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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: La Chaux de Fonds; Lachbaum; Lâche; Lachen; Laches; Lachĕsis; Lâcheté; Lachgas; Lachine; Lachkrampf; Lachmann

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La Chaux de Fonds - Lachmann.

comédie larmoyante. Hierher gehören besonders die Stücke: "La fausse antipathie" (1733); "Le préjugé à la mode" (1735), gegen das damals weitverbreitete Vorurteil gerichtet, ein Mann von Stand könne für seine Frau keine Liebe zeigen; "L'école des amis" (1737); "Mélanide" (1741); "L'école des mères" (1744); "La gouvernante" (1747) u. a. L., der nur in Versen schreibt und die Regeln des klassischen Dramas streng befolgt, verlegt seine Handlung in die bürgerlichen Kreise; dabei entbehren seine Situationen jeder Komik, und der Ton seiner moralisierenden, sententiösen Dialoge ist bis zur Abgeschmacktheit langweilig. Seit 1736 Mitglied der Akademie, starb er 14. März 1754. Seine "Œuvres complètes" erschienen Paris 1762, 5 Bde.; seine "Œuvres choisies" das. 1813, 2 Bde.; 1825; "Contes et poésies" gab Lacroix heraus (das. 1880).

La Chaux de Fonds, s. Chaux de Fonds.

Lachbaum, ein Baum mit eingehauenem Zeichen (altd. Lachen); besonders Grenzbaum.

Lâche (franz., spr. lahsch, lasch), schlaff, träge, feig, niederträchtig; Lâcheté; Feigheit etc.

Lachen (Risus), eigentümliche Atmungsbewegungen, bei welchen die Ausatmung in mehreren schnell hintereinander folgenden Stößen unter mehr oder weniger starkem Schall ausgeführt wird, während die Einatmung meist in einem kontinuierlichen, etwas beschleunigten und tiefen Zuge geschieht. Diese Atmungsbewegung ist jedoch beim L. stets mit einer Zusammenziehung der mimischen Gesichtsmuskeln verbunden, welche im wesentlichen auf eine Verbreiterung der Mundspalte und Hebung der Mundwinkel hinausläuft. Überschreitet das erwähnte Muskelspiel ein bestimmtes Maß, so entsteht anstatt des Lachens ein Grinsen; findet es dagegen in geringerm Grad statt, so bezeichnet man es als Lächeln, bei welchem übrigens die stoßweise Ausatmung auch fehlen oder auf ein Minimum reduziert sein kann. Das L. ist gewöhnlich ein unwillkürlicher Akt, welcher in der Weise vor sich geht, daß ein durch die Empfindungsnerven dem Gehirn überlieferter Reiz dadurch ausgeglichen wird, daß er in jenem Zentralorgan auf die Nervenursprünge der beim L. in Kontraktion versetzten Muskeln übertragen wird. Die Folge der Übertragung eines solchen Reizes auf die betreffenden Nerven ist eben die Zusammenziehung der Muskeln, mit denen sie in Verbindung stehen. Demnach ist das L. eine sogen. Reflexbewegung (s. d.) und hat, wie alle Reflexbewegungen, die Eigentümlichkeit, daß sie am vollkommensten stattfindet, wenn unsre Aufmerksamkeit von unserm Körper abgewendet ist, wogegen man das L. durch Selbstbeherrschung bis zu einem gewissen Grad zurückzuhalten vermag. Das L. wird aber auch durch gewisse Gefühlseindrücke (wie z. B. beim Kitzeln der Fußsohlen etc.) hervorgerufen und dient gewissermaßen als Mittel zum Zweck der Ausgleichung des durch jene Eindrücke verursachten Reizes. Bei reizbaren Personen, welche an sich schon zur Maßlosigkeit hinneigen, kann die Reflexbewegung des Lachens leicht zu einer Art von Krampf ausarten. Dies ist der sogen. Lachkrampf, an welchem besonders hysterische Frauen und Mädchen nicht selten leiden. Vgl. Darwin, Der Ausdruck der Gemütsbewegungen (deutsch, 4. Aufl., Stuttg. 1884); Hecker, Die Physiologie und Psychologie des Lachens (Berl. 1873).

