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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kropf - Krösos.

stummheit u. zum Kretinismus (Basel 1883); Bruns, Über den gegenwärtigen Stand der Kropfbehandlung (Leipz. 1884); Wölfler, Die chirurgische Behandlung des Kropfes (Berl. 1887). - In der Tierheilkunde ist K. s. v. w. Druse der Pferde. Im Volksmund wird der Name auf alle mit Husten und Nasenausfluß einhergehenden Erkrankungen ausgedehnt und auch das Nichtgedeihen der Tiere, mangelnde Freßlust auf sogen. verborgenen K. geschoben. - Über den K. des Roggens s. Stockkrankheit.

Kropf, in der Technik s. v. w. Kropfrad (s. Wasserrad); in der Orgel Bezeichnung für die rechtwinkelig geknickten Röhren, mittels deren die Kanäle an die Bälge, resp. die Nebenkanäle an den Hauptkanal und an die Windladen angesetzt sind. Wird ein Kanal durch zwei Bälge gespeist, so hat er zwei Kröpfe (Doppelkropf). Vgl. Kröpfen.

Kröpfen, das Umbiegen oder Umschmieden von Blechen, Stabeisen, Wellen etc., wobei die Mittellinie der Biegungsrichtung mit der Mittellinie des geraden Eisens parallel (^) oder in einer Ebene liegt (^). Auch das Umknicken großer Orgelpfeifen, um dieselben in beschränktem Raum anbringen zu können, heißt K. Der Ton der Pfeifen leidet dadurch fast gar nicht, besonders wenn die Ecken des Knies abgekantet werden. Vgl. auch Gekröpft.

Kröpfe, s. Tauben.

Kropffelchen, s. Renke.

Kropfgans, s. v. w. Pelikan.

Kropfklette, s. Xanthium.

Kropfperlen (Brockenperlen), s. Perlen.

Kropfrad, s. Wasserrad.

Kropfsteine, im Bauwesen hakenförmige Gewölbsteine, welche besonders bei sehr flachen, scheitrechten Gewölben mit ihren gebrochenen Lagerfugen gleichsam noch übereinander aufgehängt werden; im Wasserbau die Steine, in deren Aushöhlung sich die Thorständer steinerner Schleusen drehen.

Kropfstorch, s. v. w. Marabu.

Kröpfung (Verkröpfung, auch Wiederkehr), im Bauwesen, s. Gekröpft.

Kropfwurzel, s. Polypodium.

Kropinski, Ludwig, poln. Dichter, geb. 1767 im litauischen Palatinat Brzesc, beteiligte sich 1794 als Oberst unter Kosciuszko an der Schlacht von Maciejowice, lebte dann auf seinem Gut in Wolhynien, trat 1812 als Brigadegeneral in die Armee des Großherzogtums Warschau, zog sich nach dem Wiener Kongreß wieder auf sein Gut zurück, wo er 1844 starb, nachdem er zehn Jahre früher erblindet war. Unter seinen dramatischen Schöpfungen ist die namhafteste das Trauerspiel "Ludgarda" (deutsch von Malisch, Krak. 1829), welches seiner Zeit als ein Meisterwerk gepriesen wurde. Auch sein sentimentaler Roman "Julia i Adolf" (Warsch. 1824) hatte vorübergehenden Erfolg. Kropinskis gesammelte Schriften erschienen zu Lemberg 1844.

Kropp, Diedrich, Bildhauer, geb. 11. Dez. 1824 zu Bremen, widmete sich anfangs dem Schiffbau und schnitzte Schiffsbilder, die ein solches plastisches Talent verrieten, daß er in den Stand gesetzt wurde, die Akademie in München und dann diejenige in Dresden zu beziehen, wo er Schüler von Hähnel wurde. Von dort ging er 1858 auf drei Jahre nach Rom und schuf als erste selbständige Arbeiten zwei Büsten Raffaels, einen knieenden Engel und ein Marmorgrabdenkmal für den Friedhof seiner Vaterstadt. Bald nach seiner Rückkehr (1861) entstand eine energisch aufgefaßte Sandsteinstatue des heil. Lukas, als Schutzpatrons der Malerei, für die Fassade der Halle des Künstlervereins, worauf 1863 und 1864 als seine beste Arbeit der Statuenschmuck an der westlichen und nördlichen Fassade der Bremer Börse folgte; namentlich sind es an ersterer die Statuen des Bauern und des Bergmanns, in denen ein gesundes, kräftiges Leben pulsiert. 1871 entstand ein Marmorrelief der Bergpredigt über dem Portal der dortigen Rembertikirche, 1873 die kolossale Marmorstatue der Brema im Innern der Börse. Weniger bedeutend als die meisten jener dem realen Leben entlehnten Gestalten der Börse sind die Sandsteinstatuen von Cornelius und Rauch in der Vorhalle der Kunsthalle zu Bremen.

