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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kujavien - Kukurbitaceen.

gebirge gegen den Lesimi und mündet nach vielfach gewundenem Lauf bei Rudolfstadt in den Atlantischen Ozean. Durch Grant Elliott wurden 1884 im Gebiet des K. 16 Stationen (vgl. Congo, S. 246) errichtet, welche später sämtlich an Frankreich übergingen. - 2) Nebenfluß des Sankullu (s. d.), des größten linksseitigen Zuflusses des Congo.

Kujavien, ein selbständiges und später zu Polen gekommenes Fürstentum am linken Ufer der Weichsel, jetzt größtenteils zur preußischen Provinz Posen gehörig, mit der Hauptstadt Brzesc, hieß sonst auch Wladislawa, von der Hauptstadt Wladislaw, und enthält die frühern Woiwodschaften Inowladislaw und Brzesc. Von K. führte der Bischof zu Wladislaw den Titel eines Bischofs von K. und Pommerellen.

Kujōn (franz. coïon oder couyon, v. ital. coglione), Schurke, Schelm; kujonieren, niederträchtig behandeln, hudeln.

Kujundschik, Ort, s. Ninive.

Kuka (Kukaua), Hauptstadt des Negerreichs Bornu im Sudân, 7 km westlich vom Tsadsee in einer von mächtigen Adansonien (von den Negern Kukas genannt) bewaldeten Ebene, besteht in Wirklichkeit aus zwei 1 km voneinander liegenden Städten, einer östlichen (Billa Ghedibe), in welcher der König und sein Hof wohnen, und einer größern westlichen (Billa Futebe), welche den weitaus größern Teil der Bevölkerung einschließt. Diese letztere ist quadratisch gebaut mit Seiten von je 2 km Länge und einem Thor an jeder Seite. Durch die Mitte von O. nach W. zieht sich die Hauptverkehrsstraße (Dendal), am Westende ist der Marktplatz. Die östliche Stadt hat sechs Thore; die niedrigen Häuser und Hütten sind aus Lehm oder aus Stroh erbaut. Die Stadt zählt 60,000 Einw. (zumeist Kanuri, dann Leute aus Kanem, Tibbu, Tuareg, Araber), welche einen lebhaften Handel (an jedem Montag ist Sklavenmarkt) treiben und eine rege Gewerbthätigkeit entfalten.

Kuki, Volk, s. Luschai.

Kuklux-Clan, großer politischer Geheimbund in den Südstaaten der nordamerikan. Union, 1867 in Nordcarolina entstanden, umfaßte alle Anhänger der Sklaverei und Feinde der Union und der republikanischen Partei und verbreitete sich sehr rasch über die andern ehemaligen Rebellenstaaten. Die zahlreichen Mitglieder, durch einen Eid miteinander verbunden und zum strengsten Geheimnis bei Todesstrafe verpflichtet, richteten ihre Gewaltthaten besonders gegen die verhaßten Neger und ihre Beschützer. Vermummt überfielen sie dieselben, ermordeten sie und verbrannten ihre Häuser. Am schlimmsten hausten sie in Südcarolina und Kentucky. Ihrem verbrecherischen Treiben trat der Kongreß im April 1871 mit dem "Anti-Kuklux-Gesetz" entgegen, das dem Präsidenten bis 1. Juli 1872 eine fast diktatorische Gewalt übertrug und den erstrebten Erfolg hatte, da das Unwesen mit militärischer Hilfe unterdrückt wurde.

Kukolnik, Nestor, russ. Schriftsteller, geb. 8. Sept. (a. St.) 1809 zu St. Petersburg, studierte in Njeschin, trat dann in den Staatsdienst und starb, seit 1857 als Wirklicher Staatsrat pensioniert, 9. Dez. (a. St.) 1868 in Taganrog. K. schrieb eine Reihe rhetorisch gehaltener, zum Teil patriotischer Dramen, von denen "Torquato Tasso" (1833), "Fürst Cholmskij" (mit Musik von Glinka) und "Die Hand des Höchsten hat das Vaterland gerettet" die bekanntesten sind. Von seinen (jetzt vergessenen) Romanen fanden "Eveline von Valjerol" (1840), "Alf und Aldona" (Kulturroman aus der Zeit des alten Litauen, 1842) und "Die beiden Kostylkow" (1845) den meisten Beifall.

