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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Königin Maria-Hütte - Königsberg.

Der Mongoleneinfall 1241; dagegen Schwammel, Über die angebliche Mongolenniederlage bei Olmütz, in "Sitzungsberichte der königlichen Akademie der Wissenschaften" 1860, Bd. 33). Das vierte Gedicht schildert den Sieg über Vlaslaw, von welchem der Chronist Kosmas berichtet, das fünfte ein altböhmisches Turnier; das sechste feiert den Sieg der heidnischen Häuptlinge Zaboj und Slavoj über einen christlichen Feldherrn Lüdek (Ludwig?) angeblich 805. Der Rest besteht aus kleinern Liedern im Volkston ohne besondere Aufschriften. Die Echtheit der K. H. ist ebenso eifrig angefochten wie verteidigt worden. Unter den slawischen Linguisten äußerte zuerst Kopitar vielfache Bedenken; in neuerer Zeit haben Feifalik ("Die K. H.", Wien 1860), Büdinger (in Sybels "Historischer Zeitschrift" 1859 und "Die K. H. und ihre neuesten Verteidiger", Leipz. 1859), Wattenbach (in genannter Zeitschrift 1863), Vasek (1879), Schembera (Wien 1882 u. 1886) sowie die Professoren der böhmischen Universität Gebauer, Massaryk und Goll (in der Prager Zeitschrift "Ateneum") gegen ihre Echtheit gewichtige und begründete Anklagen erhoben. Umständliche Verteidigungen lieferten außer Palacky (s. oben) Nebesky ("Rukopis Kralodvorský", Prag 1853), die Gebrüder Jirecek (1862 u. 1878), Hattala (1871), Brandl (1879, 1880) u. a.

Königin Maria-Hütte, s. Kainsdorf.

Königinmetall, s. Britanniametall.

Königin Pélés Haar, fadenförmige Obsidiangebilde.

König Karls-Land, s. Gillisland.

Königlich Schmelz, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Königsberg, Kreis Memel, an der Mündung der Schmelz und des König Wilhelms-Kanals in das Kurische Haff, hat Sägemühlen, Holzhandel, Schiffahrt, Neunaugenfang und (1885) 3885 meist evang. Einwohner, wovon etwa die Hälfte Litauer sind.

Koniglobus, s. Globus, S. 436.

König Oskar-Land, s. Franz Joseph-Land.

König Otto-Bad, s. Wiesau.

Königreich, das von einem König (s. d.) beherrschte Staatsgebiet.

Königs-Au (dän. Kongs-Aa), Fluß auf der Grenze zwischen Schleswig-Holstein und Jütland, fließt von NO. nach SW. und mündet nach 75 km langem Lauf in die Nordsee.

Königsbann, ehedem Bezeichnung für die königliche Regierungsgewalt überhaupt, namentlich für die königliche oder die vom König übertragene höhere Gerichtsbarkeit. S. Bann.

