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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Lykurgos - Lymphe.

Teuffel (Stuttg. 1865), Holzer (2. Aufl., das. 1883), Bender (das. 1870). Die Fragmente der übrigen Reden gab Kießling (Halle 1847) heraus. Vgl. Nissen, De Lycurgi vita et rebus gestis (Kiel 1833); Blaß, Die attische Beredsamkeit, Bd. 3, Abt. 2 (Leipz. 1880).

Lykúrgos, Logothetis, neugriech. Freiheitskämpfer, geb. 1772 auf Samos, erhielt seine Bildung zu Konstantinopel, ward sodann Sekretär des Fürsten der Walachei, Konstantin Ypsilanti, und bekleidete nach dessen Sturz bei seinem Nachfolger Alexander Sutsos das Amt eines Schatzmeisters und Logotheten (Kanzlers). 1802 nach Samos zurückgekehrt, bekämpfte er erfolgreich die Willkürherrschaft der griechischen Archonten und des türkischen Gouverneurs von Samos, bis er von diesem als Hochverräter gefänglich eingezogen wurde. Nach zwei Jahren begnadigt, floh er nach Smyrna. Nach dem Ausbruch des Freiheitskriegs erhob er 8. Mai 1821 in Samos die Fahne der Freiheit. Auf Veranlassung der Chioten und im Auftrag des Demetrios Ypsilanti unternahm er im März 1822 eine Expedition nach der Insel Chios zu deren Befreiung von dem türkischen Joch, welche aber zu der blutigen Katastrophe der Insel führte. Im Sommer 1824 war er die Seele des Widerstandes der Insel Samos gegen die Angriffe der Türken. Auch Kapo d'Istrias bestätigte ihn 1824 als Zivil- und Militärgouverneur der Insel mit diktatorischer Gewalt und berief ihn als Mitglied in das Panhellenion. Als durch das Protokoll vom 3. Febr. 1830 die Insel Samos von dem freien Griechenland ausgeschlossen wurde, bemühte sich L., die Rechte der Insel bei den Großmächten geltend zu machen, und erreichte wenigstens, daß man Samos zu einem besondern Fürstentum unter dem unmittelbaren Schutz der Großmächte erhob; die ihm angebotene Fürstenwürde schlug er aus. 1834 ging er nach Griechenland, wo er zum Generalleutnant und Senator ernannt wurde und 22. Mai 1851 starb. - Sein Sohn Alexander, gest. 1875 als Erzbischof von Syra, hatte in Halle studiert und später an dem Altkatholikenkongreß in Bonn teilgenommen.

Lyly, John, engl. Dichter, s. Lilly.

Lyme Regis (spr. leim rihdschis), Stadt in Dorsetshire (England), am Kanal (La Manche), westlich von Dorchester, bereits im 13. Jahrh. zur Stadt erhoben und früher von Bedeutung, hat einen kleinen Hafen mit 360 m langem Hafendamm, ein besuchtes Seebad und (1881) 2047 Einw.

Lymexylon, s. Holzbohrer.

Lymfjord, s. v. w. Limfjord.

Lymington (spr. limmingt'n), Hafenstadt in Hampshire (England), an der Mündung des Flusses L. in den Kanal, der Insel Wight gegenüber, hat alte Salzwerke, ein Seebad und (1881) 4366 Einw.

Lymphadenītis, Lymphdrüsenentzündung.

Lymphadenōm, Lymphdrüsengeschwulst.

Lymphämīe, eine Form der Leukämie.

Lymphangiektasis, Erweiterung der Lymphgefäße.

Lymphangiōma, Geschwulst der Lymphgefäße.

Lymphangītis, Entzündung der Lymphgefäßstämme (s. Lymphgefäße, S. 9).

Lymphātisch nennt man eine Konstitution, die durch schlaffes, schwammiges Aussehen, blasse, gedunsene Haut, trägen Puls, schwache Atmung und geringe Widerstandsfähigkeit gegen entzündungerregende Schädlichkeiten charakterisiert ist.

Lymphātisches System, s. Lymphgefäße.

