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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kupferminenfluß - Kupferschiefer.

bar; er dient zur Darstellung kupferreicherer Legierungen. Die Legierung mit 5 Proz. Silicium hat helle Bronzefarbe, ist in Härte und Zähigkeit dem Eisen ähnlich, sehr dehnbar, gut zu bearbeiten und schmelzbar wie Zinnbronze. Vgl. Bischoff, Das Kupfer und seine Legierungen (Berl. 1865); v. Bibra, Die Bronze- und Kupferlegierungen der alten und ältesten Völker (Erlang. 1869).

Kupferminenfluß (Coppermine River), vielfach gewundener Strom mit zahlreichen Fällen in Britisch-Nordamerika, entspringt aus dem Point Lake auf den sogen. Barren Grounds und ergießt sich in den Coronationgolf des Arktischen Ozeans. In seiner Nähe hat man Kupfer gefunden, das die Indianer dieser Region lange vor ihrer Bekanntschaft mit dem Eisen zu ihren Gerätschaften verwendeten.

Kupferminenindianer, ein zur großen athapaskischen Familie gehörender Indianerstamm in Britisch-Nordamerika, am Kupferminenfluß, östlich vom Mackenzie, auf der Nordseite des Großen Sklavensees, während er früher dessen Südseite innehatte.

Kupfernase, s. v. w. Kupferausschlag.

Kupfernatter, s. v. w. Kreuzotter.

Kupfernickel, s. v. w. Rotnickelkies.

Kupferotter (Kupfernatter), s. v. w. Kreuzotter.

Kupferoxyd CuO findet sich in der Natur als Tenorit, Kupferschwärze, Kupfermanganerz, Crednerit und entsteht bei anhaltendem Glühen von Kupfer an der Luft sowie beim Erhitzen von Kupferhydroxyd, salpetersaurem oder kohlensaurem Kupferoxyd. Kupferhammerschlag enthält neben K. etwas Kupferoxydul, gibt aber reines K., wenn man ihn mit Salpetersäure benetzt und ausglüht. K. ist schwarz, amorph oder kristallinisch, geruch- und geschmacklos, hygroskopisch, schmelzbar, erstarrt kristallinisch, färbt Glasflüsse grün und wird in denselben durch Zinn oder Eisenoxydul reduziert. Es ist löslich in Säuren oder fetten Ölen, in Ammoniak bei Gegenwart von Ammoniaksalzen. Beim Erhitzen wird es leicht durch Wasserstoff und organische Substanzen reduziert, indem letztere auf Kosten des Sauerstoffs des Kupferoxyds zu Kohlensäure und Wasser verbrennen. Hierauf beruht die Anwendung des Kupferoxyds zur Analyse organischer Substanzen (Elementaranalyse). In der Medizin dient K. als Bandwurmmittel.

Kupferoxydammoniak, s. Kupferhydroxyd.

Kupferoxydhydrat, s. v. w. Kupferhydroxyd.

Kupferoxydsalze, s. Kupfersalze.

Kupferoxydul Cu2O ^[Cu_{2}O] findet sich in der Natur als Rotkupfererz und Kupferblüte, entsteht bei mäßigem Erhitzen von Kupfer an der Luft und bildet als gleichmäßiger Überzug auf demselben die braune Bronze; auch im Kupferhammerschlag ist es enthalten. Wenn man Kupfervitriollösung mit so viel Traubenzucker und Kalilauge versetzt, daß sich der anfangs entstehende Niederschlag in der Kalilauge wieder löst, so scheidet sich beim Erwärmen alles Kupfer als schön rotes kristallinisches K. aus. Das K. ist unlöslich in Wasser, luftbeständig, verwandelt sich beim Erhitzen an der Luft in Kupferoxyd, gibt mit Sauerstoffsäuren Kupferoxydsalze und metallisches Kupfer, mit Salzsäure Chlorür; die farblose Lösung in Ammoniak wird an der Luft durch Oxydation blau, bei Luftabschluß und Gegenwart von Kupfer wieder farblos. Es schmilzt bei Rotglut, färbt Glasflüsse rubinrot und findet sich im sogen. Kupferrubinglas. Aus den Kupferoxydulsalzen oder Kupferchlorür wird durch Kalilauge gelbes kristallinisches Kupferhydroxydul (Kupferoxydulhydrat) Cu2OH2O ^[Cu_{2}OH_{2}O] gefällt, welches leicht in K. und Wasser zerfällt, sich an der Luft schnell zu Kupferhydroxyd oxydiert und mit Säuren die Kupferoxydulsalze gibt.

