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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kraftloserklärung - Krähenindianer.

vorgerufene Drehungsbestreben ist offenbar um so größer, je größer jede der beiden Kräfte (p) und je größer der Abstand (a) ihrer parallelen Richtungen ist. Das Produkt aus der Kraft und diesem Abstand, welcher als Arm des Kräftepaars bezeichnet wird, dient daher als Maß für das Drehungsbestreben und wird das Moment des Kräftepaars genannt. Ein K. kann niemals durch eine einzelne Kraft ersetzt oder aufgehoben, sondern nur durch ein andres K. von gleichem Drehungsbestreben (Moment), aber entgegengesetzter Drehrichtung im Gleichgewicht gehalten werden.

Kraftloserklärung, Ungültigkeitserklärung, s. Amortisation.

Kraftmaschinen, s. v. w. Motoren.

Kraftmehl, s. v. w. Stärkemehl oder Stärke (s. d.).

Kraftmesser, s. v. w. Dynamometer (s. d.).

Krafto, japan. Name für Sachalin (s. d.).

Kraftsammler, s. v. w. Akkumulator.

Kraftsinn, s. Muskelgefühl.

Kraftstuhl, Webstuhl, der durch Wasser- oder Dampfkraft in Bewegung gesetzt wird.

Kraftsuppenstoff, s. Kleber.

Kraftübertragung, s. Transmission und Elektrische Kraftübertragung.

Kraftwurz, s. Panax.

Kraftwurzel, s. Doronicum.

Kragen, ursprünglich s. v. w. Schlund, Hals, daher noch die Redensarten: "Einen beim K. nehmen", "Es geht an den K.", "Den K. spülen" (trinken) etc.; dann übertragen auf die Bekleidung des Halses (Hemden-, Westen-, Rock-, Mantelkragen etc.).

Kragenvogel (Laubenvogel, Chlamydodera Gould), Gattung aus der Ordnung der Sperlingsvögel und der Familie der Pirole (Oriolidae), Vögel mit mäßig langem, auf der Firste gekieltem, nach der Spitze zu gebogenem, seitlich zusammengedrücktem Schnabel mit einer Kerbe vor der Spitze, vorn breit geschilderten Läufen mit langen, starken Zehen und langen, gekrümmten Nägeln, langen Flügeln, in denen die dritte Schwinge am längsten ist, und langem, seicht abgerundetem Schwanz. Der gefleckte K. (Chlamydodera maculata Gould), 28 cm lang, am Oberkopf und an der Gurgel braun, schwarz gewellt, Oberseite, Flügel und Schwanz tiefbraun, braungelb gefleckt, unterseits gräulichweiß, an den Seiten mit hellbraunen Zickzacklinien; verlängerte, pfirsichblütrote Federn bilden ein Nackenband; Auge, Schnabel und Fuß sind braun. Die Kragenvögel, von denen man vier Arten kennt, leben in Gebüschen von Inneraustralien, sind sehr scheu und bauen in einsamen Gegenden lange Laubengänge aus Reisig, welches sie künstlich miteinander verflechten und so ordnen, daß die Spitzen oder Gabeln oben zusammenstoßen. Außen werden diese Lauben mit langen Grashalmen belegt und innen mit Muscheln, Schädeln, Knochen etc. ausgeschmückt. Zur Befestigung der Gräser und Zweige dienen regelmäßig geordnete Steine, von den Schmucksachen aber werden vor beiden Eingängen große Mengen aufgehäuft. Diese Lauben werden mehrere Jahre benutzt und dienen zur Belustigung der Pärchen, welche hier zusammentreffen, aber nicht zum Brüten. Ähnliche Lauben baut auch der australische Atlasvogel (Ptilonorhynchus holosericeus Kuhl).

Kragerö, Stadt im norweg. Amt Bratsberg, an einer Bucht des Skagerrak, hat (1876) 4861 Einw. und bedeutenden Handel mit dem Ausland. K. hatte 1882: 166 Schiffe von 55,587 Ton. Tragfähigkeit. Der Wert der Einfuhr betrug 653,200, der Ausfuhr (besonders Holzwaren) 2,172,400 Kronen. K. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Kraggesims, Gesims an einem Pfeiler, da wo sich derselbe überkragt, d. h. nach oben größere Stärke bekommt, so daß das Gesims zugleich etwas trägt (daher auch Tragsims genannt).

