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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kraszewski; Kraszna; Krater; Krateros

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Kraszewski - Krateros.

Karpelle zeichnen sich oft durch Schüppchen an ihrem Grund aus und entwickeln sich zu Balgkapseln, die meist an der Bauchnaht aufspringen und zahlreiche feilspanartige, endospermführende Samen enthalten. Die 400 Arten dieser Familie gehören meist den wärmern gemäßigten Zonen an; die Hälfte derselben ist am Kap der Guten Hoffnung, die übrigen in den Ländern um das Mittelländische Meer, in Amerika, Asien und Australien einheimisch. Viele K., unter andern besonders die Sempervivum-Arten, werden in Gärten zu dekorativen Zwecken verwendet. Eine Zusammenstellung brauchbarer Arten gibt Baker, Catalogue of hardy Sempervivums ("Journal of Botany" 1874).

Kraszewski (spr. krasch-), Joseph Ignaz, der fruchtbarste poln. Schriftsteller der Neuzeit, geb. 26. Juli 1812 zu Warschau, erwarb sich seine Schulbildung in Wilna, die höhere wissenschaftliche im Ausland, lebte lange Zeit auf seinem Gut Omelno in Wolhynien, wo er gleichzeitig das Ehrenamt eines Kurators der Schulen bekleidete, und siedelte 1860 nach Warschau über, um die Redaktion der "Gazeta Polska" zu übernehmen. 1863 ausgewiesen, begab er sich nach Dresden, wo er seitdem wohnte. Am 6. Okt. 1879 wurde sein 50jähriges Schriftstellerjubiläum zu Krakau in großartiger Weise gefeiert. 1884 wegen Landesverrats in einen Prozeß verwickelt, wurde K. vom Reichsgericht zu Leipzig zu sieben Jahren Festungshaft verurteilt, die er in Magdeburg antrat, entzog sich aber 1886 der Strafe unter Benutzung eines erhaltenen Urlaubs, von dem er nicht zurückkehrte. Er starb 19. März 1887 in Genf und wurde in Krakau beigesetzt. K. hat sich auf allen Gebieten der poetischen und prosaischen Litteratur versucht; seine wesentlichsten Erfolge liegen jedoch auf dem des Romans, wo er durch seine anziehenden Schöpfungen die Alleinherrschaft brach, welche lange Zeit der französische Roman in der höhern Gesellschaft von Polen ausgeübt hatte. Seine Erzählungen, welche die Zahl von 400 Bänden erreicht haben, zerfallen ihrer Tendenz nach in zwei verschiedene Kategorien. Bis 1863 behandeln sie ausschließlich soziale Stoffe im weitern Begriff des Wortes. Sein Erstlingswerk: "Pan Walery" (1831), wie auch einige spätere wurden gleichgültig aufgenommen. Erst durch den Roman "Poeta i świat" ("Der Dichter und die Welt", 1839; deutsch, Stuttg. 1886) wurde K. der Liebling des polnischen Publikums. Zu den besten Romanen der ersten Periode gehören: "Ulana" (Wilna 1841); "Kordecki" (1852); "Chata za wsią" (1855). Nach seiner Übersiedelung nach Dresden betrat K. das Gebiet des politischen Tendenzromans und sprach nun unter dem Pseudonym Boleslawita alles aus, was er bis dahin in seinem Innersten verbergen mußte. Die vorzüglichsten Schriften dieser Art sind: "Dziecię starego miasta", worin die Vorbereitungen zum Aufstand von 1863 in fesselnder Weise geschildert werden, dann "Das rote Paar", "Der Moskowit", "Der Jude", "Im Osten" etc. Unter seinen historischen Romanen sind zu nennen: "Gräfin Cosel" (1874), "Graf Brühl" (1875), "Der Starost von Warschau" (1876) etc.; unter seinen Kulturromanen der zweiten Periode: "Morituri" (1871), "Resurrecturi" (1876; beide deutsch in Reclams Universalbibliothek) etc. Außerdem veröffentlichte er eine Serie historischer Romane aus der polnischen Urzeit bis zum 17. Jahrh. (25 Bde.). Von seinen poetischen Werken sind zu erwähnen: "Anafielas" (Wilna 1840 bis 1843, 3 Bde.), eine epische Schilderung der drei Hauptepochen der ältern Geschichte Litauens, und "Szatan i Kobieta" (das. 1841). Seine wissenschaftlichen Abhandlungen erschienen als "Studya literackie" (Wilna 1842) und "Nowe studya literackie" (Warsch. 1843, 2 Bde.). Von seinen historischen Werken sind die namhaftesten: "Wilno od poczatków jego do 1750" ("Geschichte der Stadt Wilna", 1840-42, 2 Bde.); "Litwa", litauische Altertümer (Warsch. 1850); "Polska w czasie trzech rozbiorów" ("Kulturgeschichte Polens im Zeitalter der Teilungen", Pos. 1875). Eine Auswahl seiner Romane erschien in 102 Bänden (Lemb. 1871-75); eine Auswahl in deutscher Übersetzung (Wien 1880 ff.). Vgl. Bohdanowicz, J. I. v. K. (Dresd. 1879).

