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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Launceston; Laune; Launitz; Laupen; Laupheim; Laur.; Laura; Lauraceen

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Launceston - Lauraceen.

tete, über den er zahlreiche Aufsätze veröffentlichte, und dessen "Charakterkomödien" (Hildburgh. 1865) und "Ausgewählte Lustspiele in paarweis gereimten Iamben" (Leipz. 1880) er ins Deutsche übertrug. Weitere selbständige litterarhistorische Arbeiten waren: die "Dichtercharaktere. A. Chénier, Béranger, Burns etc." (Brem. 1869) und die Monographien: "Washington Irving" (Berl. 1870, 2 Bde.) und "Oliver Goldsmith" (das. 1876). Von Launs poetischen Übertragungen, mit denen er seine litterarische Laufbahn begann, nennen wir noch: die "Nachbildungen ausländischer Gedichte" (Brem. 1846); "Liederklänge aus England und Spanien" (das. 1852); "Amerikanische Gedichte von W. C. Bryant" (das. 1863); "Racines ausgewählte Tragödien" (Hildburgh. 1869); "Burns' Lieder und Balladen" (Berl. 1869); "Bérangers Lieder und Chansons" (Brem. 1869); "Mérimées ausgewählte Novellen" (Hildburgh. 1872) und "Longfellows Gedichte in Auswahl" (Oldenb. 1879).

2) Friedrich, Pseudonym, s. Schulze (Friedrich August).

Launceston (spr. lahnstön), 1) Stadt in der engl. Grafschaft Cornwall, in schöner Lage am Attery (Nebenfluß des Tamer), mit einer gotischen Kirche (von 1535), 2 Lateinschulen, bemerkenswerter Schloßruine und (1881) 3808 Einw. - 2) Stadt im nördlichen Teil der britisch-austral. Kolonie Tasmania, am schiffbaren Tamar, 64 km von dessen Mündung, und durch Eisenbahn mit Hobart verbunden, mit (1885) 17,715 Einw. Die Stadt hat ein schönes Rathaus, öffentliche Bibliothek, Gas- und Wasserleitung, mehrere Banken und ist Haupthandelsplatz des nördlichen Tasmania, namentlich mit Victoria.

Laune, vorübergehende, wechselnde Gemütsstimmung (v. lat. luna, "Mond", welche Ableitung des Wortes zugleich auf die Abhängigkeit dieser Gemütsstimmung von äußern [körperlichen, atmosphärischen, gesellschaftlichen] Einflüssen wie auf deren Wandelbarkeit hinweist). Dieselbe läßt sich daher auch nicht "kommandieren", sondern "kommandiert" selbst; die Produkte der L. nehmen die Farbe der L. an. Daß die L. rasch wechselt, vom Heitern ins Trübe, von diesem ins Heitere übergeht und dadurch scheinbar zu einer gemischten Gemütsstimmung wird, macht sie dem Humor (s. d.) ähnlich; allein sie ist immer nur eins von beiden, "himmelhoch jauchzend" oder "zum Tode betrübt", wie "die L. des Verliebten", niemals, wie der Humor, beides zugleich. Wer sich von Launen beherrschen läßt, heißt launisch; bei wem dieselben ewig wechseln, launenhaft; wer sich seiner Schwäche seinen Launen gegenüber bewußt ist und dieselbe lächerlich findet, ohne sie bessern zu können, launig; bei wem die heitere oder üble L. vorherrscht, gut oder bös gelaunt; wessen zufällig vorhandene Stimmung zu der Lage paßt, in der er sich eben befindet, ist "bei L."; der Gutgelaunte lacht, der Übelgelaunte brummt, wie die L. selbst, "ohne Grund".

Laune, Hundekrankheit, s. Hundsseuche.

Laune (spr. lohn), Etienne (Stephanus) de, franz. Goldschmied und Kupferstecher, geb. 1518 oder 1519 zu Orléans, arbeitete in Frankreich und in Augsburg und starb 1595 zu Straßburg. Er stach eine große Menge von Blättern, welche im Geiste der deutschen Kleinmeister gehalten sind, dabei jedoch die übermäßig schlanken Formen der Schule von Fontainebleau aufweisen. Feinheit der Ausführung ist ihr Hauptvorzug, und es stehen namentlich seine Goldschmiedemuster hoch im Preis.

