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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Kulonki; Kulp; Kulpa; Kulpos; Kultivator

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Kulonki - Kultivator.

senschen Meerbusen. Bemerkenswert ist, daß durch die Springflut Holzflöße bis 70 km den Fluß hinaufgetrieben werden.

Kulonki, Fell des tatarischen Marders.

Kulp, Dorf im russ. Gouvernement Eriwan (Kaukasien), mit (1876) 2004 Einw., die sich mit der Gewinnung von Steinsalz beschäftigen. Dasselbe findet sich in der Umgegend in Schichten von 2-21 m Dicke, bei K. selbst ist ein Salzfelsen von 94 m Höhe. In der Nähe alte Tempelruinen und Denkmäler mit Inschriften, die bis 951 zurückreichen.

Kulpa, Nebenfluß der Save, entspringt im O. des Krainer Schneebergs, wird bei Karlstadt schiffbar und mündet nach 334 km langem Lauf, wovon 160 km schiffbar sind, bei Sissek, links. Am 22. Juni 1593 siegten an der K. die Ungarn über die Türken.

Kulpos (lat.), schuldhaft, mit Schuld, und zwar aus Fahrlässigkeit, nicht aus böser Absicht (im Gegensatz zu dolos); s. Culpa und Fahrlässigkeit.

Kultivator (neulat., engl.), jedes durch Spann- oder Dampfkraft betriebene Bodenbearbeitungsgerät, speziell ein mehrschariges Gerät, welches den Boden lockert, die Unkräuter vertilgt oder bestimmte Arbeiten der Bodenkultur, wie z. B. das Behacken der Pflanzen, ausführt. Letzterer Aufgabe entsprechen freilich in vollkommnerer Weise die Pferdehacken (s. Pferdehacke), da dieselben gleichzeitig mehrere Zwischenräume von Reihenpflanzen, wie gedrilltes Getreide, Rüben oder Zichorien, bearbeiten; trotzdem finden die Kultivatoren mannigfache Anwendung für diesen Zweck. Der bekannteste K., namentlich zur Tiefkultur und zur Zerstörung tief wurzelnder Unkräuter, ist der von dem englischen Fabrikanten Coleman konstruierte (Fig. 1), welcher infolge seiner zweckmäßigen Anordnung die ausgedehnteste Anwendung findet. Er besitzt ein eisernes Gestell, welches durch drei in vertikaler Richtung stellbare Räder getragen wird. In demselben sind in zwei Reihen 5 oder 7, zuweilen auch 9 Scharen angeordnet, welche durch einen gemeinschaftlichen Hebel aus dem Boden gehoben und durch Verstellung dieses Hebels in einem Kreissegment zu beliebigem Tiefgang eingestellt werden können. Die zugehörigen Bodenbearbeitungsinstrumente (Fig. 2) werden in mannigfaltigster Form verwendet, und man bezieht in der Regel mit dem K. eine größere Anzahl dieser Scharen, welche auf den Stielen aufgeschoben und mittels hölzerner Stifte befestigt werden. Diese Anordnung gewährt gegenüber den mit den Stielen aus einem Stück gefertigten Scharen den Vorteil, daß, wenn das Gerät auf ein Hindernis, z. B. einen größern Stein, stößt, ein Abbrechen des schwer zu erneuernden Scharstiels unmöglich gemacht wird, da der hölzerne Bruchstift eine geringere Widerstandsfähigkeit als dieser besitzt und demnach abgeschnitten wird. Die in Fig. 2 dargestellten spitzen Scharen dienen vornehmlich für Boden, welcher durch die Arbeit des Kultivators von Unkräutern gereinigt werden soll, während die breiten Scharen hauptsächlich zur tiefen Lockerung des Untergrundes benutzt werden. Der in Fig. 3 dargestellte K. dient zum Bearbeiten der Zwischenräume von Hackfrüchten. Die Gesamtdisposition ist die eines gewöhnlichen Pflugs mit Stelzrad; zur Bodenbearbeitung dient zunächst eine Grubberschar mit aufsteigenden Seitenflächen, welche eine ähnliche Wirkung ausüben wie ein Häufelpflug. Unmittelbar dahinter folgen zwei flache, an vertikalen Stielen stellbare Messer zum Abschälen der obersten harten Erdkruste; dieselben können in dem Gestell nach der Seite hin verschoben werden, um je nach dem Abstand der beiden Pflanzenreihen die Arbeitsbreite zu regulieren. Den Schluß bildet eine kleine Egge, welche die durch den Häufler und die Schälmesser aufgeworfene Erde gleichmäßig ausbreitet. Die äußere Anordnung dieses wertvollen Geräts ist nicht immer die nämliche, wie sie in Fig. 3 dargestellt ist; häufig werden für andre Zwecke in dem nämlichen Gestell die mannigfaltigsten Kulturwerkzeuge einge-^[folgende Seite]

^[Abb.: Fig. 1. Kultivator von Coleman. Fig. 2. Bodenbearbeitungsinstrumente des Colemanschen Kultivators.]