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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kubischer Salpeter; Kubitālbuchstaben; Kublai; Kübrisli Mehemed Pascha; Kubus; Küche

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Kubischer Salpeter - Küche.

grenzten Körpern kann man mittels paralleler Ebenen eine Zerlegung in eine große Anzahl dünner Schichten vornehmen, die man näherungsweise als Cylinder berechnet; genauer noch wird das Resultat, wenn man jede Schicht als einen Cylinder betrachtet, dessen Basis das arithmetische Mittel aus ihren beiden ebenen Begrenzungsflächen ist.

Kubischer Salpeter (Würfelsalpeter), s. v. w. Chilisalpeter, s. Salpetersaures Natron.

Kubitālbuchstaben, s. v. w. Uncialbuchstaben.

Kublai (Chubilai), Chan, Kaiser der Mongolen und Gründer der mongolischen Dynastie Yüen in China, geb. 1214, Enkel Temudschins, drang 1250 erobernd in China ein und folgte 1259 seinem Bruder Mangu als Großchan. In langen Kämpfen eroberte er ganz China, stürzte daselbst 1279 die Dynastie Sung und verlegte seine Residenz nach Peking. Nachdem er seine Herrschaft auch über Tibet, Pegu und Kotschinchina ausgebreitet, sich zum Buddhismus bekehrt und Ackerbau und Gewerbe in seinem Reich befördert hatte, starb er 1294. Der venezianische Reisende Marco Polo hielt sich 17 Jahre an seinem Hof auf.

Kübrisli Mehemed Pascha, s. Mehemed Pascha.

Kubus (lat. cubus, Würfel), in der Geometrie s. v. w. Hexaeder oder Sechsflächner, einer der fünf regelmäßigen Körper (vgl. Polyeder); in der Arithmetik s. v. w. Kubikzahl (Körperzahl), d. h. die dritte Potenz einer Zahl, weil der Inhalt eines Würfels gleich der dritten Potenz der Seitenlänge ist; ist also letztere 5 dm, so ist der Inhalt des K. 5.5.5 = 125 cdm. Umgekehrt heißt 5 die Kubikwurzel aus 125 (s. Wurzel). Ein K., dessen Seite die Längeneinheit ist, dient als Raum- oder Volumeinheit (vgl. Kubik). Über Verdoppelung des Würfels s. Delisches Problem.

