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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kokonor - Koks.

Kokonor, See, s. Kuku-Nor.

Kokos, doppelter, s. Lodoicea.

Kokosbutter, s. v. w. Kokosöl.

Kokoschütz, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, Kreis Rybnik, hat ein Schloß und (1885) 647 meist kath. Einwohner. Dabei das Wilhelmsbad mit eisenhaltiger Schwefelquelle.

Kokosfaser (Kokosbast, Koir), der braune, faserige Stoff, mit welchem die harte Schale der Kokosnüsse äußerlich umhüllt ist, und den man durch mehrmonatliches Einweichen in Wasser und darauf folgendes Klopfen, Wolfen oder Hecheln in grobe Fasern zerteilt. Die rohe K. hat eine Länge von 15-33 cm und eine maximale Dicke von 0,05-0,80 mm. Sie ist außerordentlich fest, widerstandsfähig im Wasser und schwimmt, selbst in dicke Taue gedreht, mit Leichtigkeit. Lufttrocken enthält sie 11,28, mit Wasserdampf gesättigt 18 Proz. Wasser. Völlig getrocknet liefert sie 1,49 Proz. Asche. Sie zählt zu den wichtigsten Pflanzenfasern, welche die europäische Industrie aus den warmen Ländern bezieht. Man benutzt sie zu Schnüren, Seilen, Schiffstauen, Teppichen, Bürsten, groben Pinseln, plüschartig gewebt zu Fußdecken, in neuester Zeit auch zu Maschinentreibriemen.

Kokosinseln, s. Keelingsinseln.

Kokosnuß, s. Cocos.

Kokosnüsse, Lissaboner, s. Attalea.

Kokosöl (Kokosnußöl, Kokosbutter, Kokostalg), aus den Früchten verschiedener Palmen, besonders der Kokospalme, gewonnenes Fett. Die Früchte enthalten davon 68 Proz., und zur Gewinnung desselben werden die Fruchtkerne aus der Schale herausgenommen, an der Sonne getrocknet oder in Wasser gekocht und dann gepreßt. Ein Teil der getrockneten Fruchtkerne (Kopra, Kopperah) wird auch zur weitern Verarbeitung nach Europa gebracht. Das K. ist weißlich, von Salbenkonsistenz, riecht eigentümlich nach flüchtigen, fetten Säuren, schmeckt mild, schmilzt bei 20-25° und erstarrt langsam bei 18°. War es einige Zeit auf 240° erhitzt, so bleibt es tagelang flüssig. Durch kalte Pressung gewinnt man übrigens ein schon bei 10° flüssiges Fett, welches in den Heimatsländern der Kokospalme als Genußmittel dient, aber nicht in den Handel kommt. K. löst sich in siedendem Alkohol, in Äther, flüchtigen und fetten Ölen, wird an der Luft leicht ranzig und läßt sich leicht verseifen; es besteht im wesentlichen aus den Glyceriden der Kocinsäure (wahrscheinlich ein Gemenge von Laurinsäure und Myristinsäure), Palmitinsäure und Kaprylsäure. Das K. wurde früher nur auf Ceylon, auf den Sundainseln, in Kotschinchina gewonnen, während es gegenwärtig zum größten Teil in Europa aus Kernen gepreßt wird, die aus Brasilien, Sydney, Bengalen, Ceylon, Siam zu uns kommen. In Indien benutzt man es seit alten Zeiten als Nahrungs- und Heilmittel, bei uns seit den letzten Dezennien zur Seifenfabrikation und zur Gewinnung fester, fetter Säuren für die Kerzenfabrikation (Stearinkerzen). Auch führt man das Gemisch der fetten Säuren in Äther über und erhält so eine Kognakessenz.

Kokospalme, Pflanzengattung, s. Cocos.

Kokospflaume, s. Chrysobalanus.

Kokotte (franz., in der Kindersprache "Hühnchen", in der ursprünglichen Bedeutung eine Art Kasserolle), französische Bezeichnung für eine elegante Buhlerin, in demselben Sinn wie Lorette (s. d.).

