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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Ludwigslied; Ludwigslust; Ludwigsorden; Ludwigstadt; Lueg; Lues; Luffa; Lufft; Lufidschi

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Ludwigslied - Lufidschi.

1836-45 nach dem Plan des Oberbaurats Pechmann ausgeführt und ist eine der großartigsten Unternehmungen der Neuzeit, entspricht aber den davon gehegten Erwartungen nicht, so daß der Staat jährlich zur Unterhaltung etwa 60,000 Mk. zuschießen muß.

Ludwigslied (Ludwigsleich), ein althochdeutsches Gedicht in fränkischer Sprache, welches den Sieg des westfränkischen Königs Ludwig III. bei Saucourt in der Picardie 881 über die Normannen besingt. Es schließt sich dem Volkston an, hat aber wahrscheinlich einen fränkischen Geistlichen, vielleicht den Mönch Hucbald in St.-Amand (gest. 930), zum Verfasser. Herausgegeben wurde es zuerst von Schilter (Straßb. 1696) nach einer Abschrift, die Mabillon von der Handschrift genommen hatte. Die Handschrift, welche längere Zeit für verloren galt, fand Hoffmann von Fallersleben zu Valenciennes wieder auf und ließ aus ihr das Gedicht 1837 in den von ihm und Willems herausgegebenen "Monumenta Elnonensia" (2. Aufl., Gent 1845) abdrucken. Das L., das zu den wertvollsten Überresten der althochdeutschen Zeit gehört, findet sich in allen altdeutschen Lesebüchern.

Ludwigslust, Stadt (seit 1. Juli 1876) im Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin, Knotenpunkt der Linie Wittenberge-Hamburg der Preußischen Staatsbahn und der Eisenbahnen L.-Dömitz und Parchim-L., 36 m ü. M., hat 2 luther. Kirchen (darunter die Hauptkirche in Form eines griechischen Tempels), eine kath. Kirche, ein großherzogliches Residenzschloß (1772-79 erbaut) mit Sammlungen, Familiengruft und reizendem Park, ein großherzogliches Palais, eine Villa des Herzogs Paul, ein Realgymnasium, eine Taubstummenanstalt, ein Bethlehemstift (Krankenhaus mit Diakonissenanstalt), ein Amtsgericht, wohlgepflegte Promenaden, Wollspinnerei und -Färberei, Tuch-, Zigarren-, Schokolade-, Zuckerwaren- und Strohhutfabrikation, Spargelbau und (1885) mit der Garnison (ein Dragonerregiment Nr. 17) 6216 meist evang. Einwohner. L. wurde vom Herzog Christian Ludwig II. 1747-56 angelegt.

Ludwigsorden, 1) Bayrischer Orden, vom König Ludwig I. 25. Aug. 1827 für 50jährige Dienstzeit in Hof-, Staats-, Kriegs- und Kirchenämtern in zwei Klassen gestiftet. Die Dekoration ist für Mitglieder höhern Ranges ein goldenes, von der Krone bedecktes Kreuz, in dessen weißem Mittelschild auf dem Avers das Brustbild des Stifters und auf den Flügeln: "Ludwig, König von Bayern", auf dem Revers in grünem Eichenkranz: "Für ehrenvolle 50 Dienstjahre" und auf den Flügeln: "Am 23. Aug. 1827" steht. Beamte niedern Ranges erhalten eine Goldmedaille mit denselben Inschriften. Das Band ist karmesinrot und himmelblau eingefaßt. - 2) Französischer Orden, gestiftet von Ludwig XIV. 1693 für Militärverdienste, in drei Klassen, mit Einkünften. Die Dekoration war ein weißes, achtspitziges Kreuz, mit Lilien in den Winkeln, im Mittelschild der heil. Ludwig mit der Umschrift: "Lud. Magn. inst. 1693", auf dem Revers ein flammendes Schwert in grünem Lorbeerkranz, mit der Umschrift: "Bellicae virtutis praemium". Durch die Revolution aufgehoben, von Ludwig XVIII. wieder eingeführt, wurde er 1830 abermals aufgehoben. - 3) Großherzoglich hessischer Zivil- und Militärverdienstorden, gestiftet von Ludwig I. 25. Aug. 1807 und von Ludwig II. 14. Dez. 1831 mit Statuten versehen. Der Orden hat fünf Klassen: Großkreuze, Komture erster und zweiter Klasse, Ritter erster und zweiter Klasse; damit verbunden ist eine goldene und eine silberne Medaille. Das Ordenszeichen ist ein schwarzes, rot gerändertes achtspitziges Kreuz mit rot emailliertem Mittelschild, in dem vorn ein L mit der Umschrift: "Für Verdienste", hinten: "Gott, Ehre, Vaterland" auf schwarzem Email steht. Die Großkreuze tragen dazu einen achtspitzigen Silberstern mit der Devise, die Komture erster Klasse einen vierspitzigen Silberstern mit daraufliegendem Kreuz. Das Band ist schwarz und rot eingefaßt.

