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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Langbein; Lange

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Langbein - Lange.

geführt; an ihre Stelle ist seit 1872 die von ihm und Langhans in Bern herausgegebene "Reform" getreten. In den weitesten Kreisen wirkte er durch: "Versuch einer christlichen Dogmatik" (Berl. 1858, 2. Aufl. 1865), "Ein Gang durch die christliche Welt" (das. 1859, 2. Aufl. 1870), "Religiöse Charaktere" (Winterthur 1862, 2. Aufl. 1872), "Stunden der Andacht" (das. 1862-65, 2 Bde.), "Das Leben des Apostels Paulus" (das. 1866), "Martin Luther" (Berl. 1870), ganz besonders aber durch seine geistvollen Predigten, von denen ein Band schon 1853 (St. Gallen), dann eine ganze Serie als "Religiöse Reden" (Zürich 1873-74, 2 Bde.; 2. Aufl. 1876) erschienen ist. Vgl. Biedermann, Heinrich L. (Zürich 1876).

4) Wilhelm, Schriftsteller, geb. 16. Juli 1832 zu Tuttlingen, studierte 1850-54 in Tübingen Theologie, trat aber 1858 in die Redaktion der "Allgemeinen Zeitung" ein und ist seit 1860 Mitredakteur des "Schwäbischen Merkur" in Stuttgart. 1879-81 war er zugleich Herausgeber der Leipziger Wochenschrift "Im neuen Reich". Politisch thätig ist er besonders seit 1866, seit welcher Zeit er sich um die Gründung und Leitung der deutschen Partei in Württemberg sehr verdient gemacht hat. Seine theologischen Arbeiten, die vorzugsweise das Urchristentum im Sinn der Tübinger Schule zum Gegenstand haben, sind in Zeitschriften zerstreut. Bekannter wurde L. durch seine Werke über italienische Litteratur und Politik. Selbständig erschienen: "Michelangelo Buonarroti als Dichter" (Stuttg. 1868); "David Friedrich Strauß" (Leipz. 1874); "Transalpinische Studien" (das. 1875, 2 Bde.); "Peloponnesische Wanderung" (Berl. 1878); "Von und aus Schwaben" (Stuttg. 1885-87, 4 Hefte).

5) Heinrich, Maler, geb. 24. April 1838 zu Regensburg, bezog 1854 die Universität München, wandte sich aber alsbald der Kunst zu, ging 1854 nach Berlin, kehrte 1855 nach München zurück und war ein Jahr lang Schüler von Friedrich Voltz; dann setzte er seine Studien in Stuttgart und den königlich württembergischen Gestüten fort und nahm hierauf bei Voltz wieder Unterricht im Malen. Das Lagerleben auf dem Lechfeld, das er 1859 als Soldat mitzumachen hatte, steigerte seine Neigung für die Militärmalerei. Vom nächsten Jahr an machte er auf wiederholten Reisen nach Ungarn und den Donaufürstentümern umfassende Pferdestudien und verweilte 1866-67 in Paris. Den Feldzug gegen Frankreich machte er im Hauptquartier des 2. bayrischen Armeekorps mit und bereiste 1874 Holland, Ungarn, die europäische Türkei, Kleinasien, Griechenland und Italien. Hauptwerke Langs sind: Pußtapferde im Sumpf (1866); mehrere Pferdeporträte für den Fürsten Taxis; ungarische Pferde (Galerie auf dem Rosenstein bei Stuttgart); Pariser Pferderennen (Galerie des Großherzogs von Baden); Schlacht bei Sedan; Angriff der französischen Chasseurs d'Afrique bei Floing; Attacke der Brigade Bredow bei Vionville; Episode aus der Schlacht bei Wörth. Seine Spezialität beruht in der Darstellung der Pferde bei lebhaftester Bewegung. L. hat auch humoristische Manöver und Zirkusszenen gezeichnet.