Launitz, Eduard Schmidt von der, Bildhauer, geb. 23. Nov. 1797 zu Grobin in Kurland, bildete sich zu Rom unter Thorwaldsen und hielt sich seit 1830 zumeist in Frankfurt a. M. auf, wo er 12. Dez. 1869 starb. Von ihm rührt das Gutenbergdenkmal in Frankfurt her (1857 enthüllt). Außerdem hat er zahlreiche Idealfiguren, Büsten (Möser für die Walhalla), Grabdenkmäler und dekorative Arbeiten für öffentliche Gebäude geschaffen. L. hatte sich viel mit dem Studium der Anatomie und der Kunstgeschichte beschäftigt und Vorlesungen über beide Wissenschaften in Düsseldorf und Frankfurt gehalten. Er schrieb über plastische Anatomie, Gewandung, und nach seinem Tod erschienen "Wandtafeln zur Veranschaulichung antiken Lebens und antiker Kunst" (Kassel 1870 ff., bis 1887: 27 Tafeln).

Laupen, Landstädtchen im schweizer. Kanton Bern, am Einfluß der Sense in die Saane, mit (1880) 955 Einw. und einem Denkmal des Siegs, den hier 21. Juni 1339 die Berner über den verbündeten helvetischen, elsässischen und savoyischen Adel erfochten.

Laupheim, Oberamtsstadt im württemberg. Donaukreis, an der Linie Bretten-Friedrichshafen der Württembergischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, 2 kath. Kirchen und (1885) 4541 Einw.

Laur., bei naturwissenschaftl. Namen Abkürzung für Joseph Nikolaus Laurenti, starb als Arzt in Wien (Reptilien).

Laura (Lavra, griech.), in der orientalischen Kirche alter Name für Mönchsansiedelungen, welche aus einzelnen dorfartig um einen gemeinsamen Mittelpunkt gruppierten Zellen bestehen.

Laura, die Geliebte Petrarcas (s. d.), von ihm vielfach in seinen Dichtungen gefeiert, nach ihren Lebensschicksalen aber bis auf die Gegenwart noch unbekannt. Nach den Angaben eines angeblichen Nachkommen derselben, des Abbé de Sade (in "Mémoires sur la vie de Pétrarque", Par. 1764), die er aus Familienpapieren entnommen haben will, war sie 1308 zu Avignon als Tochter eines Edelmanns, Audibert de Noves, geboren, vermählte sich frühzeitig mit dem Ritter Hugues de Sade, dem sie zahlreiche Kinder gebar, und starb 1348 in Avignon an der Pest. Indessen sind diese Mitteilungen mit triftigen Gründen bestritten worden, und viele sind geneigt, wie schon Boccaccio gethan, die Existenz der L. überhaupt zu leugnen und sie für ein Phantasiegebilde des Dichters zu halten. Von letzterm selbst erfahren wir nur, daß er L. am Karfreitag 1327 in der St. Clarakirche zu Avignon zum erstenmal gesehen, und daß sie ihm 21 Jahre später durch den Tod entrissen worden. Vgl. Blaze de Bury, Laure de Nove (in der "Revue des Deux Mondes" 1874); Zendrini, Petrarca L. (Mail. 1875).

Lauraceen (Laurineen, Lorbeergewächse), dikotyle Familie aus der Ordnung der Polykarpen, meist Bäume und Sträucher mit meist wechselständigen, immergrünen, lederartigen Blättern ohne Nebenblätter. Die oft eingeschlechtigen, regelmäßigen Blüten bilden Trauben, Rispen oder Dolden und setzen sich meist aus zwei dreigliederigen, kelchartigen Perigonkreisen, vier gleichfalls dreigliederigen Staubblattquirlen, deren innerster zu Staminodien verkümmert, und einem oberständigen, einfächerigen und eineiigen Pistill mit dreilappiger oder einfacher Narbe zusammen. Bei andern L. findet sich auch zwei- und vierzählige Ausbildung der Blüte. Bei dem Lorbeer (Laurus nobilis L.) zeigen die Blüten in beiden Geschlechten ein vierzähliges Perigon, bisweilen durch Umbildung der äußern Staubgefäße auch eine Krone; die weiblichen Blüten haben vier Staminodien, die männlichen 8-14 Staubgefäße in vier- oder