Kraszna (spr. krass-), Name eines ehemaligen ungar. Komitats jenseit der Theiß, dessen Hauptort Szilágy-Somlyó war. Es umfaßte 1150 qkm (20,9 QM.) mit (1870) 62,714 Einw. und wurde 1876 dem neugebildeten Komitat Szilágy (s. d.) einverleibt. 1849-76 gehörte es zu Siebenbürgen. Der Markt K. hat (1881) 2767 Einw.

Krater (griech.), bei den Alten der große Mischkessel, in welchem beim Mahl der Wein mit Wasser gemischt wurde. Die K. waren ziemlich groß, weitbauchig und weithalsig, mit zwei Handhaben und entweder mit einem Fuß versehen oder aber unten spitz zulaufend oder abgerundet, in welchem Fall sie eines Untersatzes (Hypokraterion) bedurften. Zum Schöpfen und Einfüllen des Weins dienten außer Schöpflöffeln verschiedenartige Gefäße von der Gestalt unsrer Mundtassen mit weit überragendem Henkel und von einem bestimmten Maß. Die auf uns gekommenen K. sind meist von Thon, bemalt und unbemalt, seltener von Metall. Die Mehrzahl der K. mit figürlichen Darstellungen rührt aus italischen Gräberfunden her (vgl. obenstehende Abbildungen und Tafel "Vasen", Fig. 3 u. 5). Einen reichverzierten K. enthält der Hildesheimer Silberfund (s. d., mit Abbildung).

^[Abb.: Verschiedene Formen der Krater (Mischkrüge).]

Krater (griech., "Becher"), der kesselförmige Schlund feuerspeiender Berge (s. Vulkane).

Krateros, Feldherr Alexanders d. Gr., befehligte einen Teil der Leibwache zu Fuß, ward von Alexander wegen seiner Treue und Tüchtigkeit geschätzt und nächst Hephästion am meisten geliebt. Auf dem Zug nach Indien befehligte er eine Reiterabteilung, auf dem Rückzug das nördlich marschierende Heer. Er erhielt 324 den Auftrag, die Veteranen nach Makedonien zurückzuführen und dort an Antipatros' Stelle, der zu Alexander zurückkehren sollte, das Reichsverweseramt zu bekleiden. Da aber Alexander starb, ehe K. Europa erreichte, so wurde bei der Verteilung der Satrapien Makedonien mit Epirus und Griechenland dem Antipatros und K. gemeinschaftlich übertragen. Nachdem letzterer seine erste Gemahlin, Amastris, entlassen, vermählte er sich mit Antipatros'