkelschem Geist, zeigt das Haus der russischen Botschaft, Unter den Linden zu Berlin. Aber auch einfache Wohnhäuser, selbst Mietshäuser, verstand er künstlerisch zu gestalten. Knoblauchs Hauptwerk ist die neue Synagoge zu Berlin, vollendet 1866, in maurischem Stil, meisterhaft in der Gestaltung des Innenraums, in welchem die maurischen Formen auf das glücklichste mit der modernen Eisenkonstruktion in Einklang gesetzt sind, und in der kuppelgekrönten Fassade, die in Backsteinbau durchgeführt ist. K. hat außerdem zahlreiche Schlösser auf dem Land gebaut. Er war Begründer des Berliner Architektenvereins und starb als Baurat und Mitglied der Akademie 29. Mai 1865 in Berlin.

2) Karl Hermann, Physiker, geb. 11. April 1820 zu Berlin, trat nach Vollendung seiner Studien 1847 in Berlin als Privatdozent ein, wurde 1849 als außerordentlicher Professor nach Marburg berufen und ging 1854 als ordentlicher Professor nach Halle. Seit 1878 ist K. Präsident der Kaiserlich Leopoldinisch-Karolinischen Akademie deutscher Naturforscher. Knoblauchs Arbeiten beschäftigen sich fast ausschließlich mit den Erscheinungen der Wärmestrahlung; ihnen und den Arbeiten Mellonis verdanken wir hauptsächlich unsre genauere Kenntnis des Verhaltens der Wärmestrahlen und den Nachweis, daß dieselben von den Lichtstrahlen nicht verschieden sind.

Knoblauchkröte, s. Frösche, S. 752.

Knoblecher, Ignaz, Afrikareisender, geb. 6. Juli 1819 zu St. Kantian in Unterkrain, ward apostolischer Generalvikar für Innerafrika, residierte seit 1848 in Chartum und drang Ende 1849 auf dem Bahr el Abiad bis 4° 10' nördl. Br. vor. Die Ergebnisse dieser Reise veröffentlichte Klun zum Teil in "Reise auf dem Weißen Nil" (Laib. 1852). Die 1850 zurückgebrachten ethnographischen Sammlungen schenkte K. teils der Stadt Laibach, teils dem Naturalienkabinett in Wien. Er starb 13. April 1858 in Neapel.

Knoch, bei naturwissenschaftl. Namen für August Wilhelm Knoch, geb. 1742 zu Braunschweig, gest. 1818 daselbst als Professor der Physik; schrieb: "Beiträge zur Insektengeschichte" (Leipz. 1781-83, 3 Bde.); "Neue Beiträge zur Insektenkunde" (das. 1801).

Knöchel (Malleoli), bei höhern Wirbeltieren die beiden länglichen Knochenhügel, die am untern Ende des Unterschenkels seitlich hervorragen und einen Knochen des Fußes zu sicherer Einlenkung desselben am Schenkel umfassen (s. Tafel "Bänder des Menschen" und "Skelett des Menschen I"). Sie erschweren die Ausrenkung des Fußes; bricht ein K. ab, so geht der Fuß aus seiner Gelenkverbindung und erfordert sorgsame Behandlung.

Knöchelspiel, s. Würfel.

Knöchelspielerin, Name einer altgriechischen Marmorfigur, welche ein auf dem Boden sitzendes, mit Knöcheln (astragali, s. Würfel) spielendes Mädchen darstellt. Exemplare dieser wahrscheinlich auf die Zeit des Lysippos zurückgehenden Figur besitzen die Museen von Berlin, Dresden u. a.

Knochen (Beine, Ossa), harte, starre, schwere, gelblichweiße Körper, welche, untereinander zu dem Skelett (s. d.) verbunden, das Gerüst des Körpers der höhern Tiere darstellen. Sie werden ihrer Hauptmasse nach aus einem eigentümlichen Gewebe, dem Knochengewebe, gebildet, sind im gesunden Zustand unempfindlich und widerstehen der Fäulnis sehr lange, enthalten auch von allen Geweben des Körpers das wenigste Wasser und die meisten festen Bestandteile. Für den Chemiker bestehen sie 1) aus einer weichen, biegsamen organischen Substanz, dem sogen. Knochenknorpel, welcher die Grundlage des Knochens abgibt und die Gestalt desselben bedingt (man erhält ihn durch Behandlung des Knochens mit verdünnter Salzsäure; er macht etwa 30-37 Proz. des Knochengewichts aus und gibt beim Kochen den sogen. Knochenleim), und 2) aus der innig damit gemischten Knochenerde, welche den K. ihre Härte, Schwere und Starrheit verleiht (sie besteht hauptsächlich aus phosphorsaurem Kalk [84 Proz.], kohlensaurem Kalk, phosphorsaurer Magnesia, etwas Chlorcalcium und Fluorcalcium). Der Anatom unterscheidet am lebenden K. die Weichteile (Knochenhaut, Mark, Blutgefäße), welche durch Faulenlassen entfernt werden, und die eigentliche harte Knochenmasse; an letzterer wiederum die kompakte oder Rindensubstanz, welche sich an der Oberfläche (namentlich am Mittelstück langer Röhrenknochen) vorfindet, und die schwammige, spongiöse Substanz, welche aus feinen, netzförmig verbundenen Knochenbälkchen besteht und im Innern des Knochens liegt. Jene ist überall mit seinen Röhren von 0,03-0,12 mm mittlerer Weite durchsetzt, welche die Kapillarblutgefäße enthalten und als Gefäßkanälchen oder Haversische Kanälchen bezeichnet werden (H Fig. 1-3); die spongiöse Substanz hingegen enthält nur da Gefäßkanälchen, wo sie aus dickern Blättern und Balken besteht. Das Knochengewebe zwischen den Haversischen Kanälen besitzt einen deutlich geschichteten Bau (Knochenlamellen, L Fig. 1). Auf dünnen Schliffen bemerkt man ferner in der Substanz des Knochens