Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Liang; Liaotong, Golf von; Liard; Liardfluß; Lias; Lib.; Liba; Liban; Libanios; Libănon

758

Liang - Libanon.

Liang, chines. Benennung des Tael (s. d.).

Liaotong, Golf von, s. Petschili.

Liard, Münze, s. Denier.

Liardfluß, Nebenfluß des Mackenzie in Britisch-Nordamerika, entspringt im Deasesee im Felsengebirge und hat einen Lauf von 900 km Weizen gedeiht an ihm bis 60° nördl. Br.

Lias (Liasformation), s. Juraformation.

Lib. (lat.), Abkürzung für liber, Buch.

Liba, 1) ein noch unbekannter See im zentralen Afrika, dessen Lage man unter 5° nördl. Br. und 12° 30' östl. L. v. Gr. annimmt, und dessen Wasser wahrscheinlich zum Congo abfließen. - 2) Oberlauf des Sambesi (s. d.).

Liban, Stadt in der böhm. Bezirkshauptmannschaft Gitschin, an der Bistritz und der Linie Kopidlno-Bakow der Böhmischen Kommerzialbahnen, hat (1880) 1715 Einw., eine Zuckerfabrik und ein Bezirksgericht. Dabei Schloß Altenburg. 6 km östlich von L. liegt der Markt Kopidlno mit einem schönen Schloß (der Grafen Schlick) und Park, einer Zuckerfabrik und (1880) 2030 Einw.

Libanios, griech. Sophist, geb. 314 n. Chr. zu Antiochia in Syrien, machte seine wissenschaftlichen Studien in Athen, trat bereits im Alter von 25 Jahren daselbst ein öffentliches Lehramt an und gelangte durch seine Kenntnisse und Schriften zu hohem Ansehen. Sein Ruf zog ihn 340 nach Konstantinopel; doch wurde er hier von dem Haß und Neid der andern Sophisten verfolgt und schon nach zwei Jahren, als der Magie verdächtig, aus der Stadt verwiesen. Nach einer fünfjährigen Lehrthätigkeit in Nikomedia nach Konstantinopel zurückberufen und zum Quästor befördert, lehrte er daselbst mehrere Jahre, bis er 354 für immer nach seiner Vaterstadt übersiedelte, die er nun zum Mittelpunkt seines ausgedehnten Wirkens in Schule und Öffentlichkeit machte. Er starb daselbst hochberühmt und in hohem Alter unter der Regierung Theodosius' d. Gr. (um 393). Von seinen zahlreichen, großenteils noch vorhandenen Schriften philosophischen, rhetorischen und geschichtlichen Inhalts verdienen namentlich die Reden, die Deklamationen (Meletai) und rhetorischen Übungsstücke (Progymnasmata), die Inhaltsanzeigen zu den Reden des Demosthenes und die Briefe besondere Hervorhebung. Einer Gesamtausgabe seiner Schriften ermangeln wir noch. Die Reden und Deklamationen gab am vollständigsten Reiske (Altenb. u. Leipz. 1791-97, 4 Bde.), die Briefe J. C. ^[Johann Christoph] Wolf (2. Ausg., Amsterd. 1738) heraus. Eine neu aufgefundene Rede ("Pro Olympio") wurde von Siebenkees in den "Anecdota graeca" (Nürnb. 1798), eine Deklamation von Boissonade in den "Anecdota graeca" (Bd. 1, Par. 1829), zwei andre, noch unedierte Deklamationen von Förster im "Hermes" (Bd. 9, Berl. 1875) veröffentlicht. Vgl. Petit, Essai sur la vie et la correspondance du sophiste L. (Par. 1866); Sievers, Das Leben des L. (Berl. 1868); Förster, Franc. Zambeccari und die Briefe des L. (Stuttg. 1878).

