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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Könige, Bücher der; Königgrätz

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Könige, Bücher der - Königgrätz.

offizieren in Pola gestiftete Denkmal des Kaisers Maximilian von Mexiko, vier Gipsreliefs, die vier Teile der Symphonie darstellend, das Liebesgeheimnis (1884, Marmorgruppe) und dekorative Reliefs für die Hofmuseen und das Burgtheater in Wien. Noch umfangreicher sind seine Entwürfe für Brunnendekorationen und das Kunstgewerbe, von denen die beiden allegorischen Gruppen: Wasser und Wein eines großen Tafelaufsatzes für den Kaiser, Amor als Briefträger, Venus und Amor, Pan mit dem Bacchusknaben, Euterpe, die einen Knaben im Flötenspiel unterrichtet, die Erziehung des Amor in acht Gruppen, Viktoria auf einer Weltkugel, Austria u. der Friede für einen Tafelaufsatz die bedeutendsten sind.

11) Franz Joseph, Agrikulturchemiker, geb. 15. Nov. 1843 zu Lavefum in Westfalen, studierte seit 1864 zu München Mathematik und Naturwissenschaft, dann in Göttingen hauptsächlich Chemie, ging Ende 1867 als Assistent an die agrikulturchemische Versuchsstation zu Altmorschen und übernahm 1870 die Leitung der neu zu gründenden Versuchsstation zu Münster in Westfalen. 1881 wurde er zum Professor ernannt. K. hat sich namentlich um die Lehre von den Nahrungsmitteln große Verdienste erworben, und seine "Chemie der menschlichen Nahrungs- und Genußmittel" (3. Aufl. 1887, 2 Bde.) gilt als Hauptwerk auf diesem Gebiet. Außerdem schrieb er: "Zusammensetzung und Verdaulichkeit der Futtermittel" (mit Th. Dietrich, 2. Aufl., Berl. 1887); "Die Verunreinigung der Flüsse" (preisgekrönt von der ersten allgemeinen deutschen Ausstellung für Hygieine und Rettungswesen); ferner: "Der Kreislauf des Stickstoffs und seine Bedeutung für die Landwirtschaft" (preisgekrönt von dem Landwirtschaftlichen Zentralverein für die Mark Brandenburg) und "Bestand und Einrichtungen der Untersuchungsämter für Nahrungs- und Genußmittel" (das. 1882).

12) Eva, die Gattin von Gotth. Ephr. Lessing (s. d.).

Könige, Bücher der, bildeten im hebräischen Kanon ein Ganzes, erscheinen aber in der Septuaginta und Vulgata in zwei Teile zerlegt. Die B. d. K. enthalten die Geschichte des Volkes Israel von Davids letztem Lebensjahr an und sind auf Grundlage der Reichsannalen und andrer Quellen nach den Forderungen eines bestimmt hervortretenden religiösen Geschichtspragmatismus wahrscheinlich gegen Ende des Exils, bis in dessen Mitte ihr Bericht reicht, abgefaßt. Kommentare lieferten Keil (2. Aufl., Leipz. 1876), Thenius (2. Aufl., das. 1873) und Bähr (Bielef. 1868).

Königgrätz (tschech. Hradec Králové, "Königinburg"), Stadt im östlichen Böhmen, an der Mündung der Adler in die Elbe, an der Österreichischen Nordwest-, der Pardubitz-Reichenberger und der Lokalbahn K.-Wostromierz gelegen, hat eine gotische Kathedrale, eine bischöfliche Residenz, ein Rathaus mit städtischem Museum, ein Theater, ein Schulgebäude, hübsche Promenaden und (1880) mit der Garnison 8166 Einw. Von industriellen Etablissements befinden sich in der Stadt selbst eine vorteilhaft bekannte Metallmusikinstrumentenfabrik, eine Klavier-, eine Harmoniumfabrik und eine Bierbrauerei, in der nächsten Umgebung eine Zucker- und eine Maschinenfabrik. K. ist Sitz eines Bischofs, eines Domkapitels und bischöflichen Konsistoriums, einer Bezirkshauptmannschaft, eines Kreisgerichts, eines Hauptsteueramtes, hat ein Staatsobergymnasium, eine Lehrerbildungsanstalt, eine städtische Oberrealschule, eine Fachschule für Kunstschlosserei, ein theologische Diözesanlehranstalt, eine Bibliothek und ein Taubstummeninstitut; es besitzt ferner eine Gasanstalt, eine Wasserleitung und eine Sparkasse. Die Stadt war bis vor wenigen Jahren Festung. Als Vorstädte von K. gelten: Kuklena (3794 Einw.), Neu-Königgrätz (2266 Einw.), Pauchow (870 Einw.), Schlesische Vorstadt (619 Einw.). - K. war schon um 1062 befestigt und wurde 1362 der Königin Elisabeth als Witwensitz zugeteilt, von welcher Zeit an der Ort den Namen K. statt des bisherigen Hradec (Grätz) erhielt. K. litt viel im Hussitenkrieg (1424 wurde Ziska hier begraben) sowie auch im Dreißigjährigen und Siebenjährigen Krieg. Die jetzigen Festungswerke stammen aus den Jahren 1780-89.