Königsberg, 1) K. in Preußen (poln. Krolewiec, lat. Regiomontum; hierzu der Stadtplan), befestigte Hauptstadt der preuß. Provinz Ostpreußen u. des Regierungsbezirks gleichen Namens, Krönungs- und dritte Residenzstadt der Monarchie, liegt unter 54° 42' nördl. Br. und 20° 29' östl. L. v. Gr., 4,8 m ü. M., zu beiden Seiten des Pregels, 7,5 km vor seiner Mündung in das Frische Haff und im Knotenpunkt der Linien Seepothen-Eydtkuhnen, K.-Kranz und K.-Labiau der Preußischen Staats- und Pillau-Prostken der Ostpreußischen Südbahn, auf hügeligem Boden und besteht aus den drei Hauptteilen: Altstadt (um die alte Burg im 13. Jahrh. entstanden), Löbenicht und Kneiphof (Insel). Zu jedem dieser Teile gehören Vorstädte (die ältesten im N.: Steindamm, altes Fischerdorf, wo die älteste Kirche, St. Niklas, steht, und Tragheim; auf dem Südufer: St. Anton oder Vordere Vorstadt, St. Georg oder Hintere Vorstadt, Haberberg etc.), welche seit der Vereinigung jener drei Städte (1724) zum Weichbild gezogen wurden. Das Ganze hat jetzt einen Umfang von etwa 15 km. Der Pregel durchströmt die Stadt von O. nach W. in zwei Armen (Alter und Neuer Pregel), welche unterhalb der Grünen Brücke sich vereinigen. Wo er in die Stadt eintritt, liegt der sogen. Litauer, wo er aus derselben austritt, der sogen. Holländer Baum, die ehemaligen städtischen Zollgrenzen. Seine größte Breite innerhalb der Stadt beträgt 82-85 m. Die Stadt trägt einen modernen Charakter. Das Mittelalterliche ist bis auf einen Flügel des Schlosses, einen Fortifikationsturm der Altstadt und die Kathedrale der ehemaligen Bischöfe des Samlandes gänzlich geschwunden. Unter den Distrikten, in welche das heutige K. geteilt ist, sind die auf dem rechten Pregelufer die vornehmsten. Sie bestehen aus den ältesten Stadtteilen, welche mit den auf dem linken Flußufer gelegenen und mit der Kneiphofinsel durch sieben Fahrbrücken und die neue Eisenbahnbrücke (eiserne Gitterbrücke) verbunden sind. Die Altstadt zeigt trotz der engen Bauart eine regelmäßige Anlage: eine Langgasse mit ihren Parallelen, von Querstraßen durchschnitten. Geräumiger und stattlicher zeigt sich in gleicher Anlage der Kneiphof, dessen Langgasse sich bis vor kurzem noch als Sitz des einstigen Großbürgertums oder der reichen Kauf- und Handelsherren der vorigen Jahrhunderte darstellte. Die Löbenichtsche Langgasse, einst Sitz der reichen Großbürger der Malzbräuerzunft, besteht jetzt fast nur aus Wohngebäuden. Das einstige Rathaus am Altstädtischen Markt ist noch als ein der Stadt gehöriges Gebäude vorhanden und wird zu verschiedenen öffentlichen und privaten Zwecken benutzt. Das früher Löbenichtsche Rathaus ist schon längst in Privatbesitz übergegangen und umgebaut. Das Kneiphofsche Rathaus in der Brotbänkenstraße (1695 umgebaut), ist jetzt Amtslokal des Magistrats, in dem danebenliegenden Kneiphöfschen Junkerhof befindet sich der Sitzungssaal der Stadtverordneten. Der Altstädtische Junkerhof wurde 1875 zu Läden umgebaut. Von den mittelalterlichen "Artushöfen" hat sich keine Spur erhalten. Unter den sieben Marktplätzen hat einzig der Markt der Altstadt noch altertümliches Aussehen.

Das hervorragendste Gebäude der Altstadt ist das königliche Schloß, ein längliches Viereck, 104 m lang und 66,8 m breit, 1255 im Bau begonnen (s. unten, Geschichte), später Sitz der Hochmeister des Deutschen Ordens und seit 1525 Residenz der Herzöge von Preußen. Die Nordseite rührt noch aus der Ordenszeit her, das übrige ist im 16. und 18. Jahrh. angebaut. Auf dem Westflügel befinden sich die Schloßkirche (1592 erbaut), in welcher sich Friedrich I. 1701 und König Wilhelm I. (18. Okt. 1861) die Königskrone aufsetzten, und der mächtige, zu allen großen Festen benutzte sogen. Moskowitersaal (83 m lang, 17,9 m breit und 6 m hoch), auf den dieser Name wahrscheinlich von einem Gemach übertragen ist, in welchem die moskowitischen Gesandten aufgenommen wurden, die sich 1516 hier befanden, als der Hochmeister Markgraf Albrecht ein Bündnis mit dem Großfürsten Wasilij gegen den König von Polen einging. Unter Friedrich I. erhielt das Schloß den prächtigen, von Schlüter 1708-12 erbauten Pavillon, vor dem die Statue des genannten Königs (ebenfalls von Schlüter) steht. Auf dem Ostflügel ist das große

^[Abb.: Wappen von Königsberg i. Pr.]