Libănon (lat. Libanus, arab. Dschebel Libnân, "weißes Gebirge"), Gebirge oder richtiger stufenförmig vom Meer aufsteigender Plateaurücken in Syrien, an der Nordgrenze des alten Palästina. Von NNO. nach SSW. 160 km weit der Küste parallel ziehend, wird der L. durch das Querthal des Litani von den Höhen Galiläas getrennt und endigt im N. am Nahr el Kebir in schroffem Abfall. Seine höchsten Erhebungen hat er bei Beirut und Tripolis im Dschebel Machmal (3052 m) und im Dar el Kodib (3063 m). Bis 2030 m steigt der Dschebel Knese an, unter welchem die 112 km lange Poststraße von Beirut nach Damaskus, die einzige ihrer Art in Syrien, entlang zieht. Nach O., zur tief eingesunkenen Bekaa (Kölesyrien), fällt der L. ziemlich steil und rauh ab, während der bedeutend längere Westabhang viel reicher gegliedert, von zahlreichen Flüssen durchströmt und gut bevölkert ist. Einzelne Äste des Gebirges treten in kühnen Vorgebirgen bis an das Meer. In der Ferne, besonders vom Meer aus gesehen, gewährt das Gebirge einen sehr malerischen Anblick. Es ist voll tiefer, fast unzugänglicher Schluchten und schroffer Abfälle, deren nackte Kalkwände die dazwischenliegenden fruchtbaren Thäler nicht ahnen lassen. Die Vegetation ist auf den Höhen dürftig; in den untern Regionen dagegen, die gut bewässert und angebaut sind, zeigt sich oft üppiger Pflanzenwuchs. Man trifft Haine von Cypressen, Pinien, Platanen, Eichen; der Weinstock gedeiht ohne mühevolle Pflege bis zu 1500 m Höhe, und Feigen-, Nuß-, Maulbeer- und Ölbäume werden in Menge gezogen. Auf den fetten Triften weiden Schafe und Ziegen; in den dichten Wäldern hausen Bären, Wölfe, Schakale, Panther und mancherlei Wild. Das Küstenland am westlichen Fuß des L., wo auch die Dattelpalme vorkommt, ist das Phönikien des Altertums; das Tiefland zwischen dem L. und Antilibanon (s. d.) hieß im Altertum Bukka oder Kölesyrien (heute Bekaa, "Spalte"). Was die geognostische Beschaffenheit des L. anlangt, so bilden die Hauptmasse desselben Flözschichten von Mergel, Kalk und Thon, von Marmor, Dolomit und Kreide, von Sandstein und Sand, die in selten vorkommender Klarheit übereinander liegen und ohne Ausnahme der mittlern Kreidezeit angehören. An Hunderten von Stellen werden dieselben aber von Basaltiten und Melaphyren durchbrochen. Von nutzbaren Mineralien finden sich Eisenerze (im Sandstein), Braunkohlen und Lignite, reichlicher Bernstein und Bitumen. Die Bevölkerung des L. repräsentieren besonders die Drusen (s. d.) und Maroniten (s. d.). So wild und einsam auch das Gebirge ist, so ist es doch durch vielfach gewundene, oft in den Fels eingehauene Pfade zugänglich, und zahlreiche Klöster gewähren dem Wanderer ein wirtliches Obdach. Etwa 4 km oberhalb Bscherre, am Fuß des kahlen und steilen Dar et Kodib, in einer Höhe von 1925 m, steht das berühmte Zedernwäldchen, im ganzen (1875) noch 377 Stämme zählend, darunter nur noch fünf, deren Stamm 10 m und darüber mißt, und keiner über 24 m hoch. Es sind die dürftigen Reste jener Zedernwaldungen, die einst dem König Salomo das Holz zum Tempelbau lieferten. Leider wird das Wäldchen nicht geschützt. - Der L. ist den Türken niemals vollständig botmäßig geworden. Als 1840 Syrien Mehemed Ali entzogen und dem Sultan zurückgegeben wurde, forderten die europäischen Mächte für den L. mit seiner christlichen Bevölkerung administrative Privilegien. Es trat daher eine getrennte Regierung der vielfach untereinander wohnenden Drusen und Maroniten unter zwei Kaimakamen ins Leben: der maronitische Kaimakam regierte im Norden, der drusische im Süden; hinsichtlich der Bezirke mit gemischter Bevölkerung griffen besondere Bestimmungen Platz. Diese Einrichtung erhielt sich bis zu den Metzeleien des Jahrs 1860 (s. Syrien). Infolge der französischen Intervention wurde darauf 1862 der ganze L. als selbständiges Paschalik von Syrien abgetrennt und unter der Kontrolle der westmächtlichen Gesandten einem christlichen Gouverneur zur Verwaltung unterstellt; doch blieben Orte mit überwiegend moslemitischer Bevölkerung sowie die drei wichtigsten Ha-^[folgende Seite]