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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Lerna - Leroyer.

das Leben kostete. Ausgaben seiner sämtlichen Werke erschienen mehrfach in Petersburg, zuletzt 1886. Ins Deutsche sind Lermontows Gedichte wiederholt übertragen worden, am besten von A. Ascharin (Dorpat 1877). Die Authentizität der Gedichte in Bodenstedts Veröffentlichung "M. Lermontows poetischer Nachlaß" (Berl. 1852) wird von russischen Litterarhistorikern bestritten. Die russischen Originale sind nicht vorhanden. Vgl. "Russkaja Starina" 1887, Nr. 5.

Lerna, im Altertum ein Sumpfsee an der Küste von Argolis, in welchem die lernäische Schlange hauste, die Herakles tötete; vgl. Herakles, S. 395.

Lero (im Altertum Leros), türk. Insel im Ägeischen Meer, an der Küste von Kleinasien, vor dem Golf von Mendelia, 64 qkm (1,16 QM.) groß mit 3000 Einw. Die Hauptstadt L., Sitz eines Bischofs, hat ein Kastell, einen Hafen und 1500 Einw.

Le roi règne et ne gouverne pas (franz., "der König herrscht, aber regiert nicht"), ein Satz, welchen Thiers in der seit 1. Juli 1830 erschienenen Zeitung "Le National" aufstellte und begründete, und der seitdem einer der wichtigsten Grundsätze des Konstitutionalismus nach französischem Muster wurde. Übrigens hat ihn schon Jan Zamojski (gest. 1605) im polnischen Reichstag ausgesprochen (Rex regnat, sed non gubernat).

Leroux (spr. loruh), 1) Pierre, franz. Philosoph und Sozialist, geb. 17. April 1797 zu Berri bei Paris, erlernte die Buchdruckerei, wurde dann Journalist und Anhänger Saint-Simons, gründete 1824 das Journal "Le Globe", welches 1831 das Organ der Saint-Simonisten wurde. Als Enfantin Führer derselben wurde, trennte er sich von der Schule und versuchte ein neues sozialistisches System aufzustellen. Nach einigen Artikeln in der von ihm mit Regnaud herausgegebenen "Encyclopédie nouvelle" (1841, 8 Bde.) veröffentlichte er zu diesem Zweck: "De l'égalité" (1838), "Réfutation de l'éclecticisme" (1839), "De l'humanité, etc." (1840, 2 Bde.; 2. Aufl. 1845). Das darin entwickelte System ist eine konfuse Reproduktion Pythagoreischer und buddhistischer Lehren, vermischt mit Saint-Simonistischen Ideen. 1841 gründete er mit George Sand die sozialistische "Revue indépendante". 1846 erhielt er die Konzession als Buchdrucker, organisierte und leitete dann in Boussac eine sozialistisch-genossenschaftliche Buchdruckerei, gab zwei neue Journale: "L'Éclaireur" und "Revue sociale", heraus und schrieb eine Reihe von Broschüren. Nach dem Ausbruch der Februarrevolution 1848 proklamierte er in Boussac die Republik und wurde 25. Februar Maire des Ortes. Später in die Konstituierende und in die Legislative Versammlung gewählt, schloß er sich der radikalen Partei an, deren Hauptredner er war. 1848 erschienen von ihm verschiedene kleine sozialistische Schriften, unter andern über den Normalarbeitstag, die Organisation der nationalen Arbeit, die Plutokratie, Malthus etc. Er beteiligte sich auch an dem demokratischen Journal "La République". Nach dem Staatsstreich (1852) proskribiert, lebte er zuerst längere Zeit mit seiner Familie auf Jersey und veröffentlichte von dort die sozialphilosophische Dichtung "La Grève de Samarez". Später lebte er meist in Lausanne. Nach der Amnestie von 1869 kehrte er nach Frankreich zurück und starb 11. April 1871 in Paris. Die Amnestie von 1860 hatte er zurückgewiesen.