Kukuchota ("blaue Stadt"), Stadt in der chines. Provinz Schansi, am Turghuanpira, einem Nebenfluß des Huangho, Knotenpunkt der Handelsstraßen von Uliassutai, Kobdo, Urga, der Dsungarei, von Ostturkistan und selbst von Lhassa, mit 200,000 Einw. Die Stadt besteht aus einer weitläufigen Citadelle mit 10,000 Mann Besatzung und einer berühmten mongolischen Universität, in deren Schulen und Klöstern 20,000 Studierende und Mönche leben sollen, und einer Handelsstadt mit sehr reich beschickten und stark besuchten Märkten. Bedeutend sind die Weberei aus Kamelhaaren, Gerberei, Färberei und Zeugdruckerei sowie die Bearbeitung der nahen Marmorbrüche und Kohlengruben.

Kukuiöl, s. Aleurites.

Kukuljević (spr. -witsch, K.-Sakčinski), Ivan, südslaw. Geschichtsforscher und Rechtsgelehrter, geb. 29. Mai 1816 zu Warasdin, widmete sich zuerst der Dichtkunst, beteiligte sich eifrig an der politischen Bewegung von 1848, ward 1861 Obergespan des Agramer Komitats und 1875 Präsident des Landesschulrats. Er ist Präsident der Südslawischen Historischen Gesellschaft, deren "Arkiv" (1850-75, 12 Bde.) er herausgab, und hat sich durch seine Forschungen über die Geschichte und Altertumskunde, seine energische Vertretung der kroatischen Nationalität auf den kroatischen Landtagen und seine Bemühungen für eine Umgestaltung des Rechtswesens auf nationaler Grundlage bekannt gemacht. Von seinen Werken sind vor allen zu nennen seine "Jura regni Croatiae, Dalmatiae et Slavoniae" (Agram 1861-62, 3 Bde.) und die "Monumenta historica Slavorum meridionalium" (das. 1868-75, 3 Bde.). Außerdem veranstaltete er Ausgaben alter dalmatischer Schriftsteller, veröffentlichte eine kroatische Bibliographie (1863), ein südslawisches Künstlerlexikon (1869) u. a. Seine Gedichte, Dramen und Erzählungen erschienen gesammelt u. d. T.: "Različita djěla" ("Vermischte Schriften", Agram 1842-47, 4 Bde.).

Küküllö, 1) Nagy-K. und Kis-K., ungar. Komitate, s. Kokelburg; 2) Flüsse, s. Kokel.

Kukumer, s. v. w. Gurke.

Kuku-Nor ("blauer See", bei den Chinesen Tsinghai), See im nordöstlichen Tibet, nahe der Grenze gegen Kansu, liegt nach Széchényi 3333, nach Prschewalskij 3687 m ü. M. in einer von Bergen eingeschlossenen Bodensenkung, ist 107 km lang und 63 km breit und hat salziges Wasser, dessen Salzgehalt bei abnehmendem Volumen des Sees mehr und mehr zunimmt. In seiner Mitte erheben sich fünf Inseln, auf deren einer ein buddhistisches Kloster liegt, dessen Bewohner nur während drei Monaten (wenn der See gefroren ist) mit dem Uferland verkehren können, da die umwohnenden Kalmücken und Kara-Tunguten keine Fahrzeuge besitzen; auch lassen dieselben den großen Fischreichtum des Sees völlig unbenutzt.

Kukurbeta, höchster Punkt des Bihargebirges (s. d.).

Kukurbitaceen (Kürbisgewächse), dikotyle Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Campanulinae, meist einjährige, mit spiralig gedrehten Ranken klimmende Kräuter mit rauhen, handnervigen, oft fünflappigen Blättern und achselständigen Blütensprossen. Die Blüten sind oberständig, eingeschlechtig und in beiden Geschlechtern meist fünfgliederig. Kelch und Krone besitzen einen gemeinsamen becherförmigen Basalteil, die Kronenabschnitte sind bald verwachsen, bald frei. Die mit den Kronenteilen abwechselnden halbierten 5 Staubgefäße sind sämtlich oder nur zu 2 und 2 verwachsen, so daß das fünfte frei bleibt, oder sie sind sämtlich frei; sie tragen einfächerige, gewun-^[folgende Seite]