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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kolumbowurzel; Kolumbus

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Kolumbowurzel - Kolumbus.

(1882); Schumacher, Geschichte der Verfassung der Vereinigten Staaten von K. (in Sybels "Historischer Zeitschrift" 1875, Heft 2); Cadena, Anales diplomáticos de Colombia (Bogota 1878); Peralta, Costa Rica y Colombia de 1573 á 1881 (Par. 1886).

Kolumbowurzel, s. Jateorrhiza. ^[richtig: Jateorhiza.]

Kolumbus, Christoph (ital. Cristoforo Colombo, span. Christobal Colon, wie er selbst seinen Namen zeichnete), der Entdecker der Neuen Welt. Auf die Ehre, seine Geburtsstätte gewesen zu sein, haben zehn Städte Italiens Anspruch erhoben: Albisola, Bogliaso, Chiavara, Cogoleto, Nervi, Oneglia, Pradello, Quinto, Savona und Genua; aber K. bezeugt in seinem Testament zweimal, daß er in der letztern Stadt geboren sei. Nach einem alten Stammbaum soll er der Sohn eines Edelmanns, Domenico Colombo (gest. 1457), nach genuesischen Zeitgenossen und Annalisten aber eines Tuchwebers gewesen sein. Über sein Geburtsjahr ist viel gestritten worden. Nach der Aussage eines zeitgenössischen Geschichtschreibers soll er 1436, nach einer andern, von Peschel vertretenen Ansicht 1456 geboren sein; doch hat S. Ruge mit viel größerer Wahrscheinlichkeit 1446 als das Geburtsjahr des K. nachgewiesen. Es scheint, daß er anfangs das Handwerk seines Vaters, die Wollweberei, betrieb, daneben aber auch kleinere Seereisen unternahm. Da er bereits mit dem 14. Jahr auf die See ging, kann er nicht wohl die Universität Pavia besucht haben, wie einige annehmen. Seine ersten Reisen führten ihn nach der Levante, später ging er nach England; den Ozean scheint er erst 1477 kennen gelernt zu haben auf einer Reise, die ihn von Bristol aus 100 spanische Meilen über Thule (die Färöer) hinaus führte. Von England ging er nach Portugal, machte 1482 eine Fahrt nach Guinea (San Jorge de la Mina), verheiratete sich in Lissabon mit der Donna Felipa Muñiz-Perestrello, der Tochter eines edlen Italieners, der sich ebenfalls als Seemann ausgezeichnet hatte, und zog mit ihr nach der Insel Porto Santo, nordöstlich von Madeira, auf das Besitztum ihres Vaters, wo er dessen auf das Seewesen bezügliche Karten und hinterlassene Papiere kennen lernte und aus ihnen die ersten dunkeln Nachrichten von Inseln und Ländern im westlichen Meer empfing. Hier erfuhr K. von solchen Seeleuten, welche häufig die Meere jenseit Madeira und der Azoren befahren hatten, mancherlei über die Nähe der westlichen Gestade. Ein geschnitztes Holz, Stämme fremdartiger Fichten, mächtiges Schilfrohr, zwei Leichen einer unbekannten Menschenrasse waren von Westen her angeschwemmt worden. Alles das unterstützte die Ansichten des Aristoteles, Seneca und Plinius, welche behaupteten, man könne von Cadiz aus in wenigen Tagen nach Indien reisen, und die Berichte Marco Polos und Mandevilles, welche die von Ptolemäos als die östlichsten bezeichneten Regionen weit überschritten hatten. So reifte in K. der Gedanke an die Möglichkeit, einen andern Weg als den um die Südspitze Afrikas nach Japan (Zipangu) und China, den fabelhaften Ländern des Ostens, aufzufinden, ein Gedanke, den freilich schon andre vor ihm, insbesondere der Italiener Toscanelli, gehegt und befürwortet hatten. Wahrscheinlich im J. 1483 trat K. zuerst mit seinem Plan hervor. Er wandte sich an den unternehmenden König Johann II. von Portugal, dem er in einer Audienz seinen Plan entwickelte. Der König forderte darüber das Gutachten einer gelehrten Kommission ein, welche aber das ganze Projekt für eitel Träumerei erklärte. Nur der Deutsche Martin Behaim, welcher sich damals in Lissabon befand, stimmte demselben bei. Als kurz darauf die Gemahlin des K. starb, verließ dieser 1484 Portugal für immer und begab sich nach Spanien, wo er anfangs keinen günstigen Boden fand. Erst nachdem er 20. Jan. 1486 eine Audienz bei der Königin Isabella erlangt hatte und in das königliche Gefolge aufgenommen worden war, wurde sein Projekt der Universität zu Salamanca zur Prüfung überwiesen. Dort fand sich aber nur einer, der sich des kühnen Plans annahm, und K. wurde auf eine günstigere Zeit nach Beendigung des Kriegs gegen Granada vertröstet.

