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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Kuppenheim - Kurabel.

in der letzten Zeit bemüht, sogen. Sicherheitskuppelungen zu erfinden, welche ein Kuppeln und Lösen der Wagen von deren Langseite aus gestatten sollen; doch ist man bisher noch auf keine recht brauchbare Konstruktion gekommen. Vgl. Reuleaux, Der Konstrukteur (3. Aufl., Braunschw. 1882); v. Reiche, Maschinenfabrikation (2. Aufl., Leipz. 1876).

Kuppenheim, Stadt im bad. Kreis Baden, Amt Rastatt, an der Murg und der Linie Rastatt-Gernsbach der Badischen Staatsbahn, hat Kalk- und Sandsteinbrüche, Fabrikation von Zement und Parkettfußböden, Obst- und Meerrettichbau, Viehhandel und (1885) 1948 meist kath. Einwohner. Hier Gefechte: im französischen Revolutionskrieg 5. Juli 1796 zwischen 60,000 Franzosen unter Moreau und 20,000 Österreichern unter Latour, welch letztere sich tapfer fechtend zurückzogen, und im badischen Revolutionskrieg 29. und 30. Juni 1849 zwischen Reichstruppen (Preußen) und badischen Insurgenten; auch wurde von hier aus die Belagerung von Rastatt bis zu dessen Übergabe 23. Juli 1849 geleitet.

Kuprisalze, s. Kupfersalze.

Kuprismus, s. Kupfervergiftung.

Kuprisulfat, s. Kupfervitriol.

Kupromangan, s. Manganlegierungen.

Kuproplumbīt, s. Kupferbleiglanz.

Kuprosalze, s. Kupfersalze.

Kupulārbildungen (v. lat. cupula, Becher), becherförmige Ausbreitungen der Blütenachse, welche besonders den epigynen und perigynen Blüten eigentümlich sind (vgl. Blüte, S. 66). Bekannte K. zeigen die Blüten der Kirsche und der Rose; bei ersterer stehen die Kelch-, Blumen- und Staubblätter auf dem Rande der becherförmigen Kupula, der Fruchtknoten dagegen frei im Grunde desselben. Bei der Rose stehen die Kelch-, Blumen- und Staubblätter ebenso, die zahlreichen Fruchtblätter aber auf der Innenseite des Bechers. Ist die Kupula, wie beim Apfel oder der Birne, mit den Fruchtblättern verwachsen, so entsteht der unterständige oder Kupularfruchtknoten.

Kupulārfruchtknoten, s. Kupularbildungen.

