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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Krolewez - Krondotation.

seidenglänzend bis matt, Härte 4. K. besteht aus dem Eisennatriumsilikat Na2Fe2Si4O12 ^[Na_{2}Fe_{2}Si_{4}O_{12}] und ist als faserige Asbestform des Arfvedsonits zu betrachten. Er findet sich besonders mit Magneteisen am Oranjefluß in Südafrika, sonst bei Golling in Salzburg (wo er die blaue Farbe des Saphirquarzes bedingt) und Stavärn in Norwegen, als erdiger Überzug auf Blasenräumen basaltischer Gesteine im Habichtswald, Vogelsberg etc. Eine Metamorphose nach K. ist der Tigeraugenstein.

Królewez (Korólewetz), Kreisstadt im kleinruss. Gouvernement Tschernigow, mit 6 Kirchen, einer Stadtbank und (1885) 9190 Einw. Berühmt ist der hiesige Jahrmarkt vom 10.-26. Sept., auf den jährlich für 5-6 Mill. Rubel Waren gebracht werden, teils Pferde und Vieh, teils Baumwollen- und Wollenstoffe, Galanteriewaren, Seide, Leder und Zucker. Im Kreis K. wird besonders Viehzucht und Fabrikation von Zucker, Ziegeln und Thonwaren betrieben.

Krollhaar (Krullhaar), s. Roßhaar.

Krolop, Franz, Bühnensänger (Bassist), geb. 1839 zu Troja in Böhmen, wurde nach vollendeten juristischen Studien Armeeauditeur in Prag, gab aber bald diese Laufbahn auf, um sich unter R. Levy in Wien zum Sänger auszubilden. Nach Engagements in Troppau, wo er 1863 debütierte, Linz, Bremen und Leipzig kam er 1872 an die Hofoper zu Berlin, zu deren Zierden er noch jetzt gehört. Sein Repertoire ist ein sehr umfangreiches. Verheiratet ist K. seit 1868 mit der Sängerin Vilma v. Voggenhuber (s. d.).

Kromau (Mährisch-K., Krumlov moravský), Stadt in Mähren, an der Jarmeritz und an der Staatseisenbahn (Linie Wien-Brünn) gelegen, hat alte Mauern mit festem Turm, ein Schloß des Fürsten Liechtenstein mit Park, eine Wasserleitung, (1880) 1830 Einw., Steinbrüche, Sägewerke, Zuckerfabrik, Färberei und ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts.

Kromeskis, Fritüren, welche, statt mit Ei und Semmel paniert zu werden, unmittelbar vor dem Backen in Backteig (Omelettenteig) gewickelt werden.

Kromlech, s. Cromlech.

Krompach, Bergstadt im ungar. Komitat Zips, am Hernád, in einem romantischen Thal, Station der Kaschau-Oderberger Bahn, hat ein schönes Kastell, ein Eisen- und Walzwerk, Bergbau auf Eisenstein, Fahlerze und Kupfer und (1881) 1810 Einw. In der Nähe (5 km) das Dorf Szlatvin mit einem alkalisch-muriatischen Eisensäuerling.

Kromphorn, s. Krummhorn.

Kromy, Kreisstadt im russ. Gouvernement Orel, an der Kroma (Nebenfluß der Oka), mit 6 Kirchen und (1883) 3071 Einw.

Kronach, Bezirksamtsstadt im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, am Zusammenfluß der Flüsse K., Rodach und Haslach und an der Linie Hochstadt-Propstzella ^[richtig: Hochstadt-Probstzella] der Bayrischen Staatsbahn, 318 m ü. M., hat eine schöne kath. Pfarrkirche, ein altes Rathaus, ein ehemaliges Franziskanerkloster, eine Kunstsammlung, eine Präparandenschule, ein Amtsgericht, ein Forstamt, bedeutende Korbwaren-, Schiefertafel- und Porzellanfabrikation, Bierbrauerei, Flößerei, Holz- und Steinkohlenhandel und (1885) 4137 meist kath. Einwohner. K. ist der Geburtsort von Lukas Cranach. Im N. der Stadt liegt die noch gut erhaltene Bergfeste Rosenberg mit Kirche und schöner Fernsicht. - Der Name K. (Crana, Cranacha) scheint slawischen Ursprungs zu sein. Die Burg ist wahrscheinlich im 10. Jahrh. erbaut worden. 1003 suchte Markgraf Heinrich von Schweinfurt in K. Schutz vor König Heinrich II., mußte jedoch nach Böhmen flüchten, steckte aber zuvor die Burg in Brand. Heinrich V. ließ dieselbe prächtig wieder aufbauen und verlieh sie 1122 dem Bistum Bamberg, das den Herzögen von Meran 1187 dort die Vogtei übertrug. Im Dreißigjährigen Krieg wurde K. von den Schweden und Sachsen dreimal (1632, 1633 und 1635) vergeblich belagert. Im Oktober 1806 besuchte Napoleon I. die Festung und veranlaßte ihre Armierung.

