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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Leviathan - Levkosia.

Punkten erfuhren. Er schrieb ferner: "On taxation, how it is raised and how it is expended" (1860); "Wages and earnings of the working classes" (1867); "History of British commerce and of the economic progress of the British nation 1863-70" (1872, neue Bearbeitung 1879); "War and its consequences etc." (1881); "Wages of the working classes. Report to Sir A. Bass" (1885). 1852 ward er zum Professor der Handelspraxis am King's College in London ernannt, 1859 ward er Barrister in Lincoln's Inn, 1861 ernannte ihn die Universität Tübingen zum Doktor.

Leviathan, im Buch Hiob (Kap. 40, 25 ff.) erwähntes Tier, wahrscheinlich das Krokodil, in der talmudischen Sage der Fisch, den die Auserwählten im Paradies essen werden, und aus dessen Haut ihnen ein Zelt bereitet wird; auch Name eines Riesendampfschiffs.

Levi ben Gerson (Leon de Bannolas, Gersonides), jüd. Religionsphilosoph und Schrifterklärer, Sohn des naturkundigen Gerson ben Salomo, geboren um 1288 zu Arles, machte sich besonders durch Weiterbau der von Maimonides gegebenen Grundlagen verdient in dem Werk "Milchamot adonai" (1560; neue Ausg., Leipz. 1866) und schrieb auch Kommentare zu biblischen Büchern. L. starb 1344. Vgl. Joel, L. als Religionsphilosoph (Bresl. 1862).

Levico, Marktflecken und Badeort in Südtirol, Bezirkshauptmannschaft Borgo, im obern Val Sugana, 448 m ü. M., an dem See von L., Sitz eines Bezirksgerichts, mit eisen-, kupfer- und arsenikhaltigen Mineralquellen und neuer Badeanstalt (jährlich von 1300 Kurgästen besucht), Seidenfilanden und (1880) 4258 Einw. Über dem Ort stehen die Ruinen des Schlosses Selva. Westlich von L. der 4 km lange, 12 km breite, fischreiche See von Caldonazzo, dessen Abfluß die Brenta bildet. Vgl. Massarellos, Das Bad L. (2. Aufl., Münch. 1885).

Levieren (franz.), erheben (besonders Protest); auch s. v. w. kündigen.

Leviratsehe, Ehe mit dem Levir oder des Mannes Bruder, die bei den Hebräern (nach 5. Mos. 25, 5) und andern orientalischen Völkern gebotene Ehe, welche der Bruder eines kinderlos Gestorbenen mit dessen hinterlassener Witwe schließen mußte. Moses verordnete, daß die L. nur in dem Fall stattfinden sollte, wenn der älteste Bruder ohne männliche Nachkommen starb, daß unter den in der L. erzeugten Kindern nur der erstgeborne Sohn dem verstorbenen Bruder zugerechnet werden und ihn beerben, die übrigen Kinder aber dem eigentlichen Vater zugehören sollten. Verweigerte der Schwager die Ehe, so ward die Dispensation durch eine gerichtliche Formel (chaliza) perfekt. Die Bruderswitwe zog in Gegenwart der Ältesten dem Schwager vor Gericht den Schuh aus, spie vor ihm aus und rief: "So geschehe dem Mann, der nicht das Haus seines Bruders aufbauen will" (5. Mos. 25, 9). Nach späterer rabbinischer Bestimmung und heute geltendem Gebrauch darf die L. nicht mehr vollzogen werden und wird der Schwager stets seiner Pflicht durch die Chaliza (Schuhausziehen) entbunden. Vgl. Redslob, Die L. bei den Hebräern (Leipz. 1836). Das Levirat wird auch jetzt noch bei den Mongolen, Kaffern, in Indien und auf den Neuen Hebriden gefunden. In Indien und auch wohl anderwärts liegt hierbei die Vorstellung zu Grunde, daß die aus solchen Ehen hervorgehende Nachkommenschaft den Manendienst (s. d.) sorgfältiger vollziehen und daher dem Wohlbefinden des Verstorbenen im Jenseits besser dienen werde als fremde Kinder.