Nach K. wird in der preußischen Kriegsgeschichte die entscheidende Schlacht des Preußisch-deutschen Kriegs (s. d.) 3. Juli 1866 benannt, welche vielfach auch als die von Sadowa bezeichnet wird, mit Unrecht, da bei diesem Dorf weder das Hauptquartier des Siegers war, noch die Entscheidung fiel. Eher könnte Chlum Anspruch darauf erheben, die Schlacht mit seinem Namen zu bezeichnen. Von Anfang an war es die Absicht des österreichischen Hauptquartiers gewesen, die Armee an der obern Elbe auf dem Plateau von Dubenetz zur Entscheidungsschlacht zu konzentrieren, und als die Preußen, ehe diese Bewegung vollendet war, über die Grenzpässe in Böhmen eindrangen, waren ihnen zur Deckung der Konzentrierung nur einzelne Armeekorps entgegengeworfen worden, welche in den glänzenden Gefechten der letzten Junitage besiegt, teilweise aufgerieben wurden. Benedek mußte daher die Armee, welche bereits geschwächt, erschüttert und zur Initiative unfähig war, 1. Juli weiter rückwärts in eine Stellung bei K. führen, welche für die Verteidigung gut gewählt war. Zwischen dem rechten Ufer der Elbe und der Bistritz zu beiden Seiten der Straße von Horsitz nach K. erhebt sich das Terrain stufenförmig in zahlreichen Hügeln, welche durch flache, mit Gehölz und Dörfern besetzte Mulden getrennt werden und bei Chlum, von wo die ganze Gegend übersehen werden kann, ihre höchste Höhe erreichen. Die Artillerie hatte vortreffliche Positionen (überdies waren die Distanzen genau bezeichnet worden), die Infanterie gute Deckungen, welche noch durch Verhaue gesichert waren. Doch war die Aufstellung der Österreicher von Sadowa auf beiden Flügeln bis zur Elbe bei Trotina und Kuklena so weit zurückgebogen, daß sie eine feindliche Umfassung der Flanken erleichterte; auch war es ein Nachteil, daß die Elbe im Rücken war. Im Zentrum bei Lipa standen das 3. und 10., in der Reserve das 1. und 6. Korps; die zurückgebogenen Flügel bildeten rechts das 4. und 2., links die Sachsen und das 8. Korps; im ganzen 220,000 Mann mit 500 Geschützen. So erwartete Benedek vom 1. Juli ab den feindlichen Angriff, obwohl er so sehr alles Vertrauen zu sich und der Armee verloren hatte, daß er am 2. den Kaiser telegraphisch bat, noch vor der unvermeidlichen Katastrophe um jeden Preis Frieden zu schließen. Auf preußischer Seite standen die erste Armee (2., 3., 4. Korps) in Horsitz, die Elbarmee (7. und 8. Korps) bei Smidar, die zweite (Garde, 1., 5. und 6. Korps) bei Königinhof, im ganzen 240,000 Mann. Man erwartete, den Feind, wenn überhaupt, erst jenseit der Elbe zu einer Entscheidungsschlacht bereit zu finden. König Wilhelm, welcher 2. Juli in Gitschin eingetroffen war und den Oberbefehl übernommen hatte, befahl deshalb nach einer Unterredung mit dem Prinzen Friedrich Karl, daß den stark angestrengten Truppen ein paar Ruhetage gegönnt würden, und beschloß, sich selbst für den 3. Juli nach Königinhof zum Kronprinzen zu begeben. Als aber im Lauf