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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kronenrost; Kronenthaler; Kronentritt; Kröner; Kronerbämter; Krones

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Kronenrost - Krones.

Knopfloch, die vierte Klasse das vergoldete Kreuz ohne Email. Das Band ist blau. Vgl. Höftmann, Der preußische Rote Adlerorden und der K. in Urkunde und Bild (Berl. 1879). - 4) Rumänischer K., gestiftet von König Karl I. von Rumänien 10. Mai 1881 zur Erinnerung an die Erhebung Rumäniens zum Königreich. Die Dekoration besteht in einem Kreuz mit gleichen Armen, zwischen denen sich verschlungene C befinden, welche bei sämtlichen Klassen von Gold, bei dem Ritterkreuz von Silber sind. Die Arme sind rot emailliert mit weißem Rande. Die Aversseite des roten Mittelschildes zeigt die Stahlkrone und auf dem weißen Ring darum oben die Inschrift: "Prin noi insine" ("Durch uns selbst"), unten das Datum 14. Martie 1881, der Revers das Datum 10. Maiu und auf dem Reif 1866, 1877, 1881. Das Band ist dunkelblau und silbern gerändert. Der Orden hat fünf Grade: Großkreuze, Großoffiziere, Kommandeure, Offiziere, Ritter. - 5) Siamesischer K., s. Siam. - 6) Württembergischer K. König Wilhelm I. vereinigte 23. Sept. 1818 den aus dem Jagdorden entstandenen Adlerorden und den Zivilverdienstorden mit Zugrundelegung der Statuten des letztern zu einem Zivil- und Militärverdienstorden und teilte ihn in drei Klassen, welche König Karl zu fünf Klassen erweiterte: Großkreuze, Komture, Ritter mit der Krone, Ehrenritter und Ritter, wozu für das Militär noch Schwerter und weiter goldene und silberne Medaillen kommen. Das Ordenszeichen ist ein weiß emailliertes, achtspitziges goldenes Kreuz mit vier leopardierten Löwen in den Winkeln und Krone bei Klasse 1-4. Im weißen Mittelschild steht auf dem Avers der Namenszug des Königs Friedrich, umgeben von der Devise: "Furchtlos und trew", im Revers die Königskrone. Der Orden wird am karmesinroten, schwarz geränderten Band getragen. Die Großkreuze tragen auf der Brust einen achtspitzigen silbernen Stern mit dem Kreuz im weiß emaillierten Schild. Mit Ausnahme des Ritterkreuzes, dem die Löwen fehlen, verleiht der Orden den Personaladel. S. Tafel "Orden", Fig. 5.

Kronenrost, s. Rostpilze.

Kronenthaler (Krone, franz. Couronne), seit 1755 von Österreich für seine vormaligen niederländischen Besitzungen (Belgien) geprägte Silbermünze, nach den in den obern drei Winkeln des auf dem Revers befindlichen burgundischen Andreaskreuzes angebrachten Kronen so benannt, früher auch als Brabanter Thaler oder Kreuzthaler bekannt, ursprünglich eine Nachahmung des alten französischen Laubthalers. Nachmals auch von mehreren andern süddeutschen Staaten unter verschiedenem Gepräge ausgemünzt, kam der K. rasch in Umlauf und zwar infolge von Überschätzung zu einem höhern Wert, als er seinem Gehalt nach besaß, nämlich zu 2 7/10 Gulden im 24-Guldenfuß, während er nur 2 Guld. 38⅕ Kr. dieses Fußes wert war. Der österreichische K., von welchem auch halbe, Viertel- und (wenige) Achtelstücke ausgeprägt wurden, wog 29,477 g bei einer Feinheit von 868,056 Tausendteilen, einem Feingewicht von 25,588 g und einem Wert von 4,606 Mk. Die halben und Viertelkronenthaler sind schon früher eingezogen und eingeschmolzen worden, und ebenso sind die ganzen K. mit der Einführung der Reichswährung allmählich aus dem Verkehr verschwunden.