Lymphdrüsen (Glandeln, Glandulae lymphaticae), diejenigen Erweiterungen der Lymphgefäße, in denen die Erzeugung von Lymphkörperchen (Lymphzellen, weißen Blutkörperchen) vor sich geht. Solche L. finden sich in einfacher Form in der Schleimhaut des gesamten Darms (sogen. geschlossene Drüsenfollikel, Peyersche Drüsen, s. d.), ferner bei niedern Wirbeltieren im ganzen Körper verbreitet. Zu größern Gebilden von kompliziertem Bau vereinigt treten sie bei Säugetieren auf; beim Menschen finden sie sich namentlich in Form von Knötchen und Knoten bis zu 2,5 cm Länge vorn an beiden Seiten des Halses, im obern Teil des Nackens, in der Ellnbeuge und Achselhöhle, an den Lungenwurzeln, vor den Wirbelkörpern des Rückgrats, in dem Darmgekröse (sogen. Mesenterialdrüsen, s. d.), an Leber, Milz etc., in der Leistengegend (Leistendrüsen, s. d.) und in der Kniehöhle. Dem feinern Bau nach bestehen die L. aus einem Netzwerk von Bindegewebe, in dessen Maschen sich die Zellmassen, von denen sich die Lymphkörperchen ablösen, befinden, und das von der Lymphe umspült wird. Letztere tritt durch ein sogen. zuführendes Gefäß in die Drüse ein und verläßt sie wieder durch ein abführendes Gefäß. In letzterm finden sich stets weit mehr Lymphkörperchen vor als in ersterm; dies kann seinen Grund ebensowohl in der Erzeugung derselben innerhalb der Drüse wie auch in einer Verminderung der Lymphflüssigkeit haben, von der ein Teil durch die Drüsenzellen hindurch in die Venen filtrieren würde, welche im Innern der L. stets vorhanden sind. Wahrscheinlich hat beides (Produzierung neuer Körperchen und Filtration) statt. Blutgefäße sind stets reichlich in den L. verbreitet und bilden dichte Netze von Kapillaren. - Zu denjenigen Organen, welche Lymphzellen bereiten, gehören auch noch Milz (s. d.), Thymusdrüse (s. d.) und Mandeln (s. d.). Die L. erkranken äußerst selten selbständig, sondern immer nur, wenn mit der Lymphe schädliche Stoffe in sie hineingelangen. Alsdann reagieren sie zunächst immer durch eine Schwellung, welche auf erhöhter Blutzufuhr und vorwiegend auf Zellenvermehrung (Hyperplasie) beruht. So geschwollene L. bezeichnete man früher durchweg als Bubonen. Als Entzündungsreize wirken schon reichliche Verbrauchsstoffe der Gewebe, d. h. schon nach längerm Marschieren können die Leistendrüsen und nach zu kräftigem Rudern die Achseldrüsen anschwellen. Meistens sind es Bakterien, welche diesen Effekt auslösen. So sieht man bei Wundinfektion nach Verletzungen der Finger die Achseldrüsen schwellen und häufig in Eiterung übergehen; so gehen beim Tripper die Leistendrüsen in Eiterung über, beim Typhus sind die Gekrösdrüsen ebenso geschwollen wie die Peyerschen Drüsen des Darms selbst, und in allen Fällen lassen sich die spezifischen Bakterien des ersten Krankheitsherdes auch in den L. nachweisen. Bei der Skrofulose schwellen die L. und verkäsen, wenn in ihrem Saftbezirk tuberkulöse Prozesse verlaufen, und der Käse der L. enthält die Tuberkelbacillen wie jene. Daher darf man mit Wahrscheinlichkeit schließen, daß auch bei den syphilitischen Bubonen und denen der Bubonenpest ganz bestimmte, wahrscheinlich parasitäre Schädlichkeiten als Ursache anzusehen sind. Wenn im Lymphbezirk bösartige Geschwülste, namentlich Krebse, wuchern, so vermehren sich die eingeschleppten Geschwulstzellen sehr oft in den L. zu neuen Gewächsen (regionäre Infektion). Käsige Eindickung und Absterben der Drüsensubstanz kommt bei chronischen Schwellungen der Drüsen schwächlicher Kinder und tuberkulöser Personen vor. Vgl. Skrofulose und Tuberkulose.

Lymphe (griech.), fast wasserhelle oder nur schwach opalisierende Flüssigkeit von etwas salzigem Ge-^[folgende Seite]