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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Macŭla; Maculātus; Mád; Madách; Madagaskar

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Macula - Madagaskar.

Macŭla (lat.), Fleck; M. hepatica, Leberfleck; M. lutea, gelber Fleck in der Netzhaut des Auges.

Maculātus (lat.), gefleckt.

Mád (spr. mahd), Markt im ungar. Komitat Zemplin, Hauptort der Hegyalja und als M.-Zombor Station der Ungarischen Staatsbahn (Miskolcz-Debreczin), mit 2 Kirchen, Synagoge, Schwefelquelle, Badeanstalt, vorzüglichem Weinbau (s. Tokay), Weinhandel und (1881) 3471 Einw. (Ungarn).

Madách (spr. máddātsch), Emerich, ungar. Dichter, geb. 21. Jan. 1823 zu Alsó-Sztregova im Neográder Komitat, wurde nach dem üblichen Studiengang Vizenotar, dann Oberkommissar in seinem Heimatskomitat, nahm, durch Krankheit verhindert, am Revolutionskrieg nicht teil, wurde aber dennoch, weil er einem Flüchtling Unterkunft gewährt, im August 1852 in Haft genommen und erst nach Jahresfrist wieder freigelassen. Gegen häusliches Mißgeschick suchte er Trost in der Poesie und schrieb sein aus Goethe-, Byron- und Schopenhauer-Reminiszenzen hervorgegangenes philosophisches Gedicht "Az ember tragoediája" ("Die Tragödie des Menschen", 1861; deutsch von Dietze, Pest 1865, und von Siebenlist, Preßb. 1886), worin er die Geschicke der Menschheit vom Anfang bis zur Gegenwart darstellt und ziemlich pessimistische Ansichten verrät. Infolge dieses Werkes, das mit großer Begeisterung aufgenommen wurde, wählte ihn die Kisfaludy-Gesellschaft 1862, die ungarische Akademie 1863 zum Mitglied. M. starb bereits 5. Okt. 1864 in Balassa-Gyarmath. Eine Sammlung seiner Werke, die im übrigen aus lyrischen Gedichten und dramatischen Fragmenten bestehen, erschien Budapest 1880, 3 Bde.

Madagaskar (bei den Eingebornen Nosin Dambo, "Insel der wilden Schweine", Izao rehetra izao, "dies alles", und Izao tontolo izao, "dies Ganze", genannt), zu Afrika gehörige Insel, von der Ostküste des Kontinents durch den Kanal von Mosambik getrennt, erstreckt sich mit ihrer Längsachse (1515 km) von NNO. (Kap Amber 11° 57' südl. Br.) nach SSW. (Kap Ste.-Marie 25° 39' südl. Br.), während ihre größte Querachse (580 km) von Foulpointe im O. zur Coffininsel im W. reicht (s. Karte). M. ist die drittgrößte Insel der Erde (nach Neuguinea und Borneo) und hat ein Areal von 591,563 qkm (10,743 QM.). Die Insel gehört zu den tektonischen, sie ist infolge einer durch Bewegungen in der erstarrten Erdrinde erzeugten Spaltbildung vom afrikanischen Festland losgerissen und stand früher vielleicht mit ihren heutigen Nachbarinseln (Seschellen, Komoren), ferner mit Teilen Asiens und Afrikas und unter Vermittelung des letztern selbst mit Amerika im Zusammenhang (Sclaters und Wallaces "Lemuria"). Die südwestliche und mehr noch die nordwestliche Küste werden von mächtigen Korallenriffen umsäumt; sehr ausgedehnt ist auch das nordöstliche Riff zwischen Kap. Amber und Tamatave, das auch die Insel Ste.-Marie einschließt. Bedeutendere fjordartige Einbuchtungen hat die Nordwestküste in der Marambitra-, Bombetoke-, Mayambo-, Narinda-, Radama- und Pasandawabai, die Nordostküste in der Antongilbai; unbedeutender ist eine Reihe von Einschnitten südlich von Tamatave. Gute Landungsplätze finden sich nur in den Häfen Diego Soarez, zu Wohemar, Maroanzettra im Grunde der Antongilbai, zu Mawelona oder Foulpointe, zu Toamasina oder Tamatave. Im übrigen ist die Küste im N. sehr felsig, im S. flach und sandig und die Annäherung sehr gefährlich. Am Nordwestrand liegt eine Reihe kleiner, von den Franzosen seit 1841 infolge von Verträgen mit den Häuptlingen besetzter Inseln: Nossi Bé, Nossi Cumba, Nossi Mitsiu und Nossi Lava, mit bedeutendem Reisbau, zusammen 293 qkm groß mit 9339 Einw. An der Ostküste liegt die seit 1643 von Frankreich besetzte Insel Ste.-Marie (Nossi Boraha), 165 qkm groß mit 7287 Einw. und dem Hafen Port Louis.

Was die Bodengestaltung Madagaskars anlangt, so wird M. keineswegs, wie man oft annahm, in seiner ganzen Länge und in gleichen Abständen von der Ost- und Westküste von einer großen Gebirgskette durchzogen, die Wasserscheide liegt vielmehr 100-120 km vom Ostrand. Grandidier unterscheidet fünf verschiedene Gebirgsketten, welche sämtlich von NNO. nach SSW. verlaufen. Die erste, von W. gerechnet, ist niedrig, die zweite, Bemaraha genannt, ist anfangs schmal, bildet aber später mit der ersten eine weite Hochebene. Alle drei ersten Ketten werden durch Sandebenen oder trockne, von wenig tiefen Rinnsalen durchfurchte Hochebenen getrennt. Die beiden andern Ketten, östlich von 43° 20' östl. L. v. Gr., bilden eine ungeheure Masse granitischer Berge, die durch zwei verschiedene Erhebungen entstanden zu sein scheinen. Die erste erstreckt sich von der Halbinsel Anurutsangane bis 22° südl. Br. und hat eine durchschnittliche Breite von 160 km, die zweite zieht die ganze Ostküste von Wohemar bis Fort Dauphin

^[Abb.: Karte von Madagaskar.]