Ludwigstadt, Flecken im bayr. Regierungsbezirk Oberfranken, Bezirksamt Kronach, an der Loquitz, Knotenpunkt der Linien Hochstadt-Probstzella und L.-Lehesten der Bayrischen Staatsbahn, 444 m ü. M., hat ein Amtsgericht, Schieferbrüche, Schiefertafelfabrikation, Schneidemühlen und (1885) 1691 meist evang. Einwohner.

Lueg (spr. lu-eg), 1) Paß in Salzburg, welcher durch die Thalenge der Salzach zwischen dem Tännengebirge (östlich) und dem Haagengebirge (westlich) in einer Länge von 8 km zwischen Werfen und Golling gebildet wird, durchschnittlich nur 14 m breit ist und gegenwärtig von der Linie Salzburg-Bischofshofen der österreichischen Staatsbahnen durchzogen wird. An der Felswand sieht man kesselförmige Vertiefungen, die sogen. Öfen der Salzach, welche das strömende Wasser auswusch. Der Paß ist seit dem 13. Jahrh. befestigt. - 2) (Luegg) Dorf in Krain, Bezirkshauptmannschaft Adelsberg, mit (1880) 240 Einw.; merkwürdig durch seine fünf Karsthöhlen, sein malerisch gelegenes Schloß von 1570 und die alte in eine der Grotten eingebaute Felsenburg.

Lues (lat.), Seuche, besonders epidemische, auch Viehseuche; Syphilis. L. divina, s. v. w. Epilepsie; L. venerea equi, Schankerseuche oder Beschälseuche (s. d.) des Pferdes; L. venerea vaccarum, Perlsucht, sogen. Franzosenkrankheit des Rindviehs.

Luffa Cav. (Schwammkürbis), Gattung der Kukurbitaceen, kletternde, monözische oder diözische Kräuter mit wechselständigen, gestielten, gelappten, rauhen Blättern, in Trauben stehenden männlichen, einzeln stehenden weiblichen Blüten und cylindrischen Früchten, die ein trocknes, faseriges Gewebe enthalten. Von den im tropischen Asien und Afrika verbreiteten Arten liefert L. aegyptiaca L. in Ägypten und Arabien, die auch in Nordamerika kultiviert wird, den vegetabilischen oder Luffaschwamm, ein zierliches weißes Geflecht, welches in trocknem Zustand hart und rauh sich anfühlt, in Wasser aber erweicht und dann statt des Badeschwamms zum Frottieren der Haut benutzt werden kann. Es dient auch zu Schuhsohlen, Bilderrahmen, Körbchen; das Fruchtfleisch wird von den Arabern gegessen.

Lufft, Hans, Buchdrucker und Buchhändler, geb. 1495, begründete 1525 eine eigne Offizin zu Wittenberg und erhielt den Beinamen "der Bibeldrucker", weil er zuerst Luthers Übersetzung der ganzen Bibel im Druck vollendete (1534), die er bereits 1541 neu auflegen mußte und von der bis zu seinem Tod mehr als 100,000 Exemplare aus seinen Pressen hervorgingen. L. druckte auch fast alle Schriften Luthers. Seit 1550 Ratsherr, seit 1563 Bürgermeister von Wittenberg, starb er 2. Sept. 1584 daselbst. Seine Biographie schrieb Zeltner (Altdorf 1727).

Lufidschi (Rufidschi), Fluß in Ostafrika, entspringt wahrscheinlich im Lande der Wamaschonde und mündet, ein großes Delta bildend, gegenüber der Insel Mafia unter 8° südl. Br. in den Indischen Ozean. Er ist 385 km von da aufwärts kleinen Fahrzeugen zugänglich. Früher wurde sein nördlich vom Nyassa entspringender bedeutender Nebenfluß Ruaha als sein Oberlauf angesehen.