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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Königsblau - Königsgrün.

2) K. in der Neumark, Kreisstadt im preuß. Regierungsbezirk Frankfurt, ehemals Hauptort der Neumark, an der Röhrike und der Linie Breslau-Stettin der Preußischen Staatsbahn, 19 m ü. M., hat eine gotische Kirche aus dem 13. Jahrh., ein gotisches Rathaus, ein Gymnasium, ein Schullehrerseminar, eine Präparandenanstalt, 2 Hospitäler, ein Amtsgericht, ein Warendepot der Reichsbank, Filzwaren- und Peitschenfabrikation und (1885) 5958 meist evang. Einwohner. - 3) K. in Franken, Stadt im Herzogtum Koburg (Exklave im bayr. Regierungsbezirk Unterfranken), hat 2 Kirchen, eine Burgruine mit schöner Aussicht, ein Amtsgericht, eine Maskenfabrik, Wein- und vortrefflichen Obstbau und (1885) 924 evang. Einwohner. K. ist Geburtsort des Astronomen Johann Müller, genannt Regiomontanus, dem daselbst ein Denkmal gesetzt ist. - 4) Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Falkenau, an der Eger und der Prag-Egerer Eisenbahn, hat eine schöne Pfarrkirche, Reste einer 1634 von den Schweden zerstörten Burg, Baumwollweberei, Alizarinfabrikation, Kunsttischlerei, Braunkohlenbergbau, Viehmärkte, eine Tischlerschule und (1880) 4041 Einw. Nahe dabei die Baumwollspinnerei und -Weberei Liebauthal. - 5) (tschech. Klimkovice) Stadt in Österreichisch-Schlesien, Bezirkshauptmannschaft Troppau, mit Schloß, (1880) 1366 Einw., Samtband- und Likörfabrikation und Bezirksgericht. - 6) (ungar. Ujbánya) Bergstadt im ungar. Komitat Bars, zwischen kahlen Bergen, unweit der Gran, mit 2 kath. Kirchen, (1881) 4190 Einw. (Slawen und Ungarn), ehemals ergiebigem Bergbau auf Gold, Silber und Kupfer, einer Mühlstein- und Glasfabrik und einer Gewerbeschule.

Königsblau, jede hochblaue Farbe, besonders ein in Rot fallendes Blau, auch gewisse Sorten Schmalte, Kobaltblau und Berliner Blau. Die Bezeichnung rührt von den blauen Uniformen und Livreen her, welche die Leibgardisten und Hofbeamten der französischen Könige seit Ludwig XIV. trugen.

Königsboden (Fundus regius) in Siebenbürgen, Bezeichnung für das siebenbürgische Sachsenland, welches bis zum Jahr 1876 eine autonome Stellung einnahm, dieselbe jedoch infolge der Vereinigung des Landes mit Ungarn und durch die neue politische Einteilung in Komitate verlor.

Königsborn, Ort mit großer Saline im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Hamm, bei Unna und an der Linie Welver-Dortmund der Preußischen Staatsbahn, hat ein Steinkohlen- und Salzsolbergwerk mit Tiefbauanlage, 6 Gradierhäusern und 59 Pfannen (jährliche Ausbeute 60,000 Doppelzentner Salz) und (1885) 468 Einw. Mit der Saline sind ein Solbad und eine Kinderheilanstalt verbunden. Vgl. Liese, K. als Kurort (Arnsb. 1874).

Königsbrief, Urkunde über eine königliche Verleihung, Dispenserteilung, Standeserhöhung u. dgl. Vgl. Bohnenfest.

Königsbronn, Pfarrdorf im württemberg. Jagstkreis, Oberamt Heidenheim, am Ursprung der Brenz und an der Linie Aalen-Ulm der Württembergischen Staatsbahn, hat ein königliches Eisenwerk, eine chemische Fabrik, eine Dampfziegelei, Bierbrauerei und (1885) 1204 meist evang. Einwohner.

