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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Lombard Street; Lombardus; Lombok; Lomé; Lomellīna; Loménie; Lomentum; Lommatzsch; Lommebucht; Lommel

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Lombard Street - Lommel.

Maria de' Miracoli (1484-89). Auch der Dom in Cividale wird ihm zugeschrieben. Er war auch in Ravenna thätig, wo er unter anderm das Relief am Grabmal Dantes ausführte.

2) Tullio, Sohn des vorigen, 1478-1559, arbeitete (meist in Gemeinschaft mit seinem Bruder Antonio) am Grabmal des Dogen Andrea Vendramin in San Giovanni e Paolo, dem Grabmal des Giov. Mocenigo, mehreren Reliefs in Sant' Antonio zu Padua und erbaute die Kapelle del Sacramento im Dom zu Treviso. - Andre Künstler gleichen Namens sind: Martino (Scuola di San Marco), Sante (1504-60), Tommaso, Bildhauer, Schüler des J. ^[Jacopo] Sansovino, und Girolamo, Bildhauer. Doch ist es fraglich, ob dieselben Einer Familie angehören.

Lombard Street, Straße in London, Sitz zahlreicher Banken; so benannt nach den lombardischen Geldhändlern, die sich hier niederließen, und figürlich gebraucht für den Welt-Geldhandel Londons.

Lombardus, Petrus, s. Petrus Lombardus.

Lombok, eine der Sundainseln, von dem westlichen Bali durch die Lombokstraße, von dem östlichen Sumbawa durch die Allasstraße getrennt, 5435 qkm (99 QM.) groß mit (1882) 405,000 Einw., davon 300,000 Sassak (die Ureinwohner), 20,000 Balinesen und 5000 Malaien und Bugisen. Die von zahlreichen kleinen unbewohnten Koralleninseln umgebenen Küsten sind teilweise stark eingeschnitten, und an der Ost- und Westküste befinden sich tiefe Baien und vortreffliche Ankerplätze. Zwei Gebirgsketten, von denen die nördliche vulkanische im Rendschani 3542 m erreicht, durchziehen die Insel; die vulkanische Thätigkeit offenbart sich in dem Ausstoßen vulkanischer Dämpfe. Flora und Fauna Lomboks sind von denen Balis und Javas wesentlich verschieden; es fehlen der Teakbaum, der Tiger, mehrere ausgezeichnete Vogelarten, dafür finden sich aber die australischen Honigsauger. Die Viehzucht gestattet die Ausfuhr von Büffeln, Rindern und Pferden. Man kultiviert Reis, der viel ausgeführt wird, Mais, Baumwolle, Tabak, Zuckerrohr, Indigo, Kaffee. Die Masse der Bevölkerung bekennt sich zum Islam, die eingewanderten Balinesen, die herrschende Klasse, aber sind Brahmanen. Hauptort ist Mataram am Fluß Diangkok an der Westküste, Residenz des mächtigsten der einheimischen Fürsten, von Palissaden aus Bambus umgeben. - Bis 1840 waren die einheimischen Fürsten ganz unabhängig von der niederländischen Regierung, heute erkennen sie die Oberhoheit derselben an, und seit 1849 bildet L. mit Bali eine Provinz Niederländisch-Indiens. S. Karte "Hinterindien".

Lomé (Bey Beach), Ort an der Sklavenküste (Westafrika), auf einer Landzunge, welche den Atlantischen Ozean von der seichten Avonlagune trennt, mit Faktoreien Hamburger und Bremer Häuser und deutschem Konsulat. L. wurde mit dem Küstenstrich östlich bis Porto Seguro 1884 unter deutschen Reichsschutz gestellt.

Lomellīna, bis 1859 Provinz des Königreichs Sardinien, gegenwärtig ein Kreis der ital. Provinz Pavia, mit der Hauptstadt Mortara, so benannt nach dem Flecken Lomello, am Agogna und der Eisenbahn Pavia-Alessandria, mit (1881) 2318 Einw., der unter Karl d. Gr. Hauptort einer Grafschaft wurde.

