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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Leda; Ledbury; Ledeb.; Ledebour; Ledebur; Ledeganck; Leder

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Leda - Leder.

darstellung. Sie ist entweder stehend und halb bekleidet aufgefaßt oder liegend, und nicht bloß in Wandgemälden und Reliefs, sondern auch statuarisch behandelt worden (schöner Typus der jüngern attischen Kunst). Vgl. Overbeck, Kunstmythologie des Zeus (Leipz. 1871). Von neuern Kunstwerken ist die Statue der L. von Michelangelo berühmt.

Leda, rechter Nebenfluß der Ems, entspringt im Oldenburgischen, nördlich von Werlte, als Marke, welche das Saterland durchfließt, wird durch die Ohe, die Soeste mit der Lohe und Vehne und die Jümme verstärkt, ist 21 km weit schiffbar und mündet nach 65 km langem Lauf bei Leer.

Ledbury (spr. léddbörri), altertümliche Marktstadt in Herefordshire (England), 22 km östlich von Hereford, mit normännischer Kirche, Lateinschule, Versorgungshaus (Hospital, 1232 gegründet) und (1881) 4276 Einw.

Ledeb., bei botan. Namen Abkürzung für K. F. v. Ledebour (s. d.).

Ledebour (spr. -bur), Karl Friedrich von, Botaniker, geb. 8. Juli 1785 zu Stralsund, studierte in Greifswald die Rechte, dann Mathematik und Naturwissenschaften, ward 1805 Lehrer der Botanik und Direktor des botanischen Gartens daselbst, ging 1811 als Professor der Naturgeschichte nach Dorpat und unternahm 1826 eine Reise nach dem Altai, deren Resultate er in der "Reise durch das Altaigebirge und die dsungarische Kirgisensteppe" (Berl. 1829, 2 Bde.), in der "Flora altaica" (das. 1829-34, 4 Bde., mit Meyer und Bunge) und in den "Icones plantarum novarum floram rossicam, imprimis altaicam illustrantes" (Riga 1829-34, 5 Bde., 500 kolorierte Tafeln in Folio) veröffentlichte. Seit 1836 emeritiert, lebte er in Odessa, Heidelberg und München, wo er 4. Juli 1851 starb. Außer einigen kleinern Schriften veröffentlichte er noch die "Flora rossica" (Stuttg. 1842-53, 4 Bde.).

Ledebur, Leopold Karl Wilhelm August, Freiherr von, Geschichtsforscher, geb. 2. Juli 1799 zu Berlin, trat 1816 in ein Gardeinfanterieregiment daselbst, nahm im Dezember 1828 wegen Kurzsichtigkeit als Hauptmann seine Entlassung und ward bei Errichtung des neuen Museums in Berlin Direktor der königlichen Kunstkammer, des Museums der vaterländischen Altertümer und der ethnographischen Sammlungen. Er starb, 1875 in den Ruhestand getreten, 17. Nov. 1877 in Potsdam. Unter seinen zahlreichen Schriften ist für die Geographie des Mittelalters "Das Land und Volk der Brukterer" (Berl. 1827) von Bedeutung, welcher Versuch einer vergleichenden Geographie der ältern (römischen) und mittlern Zeit eine umfangreiche Litteratur hervorrief, die L. selbst in "Blicke auf die Litteratur des letzten Jahrzehnts zur Kenntnis Germaniens zwischen Rhein und Weser" (das. 1837) einer kritischen Beleuchtung unterwarf. Ähnliche Gegenstände behandeln: "Kritische Beleuchtung einiger Punkte in den Feldzügen Karls d. Gr. gegen die Sachsen und Slawen" (Berl. 1829); "Die fünf Münsterschen Gaue und die sieben Seelande Frieslands" (das. 1836); "Der Maiengau oder das Mayenfeld" (das. 1842) und "Nordthüringen und die Hermunderer" (das. 1842 u. 1852). In die Genealogie und Heraldik schlagen ein die Schriften: "Streifzüge durch die Felder des königlich preußischen Wappens" (Berl. 1842); "Die Grafen von Valkenstein am Harz" (das. 1847); "Adelslexikon der preußischen Monarchie" (das. 1854-57, 3 Bde.) und "Dynastische Forschungen" (das. 1853 u. 1855, 2 Hefte). Unter Ledeburs Schriften antiquarischen Inhalts sind die "Über die in den baltischen Ländern gefundenen Zeugnisse eines Handelsverkehrs mit dem Orient" (Berl. 1840) und "Die heidnischen Altertümer des Regierungsbezirks Potsdam" (das. 1852) hervorzuheben. Außerdem begründete und schrieb er zumeist das "Allgemeine Archiv für die Geschichtskunde des preußischen Staats" (Berl. 1830-36, 21 Bde.), seit 1863 das "Archiv für deutsche Adelsgeschichte, Genealogie, Heraldik und Sphragistik" (das. 1863-65, 2 Bde.).

