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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Korrespondenzblatt zum neunten Band.

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Goethe Gulden 233969 = 401090 Mark

Goethes Erben Gulden 270944 = 464474 "

Gesamthonorar: Gulden 504913 = 865564 Mark.

Nach Weltrichs Angaben betrug die Summe nur 456,000 Mk. Der Irrtum ist veranlaßt durch den dem Briefwechsel zwischen Schiller und Cotta beigefügten Auszug des Goetheschen Honorarkontos, welches mit dem Todesjahr des Dichters abschließt. Soviel uns bekannt wurde, ist die Summe, welche Goethes Erben als Honorar für die Werke Goethes empfingen, noch nie zur öffentlichen Kenntnis gekommen, und es wird deshalb diese Notiz in litterarischen Kreisen Interesse erregen.

E. v. Bülow in B. Die Sache ist keineswegs übersehen, da über die sogen. Arbeiterkolonien im Artikel "Armenkolonien" zutreffende Mitteilungen gemacht worden sind. Nachdem Pastor v. Bodelschwingh, wie dort erwähnt, in Wilhelmsdorf die erste derartige Kolonie gegründet hatte, entstanden 1883 die Kolonien Kästorf bei Gifhorn, Rickling bei Kiel, Friedrichswille in der Provinz Brandenburg, Dornahof in Württemberg und Seyda bei Zahna. Das nächste Jahr brachte fünf andre: Dauelsberg bei Delmenhorst, Wunscha bei Rothenburg, Meierei in Pommern, Karlshof bei Rastenburg und Berlin N., 1885 Ankenbuck in Baden und Neu-Ulrichstein in Oberhessen, 1886 Lülerheim bei Wesel, Schneckengrün in Sachsen, Düring bei Bremerhaven (Cronemayers "Heimat-Kolonie") und die katholische Elkenroth, Kreis Altenkirchen. In Aussicht stehen für Bayern 2 Kolonien, 4 andre für Posen, Westpreußen, Mecklenburg und Thüringen. Natürlich reichen diese am Ende vorigen Jahrs gleichzeitig etwa 2300 Arbeitslose und Bettler beherbergenden und beschäftigenden Anstalten noch lange nicht aus, und es ist erst von der Zukunft, wenn das Netz der Kolonien sowohl als der mit ihnen in Verbindung stehenden und sie ergänzenden Verpflegungsstationen allerwärts vollständig ist, durchgreifendere Hilfe zu erwarten. Solche Verpflegungsstationen bestehen in Westfalen 118 (davon 20 in Herbergen), in Hannover 36 (14 Herbergen), Schleswig-Holstein 32 (19), Brandenburg 150 (27), Schlesien 79 (20), Pommern 77 (12), Provinz Sachsen 139 (24), Ostpreußen 72 (3), Westpreußen 9 (4), Rheinprovinz 97 (19), Posen 18 (3), Hessen-Nassau 4, Freie Städte, Mecklenburg, Oldenburg, Braunschweig, Lippe, Waldeck 5 Stationen (und 24 Herbergen), Thüringen und Anhalt 91 (14), Königreich Sachsen 60 (34), Bayern, Hessen, Baden, Württemberg und Reichslande Stationen? (21 Herbergen). Genauere Angaben finden Sie in der vor kurzem bei Duncker u. Humblot in Leipzig erschienenen Schrift von Dr. Berthold: "Die Entwickelung der deutschen Arbeiterkolonien", herausgegeben vom Deutschen Verein für Armenpflege und Wohlthätigkeit, und in der vom Zentralvorstand der deutschen Arbeiterkolonien in Wustrau herausgegebenen Zeitschrift "Die Arbeiterkolonie, Korrespondenzblatt für die Interessen der deutschen Arbeiterkolonien und Naturalverpflegungsstationen, zugleich Organ des Deutschen Herbergsvereins". - Über die sogen. innere Kolonisation verweisen wir Sie auf den Artikel "Kolonien".