Lévis, Stadt in der britisch-amerikan. Provinz Quebec, am St. Lawrence, Quebec gegenüber, mit lebhaftem Handel und (1881) 7597 Einw.

Levis notae macula (lat.), s. v. w. Anrüchigkeit (s. Infamie).

Levisticum Koch (Liebstöckel, verstümmelt aus Ligusticum), Gattung aus der Familie der Umbelliferen, mit der einzigen Art L. paludapifolium Aschers. (L. officinale Koch, Badekraut, Saukraut, Leberstockkraut), auf den Gebirgen Südeuropas, ausdauernd, wird von den Landleuten in den Gärten bis ziemlich weit gegen Norden gezogen und findet sich hier und da verwildert. Der Stengel ist bis 2 m hoch, kahl, gelblichgrün, mit doppelt gefiederten Blättern, vielblätterigen Hüllen und Hüllchen, gelben Blüten und länglich eiförmiger Frucht. Alle Teile riechen und schmecken stark gewürzhaft. Die hell braungraue, sehr weiche Wurzel riecht stark balsamisch, schmeckt bitterlich, zugleich etwas süßlich und enthält ätherisches Öl, Harz, Zucker etc. Sie ist offizinell und wird bisweilen als Diuretikum benutzt. Man führte den Liebstöckel im Mittelalter in den Arzneischatz ein, weil man ihn irrtümlich für das Ligusticum der Alten hielt. Karl d. Gr. befahl den Anbau in den kaiserlichen Gärten.

Levita, Elias (eigentlich Elia Levi ben Ascher, zubenannt Bachur), für die Verbreitung der hebräischen Sprachkunde unter den Christen äußerst einflußreicher hebr. Grammatiker, geb. 1468 zu Neustadt a. d. Aisch, lehrte seit 1504 zu Padua, später in Venedig, seit 1512 zu Rom, wo Kardinal Egidio di Viterbo sein Schüler und Gönner wurde, seit 1525 abermals in Venedig, seit 1540 zu Isny und endlich wiederum in Venedig, wo er 1549 starb. Seine Hauptwerke sind: "Bachur", eine hebräische Grammatik (1518); "Masoret Ha-Masoret" (über die Massora, 1538; deutsch von Semler 1772); "Meturgeman", ein Wörterbuch über das Targum (1541), und das unter dem Titel: "Tischbi" bekannte, 712 rabbinische Wörter erklärende Buch. Auch als Übersetzer (Psalmen, Märchenbuch u. a.) sowie als Korrektor grammatischer Schriften und Herausgeber (Wurzelwörterbuch des David Kimchi) war L. thätig. Vgl. Buber, Leben und Schriften des Elias Bachur (Leipz. 1850).

Leviten, die Söhne Levis (s. d.), mit Namen: Gerson, Kehat, Merari, sodann deren sämtliche Nachkommen. Im Pentateuch wird ihnen der Schutz des Heiligtums und der Opferdienst übertragen. Bei der Verteilung des Heiligen Landes durch Josua fällt den L. kein besonderer Länderbesitz zu, auch die ihnen zugedachten 48 Städte mit ihren Feldmarken erhielten sie nicht. Später warf ihnen die Beschäftigung mit dem Priesterdienst den Lebensunterhalt ab, der ihnen aber verkürzt wurde, als sie zu dem Stande von Tempeldienern bestimmt und ihre Pflichten und Rechte gesetzlich geordnet wurden. In der katholischen Kirche heißen L. die Kleriker, welche die den Gottesdienst verrichtenden Priester am Altar bedienen müssen. Ihre Bekleidung (Levitenkleid) ist die sogen. Dalmatika oder Tunicella. - Jemand den oder die L. lesen heißt in der Vulgärsprache s. v. w. einen derben Verweis erteilen, mit Bezug auf das 3. Buch Mosis (Leviticus).

Leviticus (lat.), s. Pentateuch.

Levkas, Insel und Stadt, s. Leukas.

Levkoje, Pflanzengattung, s. Matthiola.

Levkosia (das alte Leukosia), mit venezianischen Mauern umgebene Stadt und Distriktshauptort auf der Insel Cypern, in der Mitte derselben, Sitz des englischen High Commissioner und eines griechischen