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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: La Plata; La Porte; Lappa; Lappalĭe; Lappen; Lappenbäume; Lappenberg

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La Plata - Lappenberg.

bis 1823 eine bedeutende Anzahl Abhandlungen in die "Mémoires" der Akademie und für andre Journale. Seine "Œuvres complètes" erschienen Paris 1843-48 in 7 Bänden, in neuer Ausgabe (13 Bde.), von der Pariser Akademie besorgt, seit 1878.

2) Cyrille Pierre Théodore, franz. Seefahrer, geb. 7. Nov. 1793 auf dem Atlantischen Ozean, ward, nachdem er als Fregattenkapitän zwei Reisen um die Welt gemacht (die erste 1830-32 mit der Korvette Favorite, die zweite 1837-40 mit der Fregatte Artémise), 1841 zum Konteradmiral, 1853 zum Vizeadmiral und 1857 zum Marinepräfekten in Brest ernannt, wo er 24. Jan. 1875 starb. Seine erste Reise beschrieb er in "Voyage autóur du monde par les mers de l'Inde et de Chine" (Par. 1833-35, 5 Bde.), seine zweite in "Campagne de circumnavigation de la frégate l'Artémise pendant les années 1837-40" (das. 1840-53, 6 Bde.).

La Plata (Rio de la Plata), der Mündungsbusen, in welchen sich die beiden südamerikanischen Ströme Parana und Uruguay ergießen, ist etwa 300 km lang und zerfällt in einen schmalen westlichen Teil von 44-100 km Breite (bei Montevideo), dessen Wasser gewöhnlich süß ist, und in einen östlichen Teil, der sich bis 225 km Breite erweitert, und dessen salziges Wasser besonders bei der Ebbe stark mit süßem gemischt ist. Die dem Staat Uruguay angehörende Nordküste ist hoch und steil, die Südküste, die zu Buenos Ayres gerechnet wird, flach und sehr einförmig, das Bett des Busens zum großen Teil mit gefährlichen Sandbänken gefüllt, die besonders der Annäherung der Schiffe an den Landungsplatz von Buenos Ayres sehr hinderlich sind, und seine Beschiffung namentlich bei den heftigen Südweststürmen, den sogen. Pamperos, deshalb überaus schwierig und gefährlich. Montevideo besitzt den einzigen Hafen, der aber bei Südostwinden auch keinen Schutz gewährt. Von den kleinen Inseln in dem Busen sind die wichtigsten Lobos an der Nordküste und Martin Garcia an der Mündung des Parana. Das zum L. gehörige Flußgebiet hat ein Areal von 4,040,000 qkm (73,375 QM.); jede Minute ergießen Parana und Uruguay 1,470,000 cbm Wasser in dieses Ästuarium. Ihr schlammiges gelbliches Wasser erkennt man schon 100 km auf hoher See, ehe man die Küste erreicht hat. Das gesamte Flußgebiet erstreckt sich über fast die ganze Argentinische Republik, umfaßt ganz Paraguay und große Teile von Uruguay (La Plata-Staaten) und Brasilien. Es besteht im wesentlichen aus einem Tiefland, welches sich nach N. zu nur allmählich hebt, so daß die Wasserscheide zwischen ihm und dem Amazonenstrom 300-500 m nicht überschreitet. Als schiffbare Wasserstraße sind namentlich der Parana und sein Zufluß, der Paraguay, von Bedeutung, indem auf ihnen Dampfschiffe von 3 m Tiefgang 2500 km weit bis ins brasilische Gebiet gelangen können. Der L. wurde 1515 von D. de Solis entdeckt, aber erst zu Anfang dieses Jahrhunderts von Azara näher erforscht und aufgenommen. Jüngere Untersuchungen sind die von dem Engländer Day (1853) und dem Amerikaner Page (1853-56; vgl. dessen "Report", Washingt. 1856).