Kupulifēren (Becherfrüchtler), dikotyle Familie aus der Ordnung der Amentaceen, Holzgewächse, meistens Bäume mit wechselständigen, einfachen, fiedernervigen Blättern und freien, abfallenden Nebenblättern. Die Blüten sind eingeschlechtig, einhäusig, erscheinen vor der Belaubung oder gleichzeitig mit ihr. Die männlichen stehen in walzenförmigen oder kugeligen Kätzchen, hinter deren Deckblättern die Blüten bald ohne, bald mit schuppenförmigen Vorblättchen stehen. Dieselben haben entweder kein Perigon und bestehen dann nur aus einer Anzahl von Staubgefäßen, oder sie besitzen ein kelchartiges, meist vier- bis achtspaltiges Perigon, welches ebensoviel oder mehr oder weniger Staubgefäße umgibt. Letztere sind bisweilen gespalten und stehen bei Isomerie vor den Perigonteilen. Die weiblichen Blüten bilden entweder auch endständige Kätzchen, oder finden sich einzeln oder zu wenigen büschelförmig, endständig oder achselständig hinter den Laubblättern. Entweder ist jede einzelne weibliche Blüte, oder es sind deren mehrere dicht beisammenstehende von einem Becher (cupula) umgeben, welcher aus einem oder einer Anzahl Vorblättchen gebildet ist und verschiedenartige Beschaffenheit annimmt, die er aber erst zur Fruchtzeit vollständig erreicht, wo er, beträchtlich vergrößert, je eine Frucht oder mehrere Früchte umgibt. Die weibliche Blüte selbst hat einen unterständigen, zwei- oder dreifächerigen Fruchtknoten, dessen oberer Rand von einem vollkommenen oder in verschiedenem Grad rudimentären Perigon umsäumt wird und in einen kurzen, säulenförmigen, zweispaltigen Griffel übergeht, der entweder gerade ist und mit punktförmigen Narben endigt, oder mehr oder weniger umgebogen und auf der flachen oder rinnenförmigen Innenseite mit den Narbenpapillen besetzt ist. Jedes Fach des Fruchtknotens enthält eine oder zwei hängende Samenknospen. Die Frucht ist eine Nuß mit leder- oder holzartiger Schale, durch Fehlschlagen meist einfächerig und einsamig; der endospermlose Same enthält einen geraden Keimling mit großen, stärkemehl- und ölreichen Kotyledonen, welche entweder blattartig sind und dann bei der Keimung über dem Boden sich entfalten, oder dick und fleischig sind und dann im Boden verbleiben. Der Becher, in welchem die Frucht sitzt, ist entweder dünn blattartig, mit verschieden gestaltetem Saum, wie bei der Haselnuß und der Hainbuche, oder dicker, lederartig und auswendig stachlig, wie bei der Rotbuche und der Kastanie, oder auch eine holzige, außen schuppige Schüssel, wie bei den Eichen. Vgl. A. de Candolle, Cupuliferae, in "Prodromus", Bd. 16; A. S. Örsted, Études préliminaires sur les cupulifères de l'époque actuelle (Kopenh. 1871). - Die aus ca. 340 Arten bestehende Familie der K. bewohnt vorzugsweise die nördliche Hemisphäre, fehlt ganz in Australien und Afrika, mit Ausnahme der Nordküste letztern Weltteils, und tritt in der gemäßigten Zone der südlichen Halbkugel, besonders in Chile, Feuerland, auf Neuseeland und Vandiemensland, auf. Auf den feuchten Gebirgen Javas, Sumatras und der Kordilleren Mexikos in einer Höhe von 4-6000 Fuß wächst die Mehrzahl der Arten; in der gemäßigten Zone nimmt ihre Zahl beträchtlich ab, die vorhandenen Arten nehmen aber ein bedeutendes Terrain für sich in Anspruch, wie die Eichen- und Buchenwälder Europas zeigen. - Die K. sind in der vorweltlichen Pflanzenwelt seit der Kreidezeit durch die Gattungen Dryophyllum Deb., Fagus L. (Buche), Castanea Tourn. (Kastanie), Quercus L. (Eiche) vertreten gewesen; sehr zahlreiche Arten dieser und der Gattungen Ostrya Mich., Carpinus L. (Hainbuche), Corylus L. (Haselnuß), Fegonium Unger und Quercinium Unger finden sich in Tertiärschichten.

Kur (althochd. Kür), s. v. w. Erwählung, Wahl; insbesondere gebraucht vom Rechte der Königswahl im alten Deutschen Reich, jetzt nur noch in Zusammensetzungen vorkommend; auch s. v. w. Kurwürde; vgl. Kurfürsten.

Kur (vom lat. cura, "Fürsorge, Pflege"), ärztliche Behandlung eines Kranken, namentlich in Bezug auf die angewandten Heilmittel und deren Erfolg; auch auf Geistiges übertragen.

Kur (Kura), Fluß in Kaukasien, entspringt im Gebiet von Kars, fließt zuerst in stürmischem und gewundenem Lauf nach NO., wendet sich dann, nun auf eine große Strecke von der Eisenbahn vom Schwarzen zum Kaspischen Meer begleitet, südostwärts und ergießt sich nach 1000 km langem Lauf unterhalb Saljan, wo er eine große Anzahl von Armen in die Kysylagatschbai entsendet, in das Kaspische Meer. Außer kleinern Flüssen nimmt der K. nicht weit von seiner Mündung den bedeutenden Aras auf. In seinem Oberlauf wird er von Bergzügen eingeengt, sein Unterlauf fließt durch weite Steppen. Für die Schiffahrt hat er wenig Wert; dagegen ist sein Fischreichtum ein außerordentlicher, so daß die Verpachtung der Fischereigerechtsame dem Staat jährlich 400,000 Mk. einträgt.

Kurābel (lat.), heilbar.