Kragos, Gebirge in Lykien, östlich vom untern Xanthosthal (jetzt Ak Dagh). Ihm westlich parallel lief der Antikragos (jetzt Menduz Dagh).

Kragstein, s. v. w. Konsole.

Kragujewatz, Kreisstadt im Königreich Serbien, an der Lepenitza, mit einem Gymnasium, einer vom Staat errichteten Kanonengießerei und Waffenfabrik nebst Arsenal und (1884) 9083 Einw. K. war bis 1842 Residenz der serbischen Fürsten. Etwa 10 km westlich von K. liegt das Dorf Stragari, am Flusse Srebrnitza, mit großen Pulvermühlen; 8 km weiter das Kloster Wratschewschnjitza, 1431 erbaut und 1860 vom Fürsten Milosch Obrenowitsch renoviert. Der Kreis K. umfaßt 2392 qkm (45 QM.) mit (1884) 122,220 Einw.

Krah (Krao), der Isthmus, welcher die Halbinsel Malakka mit dem südwestlichen Ausläufer der indochinesischen Halbinsel verbindet. Seine geringste Breite zwischen 10 und 11° nördl. Br. ist nur 70 km; dieselbe verringert sich auf 42 km, wenn man die Breite zwischen der Stadt K., wo das Ästuarium des Paktschan beginnt, und der Mündung des Tschampong in Betracht zieht. Dieser letztere Fluß, welcher den Isthmus von W. nach O. durchzieht, ist von dem äußersten östlichen Endpunkt des Paktschan durch eine nur 12 km breite und 25-30 m hohe Bodenschwelle getrennt. Projekte, durch den Isthmus einen für große Seeschiffe brauchbaren Kanal zu führen, sind mehrmals gemacht worden. Es würde damit die Reise von Kalkutta nach Kanton um 1100, von Mergui in Tenasserim (Britisch-Birma) nach Bangkok um 2200 km abgekürzt werden. Für die zu wählende Route sind verschiedene Vorschläge gemacht worden, zuerst von Tremenheere, dann von Schomburgk, Dru, Deloncle, Mahé de la Bourdonnais, während der Engländer Loftus das Projekt entschieden verurteilte. Auch der Plan, eine Eisenbahn über den Isthmus zu führen, wurde mehrmals erörtert.

Krähberg, Bergstock im östlichen Teil des Odenwaldes, nordöstlich von Beerfelden in Hessen, 547 m hoch, mit einem gräflich Erbachschen Jagdschloß und großem Wildpark.

Krähe, s. Rabe.

Krähenauge, s. v. w. Hühnerauge.

Krähenaugen (Brechnüsse), s. Strychnos.

Krähenbeere, s. Empetrum.

Krähenhütte, s. Schießhütte.

Krähenindianer (Crows, Upsarska, s. Tafel "Amerikanische Völker", Fig. 6), Indianerstamm im nordamerikan. Territorium Montana, zerfällt in River- und Mountain-Crows ("Fluß- und Bergkrähen"). Erstere halten sich gewöhnlich am Yellowstone River auf, während die "Bergkrähen" am obern Missouri hausen. Sie zählten 1883: 4000 Köpfe, sind bis in die jüngste Zeit aller Zivilisation abhold gewesen, fangen aber schon an, sich an Ackerbau und ein seßhaftes Leben zu gewöhnen. Von den ihnen gehörigen 1,685,200 Hektar Land sind 400,000 kulturfähig, aber erst 48 wirklich kultiviert. Ihr Viehreichtum besteht hauptsächlich in Pferden (12,000), und ihre Hauptbeschäftigung ist noch immer die Jagd, deren Ertrag in Pelzwerk ihnen eine nicht unbedeutende Einnahme verschafft. Früher lebten sie mit den Sioux (Dakota) beständig in Krieg. Sprachwissenschaftliche Notizen