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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Leucojum; Leudes; Leuga; Leuk; Leukadischer Fels; Leukämie; Leukas

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Leucojum - Leukas.

er "Berichte über die wissenschaftlichen Leistungen in der Naturgeschichte der niedern Tiere" (Berl. 1859 ff.), auch gab er "Die Anatomie der Biene" (Kassel 1885, Wandtafel) und (mit Nitsche) "Zoologische Wandtafeln zum Gebrauch an Universitäten und Schulen" (Kassel 1877-87, Lief. 1-19) heraus.

Leucojum L. (Knotenblume), Gattung aus der Familie der Amaryllideen, ausdauernde, niedrige Zwiebelgewächse, meist in Europa, mit nackten Schäften, welche einzelne oder mehrere aus einer Scheide hervorkommende weiße Blüten tragen. Die Kapsel ist fleischig, birnförmig. L. vernum L. (großes Schneeglöckchen, Schneelilie, Märzglöckchen, Sommerthürchen), in Mittel- und Südeuropa, in feuchten Laubwäldern, blüht oft schon im Februar, hat eine länglichrunde Zwiebel, 3-5 gleichbreite, stumpfe Blätter und eine überhängende, weiße, grün gespitzte Blume an der Spitze des ein-, selten zweiblütigen Schaftes. Wird als Zierpflanze kultiviert, auch getrieben. L. aestivum L., größer als die vorige, blüht vom Mai bis Juli und ist eine gute Rabattenpflanze.

Leudes (altdeutsch, "Leute"), s. v. w. Hörige; bei den Franken die größern Lehnsträger der Könige.

Leuga (kelt. lieska), s. Leuca.

Leuk (franz. Loèche la Ville), Flecken im schweiz. Kanton Wallis, 2 km von der Station L., an der Eisenbahn Bouveret-Brieg (Simplonbahn), 795 m ü. M., mit (1880) 1411 Einw. Von hier führt eine neue Straße in drei Stunden durch den wildromantischen Dalaschlund nach Bad-L. (Loèche les Bains), dem am Weg über die Gemmi in finsterem Bergkessel 1415 m ü. M. gelegenen Badeort (mit 650 Einw.). Mehr als 20 heiße Mineralquellen treten hier zu Tage. Die heißeste und stärkste ist die Lorenzquelle (51° C.), welche die meisten Bäder versorgt und vor dem Gebrauch vorerst die ganze Nacht zum Abkühlen stehen gelassen wird; dann das Goldbrünnlein, die Stoßgülle (37° C.), die Heilgülle (39° C.) u. a. Das Wasser ist klar, von einem bitter-salzigen Geschmack und geruchlos. Hauptbestandteile der Quellen sind: kohlensaure Magnesia, Eisenoxyd, Kochsalz, Bittersalz etc. Besonders wirksam sind sie gegen Krankheiten des Magens und der Verdauungswege, gegen gastrische und chronische Hautkrankheiten. Das Klima ist rauh und veränderlich. Der Ort wurde wiederholt (1518, 1719 und 1758) durch Lawinen zerstört. Vgl. Brunner, Das Leukerbad (5. Aufl., Basel 1887); Wolf, Lötschen und Leukerbad (Zürich 1886); v. Werra, Der Kurort Leukerbad (Wien 1886).

Leukadischer Fels, s. Leukas.