Dr. R. in Mecklenburg. Durch die Änderung des Statuts für das Kaiserlich Deutsche Archäologische Institut vom 9. April 1887 hat die ganze Anstalt eine straffere und festere Organisation als bisher erhalten. Es bestehen wie bisher eigentlich zwei Institute, eins in Rom und eins in Athen, deren Leitung je zwei Sekretären obliegt, die ihren dauernden Aufenthalt in Rom, bez. in Athen haben. Während aber früher das römische Institut als das ältere (seit 1829 bestehend) und reicher dotierte einen gewissen Vorrang vor dem jüngern in Athen (vom Jahr 1874) behauptete, sind jetzt beide koordiniert worden. Man kann auch in der That zweifeln, ob der junge Altertumsforscher besser in Athen oder in Rom seine Studien vollendet. Während Griechenland und Kleinasien, für deren Funde Athen das Zentrum ist, in den letzten Dezennien die wichtigsten und großartigsten Schätze an Bildwerken und Inschriften geliefert haben (Olympia, Pergamon, Ilios, Mykenä, Tanagra, die Inseln, Athen selbst), so wird Rom doch immer Rom bleiben und durch die Fülle der dort aufgestapelten Denkmäler großes Interesse und eine gewaltige bildende Kraft sich bewahren. Die Leitung beider Institute, die bisher im Ehren- und Nebenamt von dem Vorsitzenden der Zentraldirektion des Archäologischen Instituts wahrgenommen wurde, übernimmt unter Teilnahme der Zentraldirektion der Generalsekretär des Archäologischen Instituts, der seinen dauernden Wohnsitz in Berlin haben muß, und dessen Geschäfte nicht allein durch die Erweiterung der Funde, sondern auch durch die teilweise Verlegung der Instituts-Publikationen im J. 1886 von Rom nach Berlin erheblich vermehrt worden sind. Die Dotation des Instituts ist erhöht worden, namentlich sind für archäologische Reisen sowohl der Sekretäre als auch der Stipendiaten größere Mittel ausgesetzt worden, Generalsekretär wird der bisherige Vorsitzende der Zentraldirektion, Professor Conze in Berlin, Sekretäre in Rom Professor Petersen und Dr. Hülsen, in Athen Architekt Dörpfeld und Dr. Wollers. Die periodischen Schriften des Instituts behalten die Neugestaltung von 1886: Die "Monumenti inediti" und "Annali" sowie die "Archäologische Zeitung" gehen ein. In Berlin erscheinen fortan im Verlag von Georg Reimer: 1) "Antike Denkmäler", herausgegeben vom Kaiserlich Deutschen Archäologischen Institut durch Dr. M. Fränkel (am Ende eines jeden Jahrs ein Heft in Folioformat, mit 12 Tafeln); 2) "Jahrbuch des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts", herausgegeben von Max Fränkel (vierteljährlich eine Lieferung in Großoktav, mit Textillustrationen und Tafeln); für umfangreichere Abhandlungen ist die Beigabe von Supplementen in Aussicht genommen; 3) die "Ephemeris epigraphica" erscheint in bisheriger Weise weiter. In Rom erscheinen bei Löscher u. Komp.: 4) "Mitteilungen des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts. Römische Abteilung" (vierteljährlich ein Heft in deutscher, italienischer, lateinischer oder französischer Sprache). In Athen erscheinen bei Karl Wilberg: 5) "Mitteilungen des Kaiserlich Deutschen Archäologischen Instituts. Athenische Abteilung" (vierteljährlich ein Heft in deutscher oder griechischer Sprache).

Abonnent W. E. in Wien. Sie erfahren Zuverlässiges wohl am besten vom Vorstand der Handelshochschule in Triest. Auf dergleichen Einzelheiten können sich unsre Artikel unmöglich einlassen.

E. Metzner in Frankfurt a. M. Die Eröffnung des Seminars für orientalische Sprachen in Berlin fand im Oktober 1887 statt. Die Direktion desselben ist dem Professor Karl Eduard Sachau übertragen, an welchen auch die Meldungen zum Eintritt zu richten sind. Mitglieder des Seminars können sowohl künftige Aspiranten für den Dolmetschdienst des Auswärtigen Amtes als auch Angehörige sonstiger Berufsstände werden, sofern sie den erforderlichen Grad geistiger und sittlicher Reife besitzen. Der Unterricht umfaßt folgende Spra-^[folgende Seite]