Im J. 1491 entschloß sich K. endlich, das Land zu verlassen, das ihn seit 7 Jahren in peinlicher Muße hingehalten hatte, und Frankreich aufzusuchen. Auf seinem Weg nach Huelva, wo er sich einschiffen wollte, kam K. mit seinem Sohn Diego an der Hand zum Kloster La Rabida am Meer, wo er, von Kummer gebeugt und von Hunger erschöpft, für sich und seinen Knaben Brot und Wasser erbat. Der Mönch Juan Perez de Marchena, Beichtvater der Königin, im Verein mit dem Arzt Garcia Hernandez hören die Pläne des K., halten ihn zurück, und der Pater bewirkt bei der Königin, daß K. drei Schiffe erhalten solle und an den Hof zurückberufen wird. Mit der Eroberung von Granada im Januar 1492 fiel nun auch die letzte maurische Stadt, und der Weg für K. schien geebnet. Aber neue Schwierigkeiten entstanden durch die ungemein hohen Forderungen, welche K. für den Fall des Gelingens seines Unternehmens für sich und seine Nachkommen stellte, nämlich: Erhebung in den Adelstand; die Würde eines atlantischen Admirals mit dem Genuß aller Vorrechte der Almiranten von Kastilien, welche im Rang nur den Kronfeldherren (Condestables) nachstanden; Macht und Titel eines Vizekönigs in den entdeckten Ländern, mit dem Recht, für alle Ämter der künftigen Herrschaften drei Bewerber vorzuschlagen; den Zehnten der Kroneinkünfte aus den Entdeckungen; endlich nach Belieben ein Achtelsanteil an dem Kronbetrieb der etwanigen Handelsmonopole. Da man hierauf nicht einging, so griff K. wieder zum Wanderstab, um über Cordova nach Frankreich zu gehen, wo, wie er behauptete, man ihm glänzende, sichere Versprechungen gemacht hatte. Aber durch den Kardinal Mendoza und den Schatzmeister Sant Angel überredet, entsandte die Königin einen Eilboten, der K. noch vor Santa Fé einholte. Die Kapitulation mit der Krone ward 17. April unterzeichnet, und schon 23. Mai befand sich K. in Palos. Hier wurden binnen zehn Tagen zwei Karavellen ausgerüstet; ein drittes kleines Fahrzeug mußte gemietet werden. Hier warb auch K. seine Begleiter, unter denen namentlich die drei Brüder Martin Alonso, Vicente Yanez und Francisco Martin Pinzon, aus einer der reichsten Familien zu Palos, zu nennen sind. Am 3. Aug. 1492 segelte K. von Palos ab. Das größte, mit einem Verdeck versehene der drei Schiffe, Santa Maria, wurde das Admiralschiff; die beiden andern, Pinta und Nina, hatten nur am Vorder- und Hinterteil erhöhte Verdecke und wurden von den Brüdern Pinzon befehligt. Es befanden sich im ganzen 120 Personen auf den Schiffen, die königlichen Beamten, welche die Fahrt begleiten mußten, eingeschlossen. K. nahm seinen Lauf in südwestlicher Richtung nach den Kanarischen Inseln, um unter dem Parallelkreis dieser Eilande westwärts über Antilia und Zipangu nach Indien zu segeln. Eine Beschädigung des Steuers der Pinta hielt ihn vier Wochen im Hafen von Gomera fest, und erst 6. Sept. konnte die Fahrt fortgesetzt werden. Am 13. Sept. beobachtete K. zuerst die Deklination der Magnetnadel, ein denk-^[folgende Seite]