Küche, der zur Bereitung der Speisen bestimmte Raum eines Gebäudes. In kleinern, nur von einer Familie bewohnten Häusern wird dieselbe nach englischer Sitte oft in das Souterrain verlegt, von wo allerlei bei der Bereitung der Speisen sich entwickelnde Gerüche weniger leicht in die Wohnräume gelangen. In der Regel steht die K. mit Speisekammer, Spülküche, Anrichteraum und Küchenstube für den Aufenthalt der Dienstboten in Verbindung. Eine gut angelegte K. muß hell, geräumig, im Sommer kühl (also nach N. oder NO. gelegen), vom Vorplatz aus zugänglich, gut ventiliert und feuersicher sein; sie erhält deshalb einen mit dem Kamin in Verbindung stehenden Rauchabzug und einen wenigstens in der Nähe der Feuerstelle mit Thonplatten belegten oder mit Blech überzogenen hölzernen Fußboden. Die Wände der Küchen werden, um abgewaschen werden zu können, am besten mit Ölfarbe oder Wasserglas angestrichen oder mit Porzellanplatten belegt. Sehr bequem ist die Zuleitung von Wasser zur Küche, sei es aus einem natürlichen Wasserlauf, aus einem unter dem Dach des Hauses aufgestellten Reservoir oder aus einer künstlichen Wasserleitung, sowie ein Gußstein zum Ableiten des unreinen Wassers mit Wasserverschluß, um das Eindringen übelriechender Gase aus dem Abflußkanal zu vermeiden. Über Kochherd und Kochmaschine s. d. Als Heizmaterial benutzt man Holz, Torf, Braun-, Steinkohlen, Koks und sehr vorteilhaft Grude, welche eine sehr gleichmäßige, nicht zu starke Hitze entwickelt und daher zur Bereitung der Speisen besonders geeignet erscheint. In größern Städten kocht man mehr und mehr mit Gas, welches beim Ausströmen mit so viel Luft gemischt wird, daß es nicht schwärzt. Gaskochapparate sind bei mäßigen Gaspreisen besonders für die Sommerzeit deshalb empfehlenswert, weil man bei ihnen die eben erforderliche Menge von Brennmaterial genau abmessen kann, während in den Kochmaschinen namentlich zum Erhitzen geringer Mengen stets sehr viel Brennmaterial ungenutzt verbrannt wird. Hiernach empfiehlt sich die sehr verbreitete abwechselnde Anwendung von Kochherden und Gaskochern zur Bereitung der Haupt- und Zwischenmahlzeiten. Für große Einrichtungen empfehlen sich Dampfkochapparate, neben welchen aber für gewisse Zwecke stets noch freies Feuer gebraucht wird. Die Kochgefäße bestehen aus glasiertem Thon, dessen Glasur an saure Speisen kein Blei abgeben darf, aus emailliertem Eisen, Weißblech, Kupfer- oder Messingblech. In neuerer Zeit verdrängen aus einem Stück Stahlblech gestanzte und emaillierte Gefäße die gelöteten Weißblechgefäße mehr und mehr, auch führen sich vernickelte Geschirre schnell ein. Von großem Vorteil ist die Anwendung der Dampfkochtöpfe, in welchen die Speisen unter erhöhtem Dampfe viel schneller gar werden als in offenen Töpfen. Für viele Zwecke eignen sich auch Blechtöpfe, in welchen das eigentliche Kochgefäß derartig angebracht ist, daß es nirgends die Wand des äußern berührt. Wird letzteres mit einem gut schließenden Deckel bedeckt, so ist das Kochgefäß allseitig von heißer Luft umgeben, ohne leicht überhitzt zu werden. Bei Messing- und Kupfergeschirr ist die Möglichkeit, daß die Speisen kupferhaltig werden, zu beachten.

Außer dem Ort, in welchem gekocht wird, bedeutet K. auch das Produkt der Kochkunst (z. B. gute K., s. v. w. gut zubereitete Speisen). Man bezeichnet damit aber auch den Charakter der zubereiteten Speisen, die Art und Weise dieser Zubereitung in den verschiedenen Ländern und unterscheidet französische, englische, italienische, russische, deutsche K. etc. Die französische K. ist die berühmteste und am weitesten verbreitete; fast auf der ganzen Welt und namentlich in allen Hotels der Großstädte ißt man Speisen, welche auf französische Art zubereitet sind. Die charakteristischen Merkmale dieser K. bilden: die Sorgfalt bei der Zubereitung, die Leichtigkeit und der Wohlgeschmack der Speisen selbst, der Wert, den man auf feine Saucen legt, der Grundsatz, daß nur das beste Material zur Verwendung gelangen soll, und endlich das Überwiegen der Vor- und Zwischenspeisen (hors d'œuvres, entrées, relevées, entremets). Die echte französische K. ist die beste der Welt und hat nach und nach einen ganz wesentlichen Einfluß ausgeübt auf die Küchen der andern Länder. Die englische K. bevorzugt das Solide und Kräftige; große Stücke Fleisch (Roastbeef, Schinken), in Wasser gekochtes Gemüse und Pie (Pudding). Namentlich wird in den Häusern des Mittelstandes viel kaltes Fleisch auch zum Mittagstisch genossen. Zum Fleisch werden sehr scharfe Reizmittel genossen: Pickles, scharfe Pfeffersaucen (die sogen. englischen Saucen) und andre Würzen. Beim Kochen werden Fleisch und die andern Speisen wenig gesalzen; man fügt das Salz und zwar in großen Quantitäten erst beim Essen hinzu. Daß der Engländer liebe, das Fleisch halbroh zu genießen, ist ein Aberglaube, entstanden durch den Mißbrauch, den man mit der sogen. "englischen K." auf dem Kontinent getrieben hat. Rind- und Hammelfleisch sollen rasch und saftig gebraten sein und beim Anschneiden eine leichte, rötliche Färbung zeigen. Dagegen verlangt auch der Engländer, daß Kalb- und Schweinefleisch, Geflügel und Wild richtig durchgebraten werden. Die alte