2) Eugène, franz. Maler, geboren zu Paris, Schüler Picots, hat sich als Genremaler, namentlich auf dem Felde des ländlichen Sittenbildes, bekannt gemacht. Vorzugsweise behandelt er das bretonische Volksleben, wie in dem Bilde des Luxembourg: das Neugeborne (1864) und in: vor der Beerdigung (1873). Andre Bilder von ihm sind: ein alter Liebhaber (1874), Ambulanz während der Belagerung von Paris (1875) und der Empfehlungsbrief (1876).

3) Hector, franz. Maler, Bruder des vorigen, geb. 27. Dez. 1829 zu Verdun, widmete sich auf der École des beaux-arts und ebenfalls unter Picot der Malerei, ging 1857 nach Rom und machte dann größere Reisen nach Griechenland und Kleinasien. Er schildert mit Vorliebe Szenen aus dem altgriechischen und altrömischen Leben in kühler akademischer Manier. Seine Hauptwerke sind: eine neue Vestalin (1863, Museum zu Verdun), Leichenbegängnis im Kolumbarium des Hauses der Cäsaren zu Rom (1864, im Luxembourg), Messalina (1868), die Vestalin Tuccia (1874, Museum zu Washington), Begräbnis des Themistokles (1876), die Danaiden (1877), der Untergang von Herculaneum (1881).

Leroux de Lincy (spr. löruh d'längssi), Adrien Jean Victor, franz. Litterarhistoriker, geb. 21. Aug. 1806, war Bibliothekar am Arsenal zu Paris; starb 21. April 1870 daselbst. Er machte sich durch folgende Werke bekannt: "Recueil de chants historiques français depuis le XII. au XVIII. siècle" (1841, 2 Bde.); "Le livre des proverbes français" (1842, 2 Bde.); "Les femmes célèbres de l'ancienne France" (1847, 2 Bde.) u. a. Außerdem besorgte er Ausgaben mittelalterlicher Gedichte ("Roman du Brut", 1838, etc.).

Leroy Beaulieu (spr. löroá boliöh), Pierre Paul, franz. Publizist und Nationalökonom, geb. 9. Dez. 1843 zu Saumur, studierte in Paris, Bonn und Berlin und widmete sich nach größern Reisen in Italien und Deutschland litterarischen Arbeiten, vornehmlich auf nationalökonomischen Gebieten. Nachdem er am "Temps", an der "Revue des Deux Mondes" und den "Débats" mit gearbeitet, hauptsächlich in freihändlerischem Sinn, gründete er 1873 den "Économiste français", ein Wochenblatt. Seit 1872 war er Professor der Finanzwissenschaft an der École libre des sciences politiques, 1880 wurde er an Stelle des verstorbenen Michel Chevalier Professor der Nationalökonomie am Collège de France. Er schrieb: "L'administration locale en France et en Angleterre" (Par. 1872); "De la colonisation chez les peuples modernes" (1873, 2. Aufl. 1882); "De l'état social et intellectuel des populations ouvrières" (1868); "Guerres contemporaines" (Brüssel 1869); "La question ouvrière au XIX. siècle" (Par. 1871, 2. Aufl. 1882); "Le travail des femmes au XIX. siècle" (1873); "Traité de la science des finances" (1879, 2 Bde.; 3. Aufl. 1883); "Essai sur la répartition des richesses" (2. Aufl. 1882); "Le collectivisme. Examen critique du nouveau socialisme" (1884, 2 Bde.; 2. Aufl. 1885); "Algérie et Tunisie" (1887).

Leroy de Saint-Arnaud (spr. loroa d'ssängt-arno), Jacques, s. Saint-Arnaud.

Leroyer (spr. löroajeh), Elie, franz. Minister, geb. 1816 zu Genf von französischen Eltern reformierter Konfession, studierte in Paris die Rechte und ließ sich zuerst in Paris, 1843 in Châlon sur Saône, 1855 in Lyon als Advokat nieder, wo er sich auch der republikanischen Partei anschloß. Nach dem Sturz des Kaiserreichs 4. Sept. 1870 ward er zum Generalprokurator von Lyon ernannt und war bei den demagogischen Unruhen während des Kriegs nach Kräften bemüht, das Gesetz zur Geltung zu bringen, das Recht zu schützen und unschuldig Verhaftete zu befreien. Am 8. Febr. 1871 ward er im Rhônedepartement zum