Kronentritt, Verletzung der Fleischkrone des Hufs, wenn Pferde sich mit dem einen Fuß auf den andern treten. Der K. kommt am meisten im Winter vor, wenn die Hufeisen mit scharfen Stollen versehen sind. Die Verletzungen sind bald nur oberflächlich, bald tiefer, bis auf den Hufknorpel, die Sehnen, selbst bis in das Hufgelenk eindringend, immer mit Quetschung der Teile verbunden und gewöhnlich sehr schmerzhaft. Die Behandlung hat immer zunächst die Reinigung der Wunde von den hineingetretenen Haaren etc. zur Aufgabe. Bei tiefern Verletzungen muß das abgetrennte Hufhorn bis auf den Grund der Wunde entfernt werden, damit diese gehörig gereinigt werden und später der Eiter vollständig abfließen kann. Dann wird die Wunde täglich einigemal mit Bleiwasser oder mit einer 2proz. Karbolsäurelösung befeuchtet und fleißig gekühlt. Entsteht üppige Granulation (sogen. wildes Fleisch), so ist ein Druckverband anzulegen, nötigen Falls vom Horn abzutragen, um Eitersenkungen hinter der Wand zu verhüten. Wenn eine Sehne oder das Hufgelenk verletzt ist, muß die Behandlung rechtzeitig einem Tierarzt übertragen werden.

Kröner, 1) Adolf, Verlagsbuchhändler, geb. 26. Mai 1836 zu Stuttgart, gründete daselbst nach vollendeter Lehrzeit 1859 ein Verlagsgeschäft, das sich besonders der Herstellung von Jugendschriften und künstlerisch illustrierten Prachtwerken ("Aus deutschen Bergen" u. a.) widmete, vergrößerte dasselbe später durch Erwerbung der Verlagsgeschäfte von A. Becher und A. Krabbe und gab, nachdem er 1868 seinen jüngern Bruder, Paul, mit ins Geschäft genommen, auch der Druckerei eine größere Ausdehnung, so daß dieselbe zur Zeit über 30 Schnellpressen beschäftigt, welche die Verlagswerke der hervorragendsten Stuttgarter Verleger drucken. Ende 1883 erwarb die Firma "Gebrüder K." das Verlagsgeschäft von Ernst Keil (s. d.) in Leipzig mit Einschluß der "Gartenlaube", welche Adolf K. seitdem als Herausgeber leitet.

2) Christian, Maler, geb. 3. Febr. 1838 zu Rinteln, arbeitete bei seinem Bruder, einem Dekorationsmaler, als Lehrling und konnte erst 1861 sich der Kunst widmen. Er ging zunächst nach München, 1862 nach Düsseldorf und bildete sich hier lediglich durch Selbststudium und häufige Reisen nach Oberbayern, Thüringen und besonders Westfalen zu einem Landschafts- und Tiermaler von hervorragender Bedeutung, welcher, selbst Jäger, das Leben und Treiben des jagdbaren Wildes in der Ruhe wie in dramatischen Momenten beobachtet hat und mit scharfer Charakteristik zu schildern weiß. Seine Landschaften zeichnen sich durch feine Stimmung und kräftige Färbung aus. Besonders gelingt ihm die malerische Wiedergabe des Morgennebels. Sein Hauptstudienfeld bilden der Teutoburger Wald, der Harz und Rügen. Von seinen sehr sorgfältig behandelten Bildern sind die bedeutendsten: Hirsche nach dem Kampf (1870), Wildsauen im Winter, Hirsche nach der Brunstzeit (1876), Herbstlandschaft mit Hochwild am Morgen (1877, Berliner Nationalgalerie), durch die Lappen (1879), durch die Schützen (1884). Er hat auch radiert und zahlreiche Zeichnungen für den Holzschnitt geliefert. K. besitzt die große goldene Medaille der Berliner Ausstellung und ist Mitglied der Berliner Akademie und königlicher Professor.

Kronerbämter, s. Erbämter.

Krones, 1) Therese, berühmte Soubrette, geb. 7. Okt. 1801 zu Freudenthal in Österreichisch-Schlesien als Tochter eines herumziehenden Schauspieldirektors, wurde nach verschiedenen Engagements an Provinzialbühnen 1821 Mitglied des Leopoldstädter Theaters in Wien, wo sie Raimund zum Kollegen hatte; starb 28. Dez. 1830 daselbst. Mit einem lebhaften und heitern Temperament, immer sprudelnder Laune und einem graziösen Äußern begabt (man nannte sie