Koks (engl. Cokes, unrichtig Coaks, vielleicht v. lat. coquere, durch Feuer zubereiten, reif machen), aus Steinkohlen, seltener aus Braunkohlen dargestelltes, nicht flammendes Brennmaterial, welches ähnlich wie Holzkohle gewonnen wird, indem man die fossile Kohle bei Abschluß der Luft erhitzt. Hierbei entweichen (wie bei der Leuchtgasfabrikation) brennbare Gase und Dämpfe, und wenn die Steinkohlen Schwefelkies enthalten, so wird auch ein Teil des Schwefels ausgetrieben. Man erhält daher durch die Verkokung gleichmäßigeres Produkt von höherm Wärmeeffekt und größerer Reinheit (namentlich von Schwefel), welches bei der Verbrennung nicht erweicht, sich nicht aufbläht und ohne Entwickelung von Rauch und übelriechenden Dämpfen verbrennt. Aber man erreicht dies nur unter großem Verlust an Brennstoff (welcher z. B. für den Clevelanddistrikt auf den Wert von 1 Mill. Ton. Kohlen pro Jahr geschätzt wird), und es bleiben doch etwa 33 Proz. des Schwefels der Steinkohlen (als niedere Schwefelungsstufe des Eisens, als Schwefelcalcium etc.) in den K. zurück, selbst wenn, wie dies allgemein geschieht, die K. mit Wasser abgelöscht werden, wobei Schwefelverbindungen entweichen. Die zahlreichen Bemühungen, diesen Schwefelgehalt auf irgend eine Weise zu beseitigen, haben noch kein allgemein befriedigendes Resultat gegeben. Im allgemeinen entweichen beim Verkoken 30-32 Proz. flüssige Substanzen mit 19-22 Proz. brennbaren Gasen und Dämpfen.

Die Steinkohlen liefern, je nach ihrem Verhalten im Feuer, K. von verschiedener Beschaffenheit. Die Sandkohlen, welche beim Verbrennen zerfallen, hinterlassen K. in losen Stücken, während Sinterkohlen ein wenig zusammenhängendes und nur Backkohlen ein vollkommen zusammengeschmolzenes Produkt liefern. Man verkokt deshalb am häufigsten fette Back- und Sinterkohle, besonders Kohlenklein, welches zu Kesselfeuerungen wenig geeignet ist. In neuerer Zeit benutzt man auch magere Kohle, welche, passend zerkleinert, aufbereitet und mit backenden Beimengungen (fette Kohle, Pech) gemischt, unter hohem Druck in den passend konstruierten Koksöfen bei gesteigerter Boden- und Seitenerhitzung derselben etc. brauchbare K. (Mischkoks) liefert. Von großem Einfluß ist der Gehalt der Kohle an mineralischen Stoffen, welche sich in den K. konzentrieren, die Heizkraft herabstimmen, die Verkokung beeinträchtigen und den Rost verschlacken. Man verwendet nur Kohlen mit 5-8 Proz. mineralischen Bestandteilen direkt zur Koksbereitung; wenn aber die mineralischen Substanzen nicht einen wesentlichen Bestandteil der Kohlen bilden, sondern ihnen nur beigemengt sind (Schieferthon, Schwefelkies), sucht man sie durch Aufbereiten (Sortieren des Kohlenkleins mit direkter Verarbeitung auf Setzmaschinen oder nach vorheriger Zerkleinerung, oder Verwaschen auf Herden) möglichst zu entfernen. Enthielt die Kohle 12-24 Proz. Asche, so kann dieser Gehalt durch die Aufbereitung auf 5-8 Proz. herabgemindert werden. Der Aschengehalt der K. ist aber auch abhängig von der Leitung des Verkokungsprozesses, besonders von der Menge der dabei durch Luftzutritt vollständig verbrennenden Kohle. Dieser Luftzutritt beeinflußt auch wesentlich das Ausbringen, welches außerdem davon abhängig ist, ob noch Gase oder Dämpfe über schon gebildete glühende K. streichen. Diese entziehen nämlich den K. Kohlenstoff, während umgekehrt kohlenstoffreiche Gase und Dämpfe bei Berührung mit glühenden K. sich zersetzen und einen Teil ihres Kohlenstoffs auf die K. ablagern.

Von den Verkokungsapparaten zeichnet sich der Meiler durch seine Einfachheit, leichten Betrieb und Billigkeit aus; er wird wie der Holzkohlenmeiler erbaut, erhält aber in der Mitte eine gemauerte, durch