Königsbrück, Stadt und Hauptort der gleichnamigen Standesherrschaft sowie klimatischer Kurort in der sächs. Kreishauptmannschaft Bautzen, Amtshauptmannschaft Kamenz, im romantischen Pulsnitzthal und an der Linie Klotzsche-K. der Sächsischen Staatsbahn, 180 m ü. M., hat eine evang. Kirche, ein Schloß mit schönem Park, ein Kurhaus mit Bad, ein Amtsgericht, bedeutende Töpferei, ein großes Emaillierwerk, Granitsteinindustrie und (1885) 2114 meist evang. Einwohner. Im 13. Jahrh. war K. Sitz der Grafen von Dohna. In der Nähe der Keulenberg (Augustusberg) mit einem Obelisken zum Andenken an den König Friedrich August II.

Königschina, s. Chinarinden.

Königsdorf-Jastrzemb, Bade- und Luftkurort, zum Dorf Ober-Jastrzemb im preuß. Regierungsbezirk Oppeln, Kreis Rybnik, gehörig, 12 km südöstlich von Loslau, an der Linie Ratibor-Leobschütz der Preußischen Staatsbahn, hat jod- und bromhaltige Kochsalzquellen und gute Badeeinrichtungen. Vgl. Faupel, Die jod- und bromhaltige Kochsalzwasserquelle in K. (Bresl. 1867); Weissenberg, Das jod- und bromhaltige Solbad K. (Berl. 1879).

Königseck (tschech. Kumzák), Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Neuhaus, mit (1880) 2415 Einwohnern.

Königsee, 1) Stadt im Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt (Oberherrschaft), an der Rinne und am Fuß des Thüringer Waldes, 348 m ü. M., hat eine schöne Kirche im gotischen Stil, ein Landratsamt, ein Amtsgericht, eine Superintendentur, Porzellanerdegruben, eine große Kunstfärberei, Bleiweiß-, Schlauch- Feuereimer-, Strohhut-, Gips- und Maschinenfabrikation, bedeutende Schuhmacherei, Gerberei, eine Dampfschneidemühle, Brauerei und (1885) 2827 evang. Einwohner. Der Bergbau auf Kupfer und Kobalt hat aufgehört, ebenso der Handel mit den als "Königseer Waren" bekannten Medikamenten (Balsam, Tropfen etc.). - 2) See, s. Königssee.

Königsegg, Standesherrschaft der gräflichen Familie gleichen Namens in den Oberämtern Biberach, Saulgau und Waldsee des württemberg. Donaukreises, mit dem Hauptort Aulendorf, einem Dorf, Knotenpunkt der Linien Bretten-Friedrichshafen und Herbertingen-Isny der Württembergischen Staatsbahn, mit prächtigem Schloß und (1885) 1642 meist kath. Einwohnern.

Königsfarn, s. Osmunda.

Königsfelden, ehemalige Abtei im schweizer. Kanton Aargau, wurde 1310 von der Königin Elisabeth an der Stelle erbaut, wo König Albrecht I. ermordet worden, 1528 jedoch durch die Berner Regierung aufgehoben und dient jetzt, durch Neubauten wesentlich erweitert, als Kantonal-Irrenheilanstalt sowie als Asyl für Gemütskranke und gebrechliche Leute. Die Kirche ist namentlich durch die unvergleichlichen Glasgemälde ihrer elf schlanken Fenster (um 1360 ausgeführt) berühmt. Vgl. Liebenau, Geschichte des Klosters K. (Luzern 1868); Derselbe und Lübke in den "Denkmälern des Hauses Habsburg in der Schweiz" (Zürich 1867-71); Brunner, Königsfeldens Schicksale, aus seinem Urkundenschatz (Aarau 1875).

Königsfischer, s. v. w. Eisvogel.

Königsfriede, s. Landfriede.

Königsgeier, s. Kondor.

Königsgelb, s. v. w. Auripigment, Chromgelb, Mineralgelb.

Königsgrün, s. v. w. Schweinfurter Grün.