Kronanwalt, im vormaligen Königreich Hannover s. v. w. Staatsanwalt. Das Amt war dem englischen Recht nachgebildet, woselbst der Attorney general als K. fungiert (s. Attorney).

Kronawettbaum, s. Wacholder.

Kronawetter, Ferdinand, österreich. Politiker, geb. 1833 zu Wien, Sohn eines Handwerkers, studierte an der Wiener Universität die Rechte, erwarb sich die Doktorwürde und trat in die Dienste des Wiener Magistrats. Ungeachtet dieser Stellung trat er in den Wählerversammlungen der Vorstädte gegen die Mittelpartei des Wiener Gemeinderats auf. Mit einer populären Beredsamkeit ausgestattet, wußte er die Menge für sich zu gewinnen, so daß er von der Josephsstadt 1873 zum Reichsratsabgeordneten gewählt wurde. Er schloß sich der kleinen demokratischen Fraktion an, trat oft als Redner auf und machte sich besonders der Verfassungspartei durch sein Auftreten und seine Opposition gegen dieselbe unbequem.

Kronbein, zweites Zehenglied (mittlere Phalange) am Pferdefuß, das kurze, viereckige Bein unter der Krone (s. Huf), welches mit dem Fesselbein und dem Hufbein gelenkig verbunden ist. Wiederkäuer besitzen zwei entwickelte und in den Afterklauen zwei verkümmerte Kronbeine. Schweine haben vier Kronbeine, von denen die der Afterklauen kleiner sind als die der vordern Klauen.

Kronberg (Cronberg), Stadt im preuß. Regierungsbezirk Wiesbaden, Obertaunuskreis, am Taunus und an der Eisenbahn K.-Rödelheim, inmitten ausgedehnter Obst- und Kastanienpflanzungen, 285 m ü. M., hat ein altes Schloß, eine Oberförsterei, berühmte Baumschulen, bedeutenden Obsthandel und (1885) 2391 meist evang. Einwohner. - Der Ort erhielt schon 1367 Stadtrechte und gehörte seit 1704 zu Kurmainz. In der Nähe, in einem reizenden Thal, liegt der Kurort Kronthal mit muriatischen Eisensäuerlingen von 14-16° C. Temperatur, die vorzugsweise bei Lungenkatarrhen und beginnender Tuberkulose gebraucht werden, Gasbädern, Molken- und Kaltwasserheilanstalt. Vgl. Basse, Das Rittergeschlecht und die Stadt K. im Taunus (Frankf. 1886).

Kronborg, befestigtes Schloß im dän. Amt Frederiksborg auf Seeland, nordöstlich von Helsingör, am Öresund, zu dessen Verteidigung bestimmt, mit Leuchtfeuer. Es wurde vom König Friedrich II. um 1580 im holländischen Renaissancestil erbaut, hat aber als Festung jetzt wenig Bedeutung.

Krondotation, die Gesamtheit der Einkünfte, welche der Monarch und sein Haus aus Staatsmitteln beziehen. Den Gegensatz bildet das Privatvermögen des Fürsten. Die K. besteht entweder in einer jährlichen Rente, welche aus der Staatskasse gezahlt wird, oder es fließen die Einkünfte aus den Domänen ganz oder teilweise in die Hofkasse, oder es sind, wie in Preußen, gewisse Vermögenskomplexe als Kronfideikommiß erklärt, welche unveräußerlich sind, und deren Abwurf zur K. gehört. In Preußen wurde durch Gesetz vom 17. Jan. 1820 eine jährliche Rente von 2,573,098⅔ Thlr. auf die Einkünfte der Domänen und Forsten dem königlichen Haus ange-^[folgende Seite]