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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kopierleinwand; Kopiermaschine; Kopierpapier; Kopierpresse; Kopiertinte; Köping

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Kopierleinwand - Köping.

ges Waschen notwendig. Tränkt man das Papier allein mit zitronensaurem Eisenoxydammoniak, so genügt eine Belichtungsdauer von 15-30 Sekunden; allerdings muß in diesem Fall das Hervorrufen mit der Lösung des roten Blutlaugensalzes und darauf ein Waschen stattfinden. Zum gleichzeitigen K. von Buchdruck mit Schreibschrift (Kopierdruck), z. B. bei Eisenbahnfrachtkarten, Brief- und Memorandumköpfen etc., hat man eine eigne firnisfreie Kopierfarbe mit Anilinbasis hergestellt, die im Wasser löslich ist und beim Auflegen des feuchten Kopierpapiers 6-8 lesbare Abdrücke gestattet, falls von der Schreibschrift ebensoviel genommen werden können. Der Kopierdruck erfordert sehr sorgfältige Behandlung, denn von ihr hängt die spätere Kopierfähigkeit der Abdrücke wesentlich ab; die Druckfarbe muß vollkommen trocken werden, ohne indes ganz einzutrocknen; in letzterm Zustand würde sie schon nach kurzer Zeit keine Kopien mehr abgeben. Man verhütet letzteres durch einen geringen Zusatz von Glycerin.

Kopierleinwand, s. v. w. Pausleinwand.

Kopiermaschine, Gattungsname für eine Anzahl verschiedenartiger Maschinen, welche den Zweck haben, eine mechanische Reproduktion von Körperformen unter Benutzung eines gleichen oder ähnlichen Modells zu bewerkstelligen. Da auch ebene Gebilde immer nur durch seine Ausgrabungen oder Materialablagerungen auf ebenen Platten wahrnehmbar gemacht werden können, so gehören hierher auch die Apparate zur mechanischen Wiedergabe von Zeichnungen u. a., auch die Guillochiermaschinen (s. d.). Alle Kopiermaschinen beruhen auf dem Prinzip, die Bewegung eines Punktes der Maschine durch Andrücken an das Modell von den Formen des letztern abhängig zu machen und vermittelst passender Verbindungen so auf ein Werkzeug zu übertragen, daß dieses dieselbe Bewegung in zwangläufigen Bahnen in gleichem, kleinerm oder größerm Maß ausführt. Ist z. B. eine Maschine so eingerichtet, daß zwei ihrer Punkte immer genau dieselben Bahnen beschreiben, so wird, wenn man den einen Punkt auf den Linien einer Zeichnung führt, der andre durch Verbindung mit einem schneidenden Werkzeug benutzt werden können, dieselbe Zeichnung in eine Platte einzugraben. Eine Wiedergabe in verändertem Maßstab wird erfolgen, wenn Führungspunkt und Werkzeug nicht kongruente, sondern nur geometrisch ähnliche Bahnen beschreiben. Als Verbindungsmittel benutzt man am häufigsten den Storchschnabel (s. d.), nach dessen Prinzip auch mehrere andre Kopiermaschinen für veränderten Maßstab konstruiert sind. Eine der bekanntesten ist die Statuenkopiermaschine, welche im Grundgedanken durch Fig. 1 dargestellt wird. Die Gelenkverbindung ABCDEF ist ein Storchschnabel, dessen Gewicht durch das an einer über die Rolle I geführten Schnur hängende Gegengewicht K ausgeglichen wird. Es beschreiben daher die Punkte D und F bei Bewegungen in der Ebene des Apparats ähnliche Linien. Da bei A ein Kugelgelenk angebracht ist, so kann sich die Stange AF auch um eine vertikale Achse drehen; offenbar werden aber dabei die beiden Punkte D und F ebenfalls Wege beschreiben, deren Länge ihren Entfernungen von der Achse A proportional ist. Soll nun ein kleines Modell vergrößert werden, so befindet sich in D ein Stift, welcher durch die Hand des Arbeiters immer gegen das Modell gedrückt wird, während in F ein schnell rotierender Meißel (für die feinsten Arbeiten mit Diamantspitzen) das überflüssige Material entfernt. Beide Statuen ruhen auf drehbaren Tischen, welche von den Schnecken G und H mittels der Schraubräder L und M allmählich um gleiche Winkel gedreht werden, wodurch nach und nach die ganze Statue unter den Meißel kommt. Eine andre K., welcher ebenfalls der Storchschnabel zu Grunde liegt, ist die Heilmannsche Stickmaschine (s. d.). Kopiermaschinen für kongruente Nachahmung des Originals werden vielfach in der Holzbearbeitung angewendet zur Herstellung von Radspeichen, Stiefelleisten, Gewehrkolben und ähnlichen schwierigen Formen. Das Wesen einer solchen Maschine stellt Fig. 2 dar. Das Werkstück A und das eiserne Modell B liegen um horizontale Achsen drehbar nebeneinander und werden durch zwei Zahnräder von dem Getriebe C aus gleichmäßig gedreht. Dabei führt sich die durch das Gewicht D immer nach rechts gezogene Rolle E an dem Modell und erteilt der mit ihr auf derselben verschiebbaren Platte sitzenden Fräse F die gleiche Bewegung, so daß die Fräse die Form des Modells aus dem rohen Werkstück ausschneidet. Nach je einmaliger Drehung des Werkstücks und des Modells findet eine geringe Verschiebung derselben gegen die Fräse und die Leitrolle statt, so daß nach und nach die ganze Länge bearbeitet wird. Auch zur Herstellung zahlreicher andrer Gegenstände, namentlich von Maschinenteilen, kommen Kopierwerke in Anwendung, und je nachdem bestimmten Fall besitzen sie eigentümliche Konstruktion, so daß auf diesem Gebiet eine große Mannigfaltigkeit herrscht.

^[Abb.: Fig. 1. Statuenkopiermaschine.]

^[Abb.: Fig. 2. Kopiermaschine.]

Kopierpapier, s. v. w. Pauspapier.

Kopierpresse, s. Kopieren.

Kopiertinte, s. Tinte.

Köping, Stadt im schwed. Län Westmanland, 2,6 km oberhalb der Mündung der Köpingså in den Mälarsee, Knotenpunkt der Eisenbahnen nach Örebro