Loménie, 1) Etienne Charles de L., Graf de Brienne, Kardinal und franz. Staatsminister, geb. 1727 zu Paris aus einem im 16. Jahrh. unter Heinrich IV. emporgekommenen Geschlecht, dem auch der Staatssekretär Henri Auguste de L. (1594-1660) angehörte, welcher wertvolle Memoiren (1840) hinterließ, trat früh in den geistlichen Stand, ward 1760, wiewohl ein Anhänger der aufgeklärten Philosophie jener Zeit, zum Bischof von Condom, 1763 zum Erzbischof von Toulouse, wo noch heute der von ihm erbaute Kanal zwischen dem von Caraman und der Garonne den Namen "Canal de Brienne" führt, und 1788 zum Erzbischof von Sens ernannt. Trotz seiner Stellung als Kirchenfürst verminderte er die Zahl der Klöster und errichtete Erziehungsanstalten und Hospitäler. Ein Hauptgegner der Finanzverwaltung Calonnes, ward er von Ludwig XVI. im Mai 1787 an die Spitze der Finanzverwaltung berufen. Als das Parlament sich weigerte, seine Verordnungen über die Grund- und Stempelsteuer zu registrieren, verlegte er dasselbe nach Troyes, ließ, da die Räte des Parlaments ihre Privilegien und das Steuerbewilligungsrecht der Nation energisch wahrten, mehrere Räte verhaften und ersetzte das Parlament durch einen vom König ernannten Rat (cour plénière). Die allgemeine Entrüstung gegen den Minister und die wachsende Geldnot zwangen jedoch den König, ihn im August 1788 zu entlassen. Zur Entschädigung erhielt er einige Abteien und den Kardinalshut. 1790 leistete er zwar den konstitutionellen Eid, nahm auch den Titel eines Bischofs im Departement Yonne an, ward aber gleichwohl von der Revolutionspartei im November 1793 in Sens festgenommen und starb 15. Febr. 1794 im Gefängnis. - Sein Bruder Athanase Louis Marie de L., Graf von Brienne, französischer Generalleutnant, geb. 1730, wurde zu derselben Zeit, wo sein Bruder die Finanzen übernahm, Kriegsminister, trat mit demselben zurück und starb 10. Mai 1794 unter der Guillotine.

2) Louis Léonard de, franz. Schriftsteller, geb. 3. Dez. 1815 zu St.-Yrieix (Obervienne) aus altberühmtem Geschlecht, studierte in Avignon, widmete sich in Paris litterarischen Arbeiten, namentlich für die "Revue des Deux Mondes" und die "Patrie", und ließ zunächst unter dem Pseudonym "Un homme de rien" seine "Galerie des contemporains" erscheinen (1840-47, 10 Bde.), welche nicht bloß durch ihre Zuverlässigkeit, sondern auch durch die subjektive, geschmackvolle und unparteiische Behandlung ihres Verfassers großes Aufsehen erregte. Leider blieb die Reihenfolge der "Hommes de 89" unvollendet; dagegen schlossen sich würdig an jenes erste Werk die Monographie "Beaumarchais et son temps" (Par. 1855, 2 Bde.; 2. Aufl. 1858) an, in vielen Beziehungen ein biographisches Meisterwerk, und die Sittenstudien: "La comtesse de Rochefort et ses amis" (1870, 2. Aufl. 1879) und "Les Mirabeau" (1877-1878, 2 Bde.). Seit 1845 Professor der französischen Litteratur am Collège de France, seit 1862 an der polytechnischen Schule, wurde L. 1871 als Nachfolger Mérimées zum Mitglied der französischen Akademie ernannt und starb 2. April 1878 in Mentone.

Lomentum (lat.), s. Gliederhülse und Frucht.

Lommatzsch, Stadt in der sächs. Kreishauptmannschaft Dresden, Amtshauptmannschaft Meißen, am Köpperitzbach und der Linie Nossen-Riesa-Elsterwerda der Sächsischen Staatsbahn, hat eine schöne, 1347 erbaute Kirche, ein Amtsgericht, bedeutenden Kardendistel-, Getreide- und Flachsbau, lebhaften Handel und (1885) 2817 evang. Einwohner. Von 1267 bis 1271 war L. Versammlungsort der Stände des Landes. Von L. hat die Lommatzscher Pflege den Namen, die, gegen 550 qkm (10 QM.) groß, von jeher wegen ihrer Fruchtbarkeit gepriesen wird.

Lommebucht, s. Hinlopenstraße.

Lommel, Eugen, Physiker, geb. 19. März 1837 zu Edenkoben in der Pfalz, studierte seit 1854 Ma-^[folgende Seite]