Kupferoxydulsalze, s. Kupfersalze.

Kupferpecherz, s. Kupfergrün.

Kupferpräparate, die zu arzneilichen Zwecken dienenden kupferhaltigen Präparate: Aerugo, Cuprum subaceticum, Grünspan, basisch essigsaures Kupferoxyd, Ceratum Aeruginis (Ceratum s. Emplastrum viride), Grünspancerat, grünes Wachs, s. Cerate; Cuprum aceticum (Aerugo crystallisata, Flores viridis aëris, kristallisierter Grünspan), s. v. w. essigsaures Kupferoxyd; Cuprum aluminatum (Kupferalaun, Heiligenstein), s. v. w. Lapis divinus; Cuprum ammoniacale, s. unten; Cuprum oxydatum, s. v. w. Kupferoxyd; Cuprum sulfuricum (Kupfervitriol), s. v. w. schwefelsaures Kupferoxyd; Cuprum sulfuricum ammoniatum (Cuprum ammoniacale, Kupferammonium, Kupfersalmiak), s. v. w. schwefelsaures Kupferoxydammoniak.

Kupferrauch, s. v. w. Zinkvitriol.

Kupferrose, s. v. w. Kupferausschlag.

Kupferrubin, s. Rubinglas.

Kupfersalmiak, s. Kupfervitriol.

Kupfersalze. Das Kupfer bildet zwei Reihen Salze, Kupferoxydsalze (Kuprisalze) und Kupferoxydulsalze (Kuprosalze). Von erstern finden sich viele in Mineralien; sie entstehen durch Auflösen von Kupfer, Kupferoxyd oder kohlensaurem Kupferoxyd in Säuren, die unlöslichen durch Wechselzersetzung; sie sind im wasserhaltigen Zustand meist blau oder grün, im wasserfreien Zustand farblos oder gelb, lösen sich meist in Wasser und reagieren dann sauer. Beim Erhitzen werden sie leicht zersetzt. Aus den kalten Lösungen fällt Kalilauge zuerst grünes basisches Salz, dann blaues Kupferhydroxyd, welches beim Erhitzen schwarz wird. Der durch Ammoniak erzeugte Niederschlag löst sich in überschüssigem Ammoniak mit tief lasurblauer Farbe. Eine wegen sehr starker Verdünnung farblos gewordene Kupfersalzlösung wird durch Ammoniak noch blau gefärbt. Gelbes Blutlaugensalz erzeugt einen braunen, Schwefelwasserstoff einen braunschwarzen Niederschlag. Zink, Eisen, Blei, Phosphor scheiden metallisches Kupfer ab, und ein blanker Stahl färbt sich noch in sehr verdünnten Lösungen durch eine Kupferhaut rot. Die Kupferoxydsalze sind giftig; viele finden in der Technik ausgedehnte Anwendung (besonders auch als Farben), manche dienen als Arzneimittel. Von den viel weniger bedeutenden Kupferoxydulsalzen sind nur wenige in reinem Zustand bekannt, da das Kupferoxydul mit den meisten Säuren Kupferoxydsalze und Kupfer liefert. Die bekannten Salze sind farblos, bisweilen gelb oder rot und werden an der Luft durch Oxydation blau oder grün; ebenso färbt sich ihre farblose Lösung.

Kupfersand, s. v. w. Barillakupfer.

Kupferschiefer, schwarzer, bituminöser, der Zechsteinformation angehörender Mergelschiefer, welcher in einer Mächtigkeit von 0,6 m durch den größten Teil von Mitteldeutschland verbreitet ist; er ist reich an Fischresten, welche, der Schichtung parallel, meist auf dem Rücken liegen und mit Kupfererzen überkrustet oder in eine schwarze, glänzende Masse verwandelt sind. Der K. enthält neben 8-20 Proz. Bitumen Kupfer und Silber, obwohl Erzteilchen (Kupferglanz, Kupferkies, Buntkupfererz) nur ausnahmsweise in kleinen Partikelchen erkennbar sind. Meist ist er nicht abbauwürdig, in der Gegend von Mansfeld aber besteht uralter Bergbau und Hüttenbetrieb, und man gewann dort 1883 aus der untern