Laches, Sohn des Melanopos, athen. Feldherr, wurde 427 v. Chr. nebst Charöades mit einer Flotte nach Sizilien gesandt, um Leontinoi und die mit ihm verbündeten übrigen chalkidisch-ionischen Staaten gegen Syrakus zu unterstützen. Als Charöades 426 fiel, übernahm L. den Oberbefehl über die Flotte allein und zwang Mylä und Messana zur Übergabe. Anfang 425 wurde er im Oberbefehl durch Pythodoros ersetzt. Von Kleon angeklagt, in Sizilien Unterschleife begangen zu haben, wurde er zwar freigesprochen, erhielt aber kein Kommando und zog unter Hippokrates als Hoplit mit nach Böotien. Nach Kleons Tod wieder zu Einfluß gelangt, unterhandelte er gemeinsam mit Nikias den Frieden, welcher im Frühjahr 421 zu stande kam. 418 befehligte er mit Nikostratos die Truppen, welche den Argeiern zu Hilfe geschickt wurden, und beide athenische Heerführer blieben in der Schlacht von Mantineia. Nach L. ist der Platonische Dialog über die Tapferkeit benannt.

Lachĕsis, eine der Parzen oder Mören (s. d.).

Lachĕsis (Rautenschlange, Lachesis Daud.), Schlangengattung aus der Unterordnung der Vipern und der Familie der Grubenottern (Crotalidae), den Klapperschlangen sehr ähnliche Schlangen, welche aber statt der Klapper eine Anzahl dorniger Schuppenreihen vor dem spitzen, hornigen Schwanzende besitzen. Der Buschmeister (Surukuku, L. mutus Daud., s. Tafel "Schlangen I"), über 2,5 m lang, rötlichgelb, oben mit einer Längsreihe großer, schwarzbrauner Rauten, deren jede zwei kleine, hellere Flecke einschließt, auf dem Kopf unregelmäßig schwarzbraun gefleckt, unterseits gelblichweiß, bewohnt Brasilien und Guayana, lebt in Wäldern und ist höchst gefährlich, da er den Menschen angreift und sein Biß sehr schnell tötet. Indianer und Neger essen das Fleisch, und die Homöopathen benutzen das Gift als Arzneimittel.

Lâcheté (franz., spr. lahschté), s. Lâche.

Lachgas (Lustgas), s. v. w. Stickstoffoxydul.

Lachine (spr. laschihn), Dorf in der britisch-amerikan. Provinz Quebec, oberhalb Montreal am St. Lorenzstrom, der hier Schnellen bildet, die in einem Kanal umgangen werden, mit (1881) 2406 Einw.

Lachkrampf, s. Lachen.

Lachmann, Karl Konrad Friedrich Wilhelm, berühmter Philolog, geb. 4. März 1793 zu Braunschweig und auf dem Catharineum daselbst gebildet, widmete sich seit 1809 in Leipzig klassischen, dann in Göttingen unter Benecke auch germanistischen Studien, habilitierte sich 1815 in Göttingen, trat aber bald darauf als freiwilliger Jäger ein, wurde 1816 Kollaborator am Friedrichswerderschen Gymnasium zu Berlin und Privatdozent an der dortigen Universität, übernahm noch im Sommer desselben Jahrs die Stelle eines Oberlehrers am Friedrichs-Gymnasium zu Königsberg und 1818 eine außerordentliche Professur an der Universität daselbst, wurde 1825 außerordentlicher, 1827 ordentlicher Professor in Berlin, 1830 Mitglied der Akademie der Wissenschaften und starb 13. März 1851 daselbst. L. ist der Begründer der modernen diplomatischen Kritik, indem er sie von subjektivem Belieben auf feste Normen zurückführte, nicht bloß auf dem Gebiet der klassischen, sondern auch der altdeutschen Litteratur. In ersterer Beziehung sind vor allem hervorzuheben seine "Betrachtungen über Homers Ilias" (Abhandlungen der Berliner Akademie 1837, 1841 u. 1843; gesammelt mit Zusätzen von Haupt, Berl. 1847; 3. Aufl. 1874), in denen die Ilias in einzelne Lieder zerlegt wird, und seine bahnbrechende Ausgabe des Lucretius (das. 1850; 1. Bd.: Text, 4. Aufl. 1871; 2. Bd.: Kommentar, 4. Aufl. 1882), sodann die Ausgaben des Properz (Leipz. 1816; neue Ausg., Berl. 1829), Tibull (das. 1829), Catull (das. 1829, 3. Aufl. 1874),