Langbein, August Friedrich Ernst, humoristischer Dichter und seiner Zeit beliebter Romanschriftsteller, geb. 6. Sept. 1757 zu Radeberg bei Dresden, besuchte die Fürstenschule zu Meißen, studierte seit 1777 in Leipzig die Rechte, trat 1781 als Aktuar in das Justizamt Großenhain und wendete sich 1785 nach Dresden, wo er anfangs als Sachwalter auftrat, nach Verlauf eines Jahrs aber bei dem Geheimen Archiv als Kanzlist angestellt wurde. Seit 1800 privatisierte er in Berlin, wo ihm 1820 das Amt eines Zensors der schönwissenschaftlichen Schriften übertragen ward. Er starb hier 2. Jan. 1835. In seinen Gedichten ("Gedichte", Leipz. 1788 u. öfter; "Neuere Gedichte", Tübing. 1812 u. 1823; "Schwänke", Dresd. 1792 u. öfter), deren mehrere große Verbreitung erlangten, hat er besonders die schwankhafte poetische Erzählung, die sich der Balladenform annähert, mit Glück angebaut. Er war äußerst gewandt in der Verifikation und unerschöpflich an muntern Scherzen, aber nicht frei von Neigung zum Frivolen und Lüsternen. Gleiches gilt von seinen komischen Romanen und Erzählungen ("Thomas Kellerwurm", "Magister Zimpels Brautfahrt" etc.), die sich im übrigen durch glückliche Erfindung und gefällige Darstellung auszeichnen. Seine "Sämtlichen Schriften" erschienen Stuttgart 1835-37, 31 Bde. (2. Aufl. 1841, 16 Bde.); eine neue Ausgabe der "Gedichte" daselbst 1854, 4 Bde., und "Humoristische Gedichte", herausgegeben von Tittmann, Halle 1875.

Lange. Gelehrte: 1) Joachim, Theolog und Philolog, geb. 26. Okt. 1670 zu Gardelegen in der Altmark, studierte zu Leipzig, Erfurt und Halle, wurde 1696 Rektor in Köslin, später Direktor des Friedrichswerderschen Gymnasiums zu Berlin, endlich 1709 Professor der Theologie in Halle, wo er 7. Mai 1744 starb. Er ist vorzugsweise bekannt geworden durch die von ihm verfaßten sogen. Halleschen Grammatiken: "Griechische Grammatik" (zuerst Halle 1705) und "Lateinische Grammatik" (zuerst das. 1707), die lange Zeit hindurch allgemein im Gebrauch waren.

2) Johann Peter, protestant. Theolog, geb. 10. April 1802 zu Sonnborn bei Elberfeld, studierte seit 1822 in Bonn Theologie, wurde Pfarrer in den Rheinlanden, zu Wald 1826, zu Langenberg 1828, zu Duisburg 1832, folgte 1841 einem Ruf als Professor der Theologie nach Zürich, 1854 nach Bonn, wo er, 1860 zugleich zum Konsistorialrat ernannt, 9. Juli 1884 starb. Unter seinen zahlreichen, auch geistliche Dichtungen didaktischer und lyrischer Art und verschiedene Predigtsammlungen umfassenden Werken erwähnen wir: "Vermischte Schriften" (Mörs 1840-41, 4 Bde.; neue Folge, Bielef. 1860-64, 3 Bde.); "Das Leben Jesu" (Heidelb. 1844-47, 3 Bde.); "Christliche Dogmatik" (das. 1849-52, 3 Bde.); "Das apostolische Zeitalter" (Braunschw. 1853-54, 2 Bde.); "Zur Psychologie in der Theologie" (Heidelb. 1873); "Grundriß der theologischen Encyklopädie" (das. 1877); "Grundriß der biblischen Hermeneutik" (das. 1878); "Grundriß der christlichen Ethik" (das. 1878); "Die Menschen- und Selbstverachtung als Grundschaden unsrer Zeit" (das. 1879); "Grundriß der Bibelkunde" (das. 1881). Seit 1857 gab er im Verein mit andern das umfangreiche "Theologisch-homiletische Bibelwerk" heraus.

3) Henry, Kartograph, geb. 13. April 1821 zu Stettin, Schüler von Berghaus, leitete 1855-59 die geographisch-artistische Anstalt von F. A. Brockhaus in Leipzig und ist seit 1868 Plankammerinspektor am Statistischen Büreau in Berlin. Er gab unter anderm heraus: "Schulatlas" (mit Liechtenstern, Braunschw. 1852 u. öfter, 44 Blätter; mit mehreren Ergänzungsheften), dem sich der "Volksschulatlas" (das. 1871, oft aufgelegt) anschloß; "Land- und Seekarte des Mittelländischen Meers" (Triest 1857, 10 Blätter); "Reiseatlas von Deutschland" (Leipz. 1855-59, 58 Karten); "Bibelatlas" (zu Bunsens Bibelwerk, das. 1860, 10 Blätter); "Atlas von Sachsen" (das. 1860 bis 1862, 10 Blätter); "Handatlas" (das. 1867, 30