Kroppenstädt, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Magdeburg, Kreis Oschersleben, hat (1885) 2391 fast nur evang. Einwohner.

Kroquis (Kroki, franz. croquis, spr. -kih, "Entwurf, Skizze"), militär. Plan eines Terrains, der nach dem Augenmaß, häufig auch vom Reiter aus dem Sattel, meist ohne Anwendung von Instrumenten angefertigt ist. Es ist also eine Gelegenheitszeichnung, die bezüglich ihrer Ausführlichkeit und Genauigkeit dem jedesmaligen Zweck entsprechen muß, und Sache des Darstellers ist es, dies richtig zu erfassen. Rekognoszierungs- und Gefechtsberichten wird meist ein K. beigegeben. Es wird in Blei, Tinte oder Tusche, in neuerer Zeit meist mit Farbenstiften, den Farbensignaturen entsprechend, ausgeführt. Krokieren, ein K. entwerfen. Vgl. Mackeldey, Das praktische Aufnehmen mit dem Croquirtisch (Kassel 1854); v. Plehwe, Leitfaden für den Unterricht im militärischen Aufnehmen und Planzeichnen (neueste Aufl., Berl. 1874); Reitzner, Das Krokieren (Wien 1876). S. auch Aufnahme, topographische, S. 64.

Kröse, s. v. w. Halskragen, Halskrause.

Kröseleisen, kleines hakenförmiges Instrument, mittels dessen man von Glastafeln, Glasgefäßen etc. Stückchen abbricht.

Krosno, Stadt in Galizien, im Thal des Wislok und an der Gallischen Transversalbahn, hat eine schöne gotische Pfarrkirche (auf dem Grund eines alten arianischen Tempels erbaut), ein Kapuziner- und Minoritenkloster, Ruinen eines königlichen Schlosses, (1880) 2810 Einw. und ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts.

Krösos, letzter König von Lydien, aus der Dynastie der Mermnaden, Sohn des Alyattes, war Statthalter von Mysien, bis er 563 v. Chr. seinem Vater auf dem Thron folgte. Er regierte mit Klugheit und Kraft, zwang die kleinasiatischen Griechen zur Zinspflichtigkeit und dehnte östlich seine Herrschaft bis an den Fluß Halys aus. Die unermeßlichen Schätze, die er in seiner glänzenden Hauptstadt Sardes aufhäufte, sind sprichwörtlich geworden. In dieser Zeit des Glücks soll nach Herodots Erzählung, deren sagenhaften Charakter schon die unüberwindlichen chronologischen Schwierigkeiten beweisen, Solon des K. Hof besucht, aber den ihm gezeigten Schätzen einen so geringen Wert beigemessen haben, daß er, statt ihren Besitzer, wie dieser hoffte, für den glücklichsten der Sterblichen zu erklären, das Los eines sonst unbekannten Atheners, Tellos, und des Brüderpaars Kleobis und Biton dem des reichen Königs weit vorzog, da kein Mensch vor seinem Tod glücklich zu preisen sei. Mit Recht durch den Sturz des medischen Königs Astyages auch für seine Herrschaft besorgt gemacht, beschloß K., der ihm von seiten des jungen Kyros drohenden Gefahr durch kühnen Angriff zuvorzukommen. Das Orakel zu Delphi, über den Ausgang seines Unternehmens befragt, antwortete, wenn K. über den Fluß Halys gehe, werde ein großes Reich zu