La Plata, Hauptstadt der Provinz Buenos Ayres der Argentinischen Republik, 40 km südöstlich der Bundeshauptstadt Buenos Ayres, 1882-84 erbaut, mit den Regierungsgebäuden der Provinz und (1885) 21,792 Einw. (darunter 8918 Argentiner, 12,874 Italiener), die fast alle noch in Holzbauten wohnen. Ein im Bau begriffener Doppelkanal wird die neue Provinzhauptstadt mit ihrem 5 km nordöstlich liegenden Hafen Ensenada verbinden. Der durch die Santiagospitze gedeckte Außenhafen ist 800 Hektar groß und 4,3-5,5 m tief. Ein Binnenhafen von 48 Hektar Oberfläche und 5 m Tiefe ist im Bau. Die Umgegend von Ensenada ist sumpfig und ungesund und leidet Mangel an Trinkwasser. Vgl. Coni, Reseña estadistica y descriptiva de L. (Buenos Ayres 1885).

La Porte, Stadt im NW. des nordamerikan. Staate Indiana, in fruchtbarer Gegend, mit medizinischem College und (1880) 6195 Einw.

Lappa Tournef. (Arctium L., Klette), Gattung aus der Familie der Kompositen, zweijährige hohe, ästige Kräuter mit großen, wechselständigen, ungeteilten, gezähnelten, stachelspitzigen Blättern, mittelgroßen, an der Spitze der Äste gebüschelt in Trauben oder fast doldenrispig stehenden Köpfchen, deren Hüllkelch meist in eine einwärts hakenförmige Spitze auslaufende Blättchen besitzt. Die Blüten sind meist purpurrot, die Achänen länglich-eiförmig mit mehrreihigem Pappus. 6-7 europäisch-asiatische Arten. Von den drei Arten: große Klette (L. officinalis All.), kleine Klette (L. glabra Lam.) und filzige Klette (L. tomentosa Lam.), war die Wurzel als Klettenwurzel (Radix Bardanae) offizinell. Sie ist bis 0,5 m lang, oben bis über 2 cm dick, wenig ästig, außen graubraun, innen weißlich, schmeckt frisch etwas scharf, getrocknet fade, schleimig-süßlich; sie enthält Inulin, etwas Gerbstoff und Zucker und wird in manchen Gegenden, wie auch die jungen Sprosse, als Gemüse gegessen. Schon im Altertum wurde die Klette als Arzneimittel benutzt, jetzt dient sie noch als Volksheilmittel, namentlich zur Beförderung des Haarwuchses. Das sogen. Klettenwurzelöl (s. d.) hat aber mit der Wurzel der Klette nichts als den Namen gemein.

Lappalĭe (v. deutschen "Lappen"), unbedeutende, wertlose Kleinigkeit.

Lappen, s. Jagdzeug.

Lappen (Lappländer), s. Lappland.

Lappenbäume (Fetzenbäume), heilige Erinnerungsbäume bei den verschiedensten ältern und neuern Natur- und Kulturvölkern, namentlich den alten Griechen, Römern, Kelten, den heutigen Esthen, Ägyptern und den Wilden aller Länder, deren Äste man mit Opfergaben aus bunten Bändern, von seiner Kleidung abgerissenen Fetzen und ganzen abgelegten Kleidungsstücken schmückt. Gewöhnlich sind es verdorrte Bäume, die für heilig gelten, und ebenso wie die Vorübergehenden den zur Erinnerung dienenden Steinhaufen einen Stein zufügen, halten sie sich für verpflichtet, dem Lappenbaum als Opfer ein Stück ihrer Kleidung unter Gebet darzubringen.

Lappenberg, Johann Martin, deutscher Geschichtsforscher, geb. 30. Juli 1794 zu Hamburg, studierte in Edinburg Medizin, ging aber bald zu historisch-politischen Studien über und lebte längere Zeit in London, um die englische Verfassung und Verwaltung kennen zu lernen. Nach Deutschland zurückgekehrt, widmete er sich in Berlin und Göttingen besonders rechtshistorischen Studien, ward 1820 hamburgischer Ministerresident in Berlin und 1823 Archivar der Stadt Hamburg. Nachdem er 1863 seine Stelle wegen großer Augenschwäche niedergelegt, starb er 28. Nov. 1865. Er veröffentlichte: "Das Billwerder Recht vom Jahr 1498" (Schlesw. 1828); "Über die Entstehung der bürgerschaftlichen Verfassung Hamburgs" (1828) und "Über die ältere Geschichte und Rechte des Landes Hadeln" (Lüneb. 1829). Nach Sartorius' Tod setzte er dessen noch unvollendetes Werk über die ältere Geschichte des hanseatischen Bun-^[folgende Seite]