Leukämie (griech., Leuchämie, Leukocythämie, Weißblütigkeit), eigentümliche Krankheitsform, welche erst 1845 von Virchow entdeckt worden ist und in der Hauptsache darin besteht, daß die Zahl der farblosen Blutkörperchen beträchtlich vermehrt ist. Die absolute Anzahl der roten Blutkörperchen ist dabei stets vermindert und zwar ungefähr entsprechend der Zunahme der weißen Blutkörperchen. Enthält das normale Blut auf 350 rote 1 farbloses, so verändert sich dies Verhältnis in 50:1 bis 10:1, ja 3:1 bei der L. Die L. kann sowohl von einem Leiden der Milz, als von einem solchen der Lymphdrüsen, als auch des Knochenmarks herrühren, und man unterscheidet deshalb die lienale, die lymphatische und die myelogene L. Die Veränderungen, welche bei der lienalen Form die Milz, bei der lymphatischen die Lymphdrüsen, bei der myelogenen das Knochenmark erleiden, bestehen vorzugsweise in einer Vergrößerung der genannten Organe und in einer Vermehrung ihrer (normalen) zelligen Elemente, welche in die Blutmasse übergeführt werden und hier als weiße Blutkörperchen erscheinen. Normalerweise bilden sich letztere zu roten Blutkörperchen um; bei der L. tritt aber eine solche Umwandlung nur in sehr beschränktem Grad ein. Die Ursachen der L. sind unbekannt. Die L. ist im ganzen eine seltene Krankheit; sie betrifft das männliche Geschlecht häufiger als das weibliche und kommt meist nur im mittlern Lebensalter vor. Die ersten Zeichen der L. sind gewöhnlich Anschwellung des Leibes und ein Gefühl von Druck und Vollsein in der Gegend der linken untern Rippen, welche Symptome von der Vergrößerung der Milz abhängen. Die Milzschwellung entwickelt sich entweder schmerzlos und unbemerkt oder in einzelnen Absätzen, während welcher die Milzgegend schmerzhaft ist und die Kranken Fiebererscheinungen darbieten. In ähnlicher Weise pflegen bei der lymphatischen Form die Anschwellungen der Lymphdrüsen am Hals, in der Achselhöhle, in der Schenkelbeuge, welche sich allmählich oder stoßweise entwickeln, bei der myelogenen Form Erscheinungen schmerzhafter Knochenmarkentzündung zuerst auf das Übel aufmerksam zu machen. Je ärmer das Blut an roten, je reicher es an weißen Körperchen wird, um so mehr bekommt auch der Kranke ein bleiches und kachektisches Ansehen. Dazu gesellt sich fast stets Schweratmigkeit und beschleunigtes Atmen. Diese Erscheinungen rühren wahrscheinlich ebenfalls von der Verminderung der roten Blutkörperchen her, welche den Gasaustausch in den Lungen vermitteln. Manchmal bekommen die Kranken wiederholte Blutungen aus der Nase, dem Darmkanal oder in die Gewebe des Körpers. Dann sterben sie ziemlich schnell unter den Zeichen der Erschöpfung. Treten aber dergleichen Blutungen nicht ein, so nimmt die Krankheit einen sehr langwierigen Verlauf und zieht sich selbst jahrelang hin. Häufig treten dann Luftröhrenkatarrhe mit Husten und schleimigem Auswurf hinzu, desgleichen Darmkatarrhe mit hartnäckigen Erscheinungen. Gegen Ende des Lebens stellt sich häufig auch Wassersucht ein. Der Tod erfolgt durch allmähliche Erschöpfung. Das Blut von solchen, welche an L. starben, sieht in hochgradigen Fällen weißlich oder hell graurot, zuweilen völlig eiterähnlich aus. Die Milz ist 6-10mal und noch größer als im normalen Zustand, wiegt 3-4 kg und darüber. Die Lymphdrüsen bilden bei der lymphatischen L. oft kolossale Geschwülste. Von den im Innern des Körpers gelegenen Drüsen findet man besonders die Gekrös- und Lendendrüsen, von den äußerlich gelegenen die Nacken-, Achsel- und Leistendrüsen geschwollen. Bei der myelogenen L. findet man das Mark der affizierten Knochen von himbeerroter, seltener grünlichgelber Farbe und von der Konsistenz eines zähen, schleimigen Eiters. Die L. gilt für unheilbar. - Man wendet Eisen und Chinin an, hat aber wesentliche Erfolge auf die Dauer nicht davon gesehen. Die mehrmals versuchte Entfernung der Milz hat stets den sofortigen Tod zur Folge gehabt. Man versucht neuerdings durch Einspritzung reizender Substanzen die Milz zur Schrumpfung zu bringen. Vgl. Virchow, Gesammelte Abhandlungen (2. Aufl., Berl. 1862); Mosler, Die Pathologie und Therapie der L. (das. 1872).

Leukas (jetzt Levkas, auch Santa Maura), die nördlichste der mittlern Ionischen Inseln, nördlich von Kephalonia, vom Festland nur durch eine schmale und so seichte Meerenge getrennt, daß ihre Versandung behufs der Schiffbarkeit stets von neuem