Ledeganck, Karl Lodewyck, vläm. Dichter, geb. 9. Nov. 1805 zu Eecloo in Ostflandern, wo er, noch sehr jung, Stadtschreiber wurde und durch eisernen häuslichen Fleiß es dahin brachte, 1835 mit Auszeichnung sein juristisches Doktorexamen in Gent zu bestehen. Infolgedessen wurde er Friedensrichter in Zomergem und, da er bereits seit 1827 in verschiedenen Wettkämpfen als Dichter den Preis davongetragen, von der Regierung nicht nur in die Kommission über die vlämische Rechtschreibung berufen, sondern auch mit der Übersetzung der Gesetzbücher in das Vlämische betraut. 1842 ward er zum Provinzialinspektor der niedern Schulen in Gent ernannt, wo er 1845 aggregierter Professor an der Universität wurde und 19. März 1847 starb. Die zahlreichen Ausgaben seiner gesammelten Gedichte (zuletzt Gent 1886) zeigen, daß L. zu den beliebtesten Schriftstellern der Vlämen gehört.

Leder, durch verschiedene Prozesse (Gerbprozesse) in der Art veränderte tierische Haut, daß sie unter Erhaltung ihrer wesentlichsten Eigenschaften große Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse aufweist. Während die unveränderte Haut durch Trocknen steif und hornig wird, im feuchten Zustand schnell fault und sich beim Kochen mit Wasser leicht unter Bildung von Leim auflöst, besitzt das L. deutlich faserige Struktur und bei genügender Festigkeit große Biegsamkeit und Geschmeidigkeit; es widersteht in der Nässe der Fäulnis und verwandelt sich beim Kochen nicht oder nur nach langer Zeit in Leim. Die Gerberei verarbeitet hauptsächlich die Haut größerer Säugetiere, aber nicht die ganze Haut, sondern nur die auf chemischem und mechanischem Weg isolierte Schicht, welche man als Lederhaut (corium) bezeichnet, und die Gerbprozesse haben stets den Zweck, durch irgend ein Mittel das Zusammenkleben der Fasern dieser Haut beim Trocknen zu verhindern. Dies wird auf verschiedene Weise erreicht, nämlich durch Gerbstoff (Loh- oder Rotgerberei), durch Alaun mit Kochsalz (Alaun- oder Weißgerberei), durch Mineralsalze, besonders durch Eisen- und Chromsalze (Mineralgerberei), oder durch Fett (Sämisch- oder Ölgerberei). Die gerbenden Substanzen verbinden sich nicht chemisch mit der Substanz der Haut, sondern dringen nur in die Poren derselben ein, umhüllen die Fasern und werden von denselben fixiert, ähnlich wie Farbstoffe von der vegetabilischen oder animalischen Faser in der Färberei. Das vollkommen gegerbte, gare L. unterliegt schließlich noch bestimmten Behandlungen, durch welche es die für den Markt erforderliche Beschaffenheit erhält.

[Bearbeitung der Häute.] Die wichtigsten Häute für die Gerberei sind die des Rindviehs. Wildes Vieh hat stärkere, festere Haut als zahmes, Weidevieh stärkere als im Stall gefüttertes; Stierhäute sind gröber, rauher und am Rücken dünner als Ochsenhäute, dagegen dicker als diese in Nacken- und Bauchgegend; die Haut desselben Tiers ist in der Mitte des Rückens und am Kopf bisweilen doppelt so stark als am Bauch. Stier- und Ochsenhäute und importierte Wildhäute geben besonders Sohl- oder Pfundleder, schweres