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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Madisonsinsel; Madiun; Mädler; Madonna; Madonna del Monte; Madonnenbilder; Madou; Madras

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Madisonsinsel - Madras.

(Washingt. 1840, 3 Bde.), seine "Letters and other writings" Rives (2. Aufl., New York 1884, 4 Bde.) heraus. Vgl. Rives, Life and times of J. M. (Bost. 1866-69, 3 Bde.); Gay, James M. (das. 1884).

Madisonsinsel, s. Nukahiwa.

Madiun, niederländ. Residentschaft in der Osthälfte von Java und an dessen Südküste, 6492 qkm (117,9 QM.) groß mit (1883) 1,005,060 Einw. (darunter 658 Europäer und 3506 Chinesen), welche an den zahlreichen Flußläufen, namentlich am Solo, Reis, Tabak, Kaffee, Indigo, Zucker, Baumwolle, Zimt u. a. gewinnen. Auch gibt es Petroleum- und Solquellen. Hauptort ist das Dorf M.

Mädler, Johann Heinrich von, Astronom, geb. 29. Mai 1794 zu Berlin, war seit 1817 Lehrer an dem Schullehrerseminar daselbst, studierte seit 1822 an der Universität Naturwissenschaft, besonders Astronomie, ward 1830 Lehrer am königlichen Seminar daselbst und stellte auf der von Wilhelm Beer bei Berlin errichteten Privatsternwarte seine ersten astronomischen Beobachtungen über die Oberfläche des Mars an, die 1830 erschienen. Mit Beer zeichnete er auch eine vorzügliche große Mondkarte (Berl. 1834-36, 4 Blatt), schrieb dazu die "Allgemeine Selenographie" (das. 1837, 2 Bde.) und lieferte eine Generalkarte des Mondes von 31 cm Durchmesser (1837) nebst einer "Kurzgefaßten Beschreibung des Mondes" (das. 1838). Außerdem beobachtete und berechnete er mehrere Doppelsterne, zwei Saturntrabanten sowie Sonnen- und Mondfinsternisse. Nachdem er 1833 auf Rügen für die russische Chronometerexpedition die Zeitbestimmungen geliefert hatte, erhielt er 1836 an der königlichen Sternwarte in Berlin eine Anstellung und ging 1840 als Professor der Astronomie und Direktor der Sternwarte nach Dorpat. Hier stellte er wichtige Untersuchungen über die Fixsternsysteme an und gelangte zu dem Resultat, in den Plejaden den Zentralpunkt unsers ganzen Fixsternsystems zu erblicken. 1858 ward er zum Wirklichen Staatsrat ernannt. 1860 reiste er zur Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis nach Spanien, legte aber 1865 infolge eines Augenübels seine Stellung nieder und kehrte nach Deutschland zurück. Er lebte seitdem in Bonn und starb 14. März 1874 in Hannover. Unter seinen astronomischen Arbeiten sind hervorzuheben: "Der Wunderbau des Himmels" (Berl. 1841; 8. Aufl., Straßb. 1884); "Beobachtungen auf der Sternwarte Dorpat" (Dorp. 1842-65, Bd. 9-16); "Fragments sur les corps célestes du système solaire" (Par. 1841); "Untersuchungen über die Fixsternsysteme" (Mitau 1847-48, 2 Bde.); "Die Zentralsonne" (1. u. 2. Aufl., das. 1846); "Leitfaden der mathematischen und allgemeinen physischen Geographie" (Stuttg. 1844); "Astronomische Briefe" (Mitau 1844-47); "Beiträge zur Fixsternkunde" (Haarl. 1855); "Die Eigenbewegung der Fixsterne" (Dorp. 1854); "Der Fixsternhimmel" (Leipz. 1858); "Über totale Sonnenfinsternisse, mit besonderer Berücksichtigung der Sonnenfinsternis vom 18. Juli 1860" (im 25. Bd. der "Verhandlungen der kaiserlichen Leopoldino-Karolinischen Akademie", in deren Auftrag M. diese Finsternis zu Vittoria in Spanien beobachtet hatte; separat, Jena 1861, Nachtrag 1862); "Reden und Abhandlungen über Gegenstände der Himmelskunde" (Berl. 1870); "Geschichte der Himmelskunde" (Braunschw. 1872-73, 2 Bde.).

Madonna (ital.), "meine Herrin", besonders von der Jungfrau Maria (s. d.) gebraucht und namentlich von künstlerischen Darstellungen, welche die Jungfrau mit dem Kind zeigen (s. Madonnenbilder).

Madonna del Monte, Wallfahrtsort und herrlicher Aussichtspunkt bei Varese (s. d.).

Madonnenbilder (Marienbilder), gemalte und plastische Darstellungen der Jungfrau Maria mit dem Jesuskind, welche in der Geschichte der christlichen Kunst eine sehr bedeutsame Stelle einnehmen. Die Legende erzählt, daß der Evangelist Lukas das erste Bild der Madonna mit dem Kind nach dem Leben (s. Lukasbild) gemalt haben soll, weshalb er in mittelalterlichen Bildern in dieser Thätigkeit dargestellt wird. Die ersten Bilder der Mutter Jesu finden sich, doch nur vereinzelt, in Katakombenbildern des 2. und 3. Jahrh. Erst seit dem 5. Jahrh. wurden die M. häufiger, und von da ab machte sie die byzantinische Malerei allgemein. Doch ist die Mehrzahl dieser M. durch den Bildersturm vernichtet worden. Aus den Fesseln byzantinischer Starrheit befreite Cimabue zu Ende des 13. Jahrh. die M., und von da ab hat die italienische Malerei und Plastik ihre höchste Aufgabe in Madonnenbildern gesehen, bis Raffael den Typus der Madonna mit dem Kind in zahlreichen Gemälden (Madonna della Sedia, Sixtinische Madonna) zur Vollendung brachte (vgl. auch Heilige Familie). Dem italienischen Schönheitskultus trat bald das schlicht-bürgerliche Empfinden der deutschen Kunst (Dürer und Holbein) gegenüber, in welcher der Marienkultus seinen tiefsten und reinsten Ausdruck gefunden hat. Hier sind besonders der unter dem Namen "das Marienleben" bekannte Cyklus von Holzschnitten von Dürer und die Madonna des Bürgermeisters Meyer von H. Holbein dem jüngern zu nennen. Eine in der mittelalterlichen Kunst beliebte cyklische Darstellung waren auch die sieben Freuden und die sieben Schmerzen der Maria. Besondere Gruppen bilden die Darstellungen der Madonna mit dem Kind, als Himmelskönigin auf dem Halbmond schwebend (nach Offenbar. Joh., Kap. 12), und die Madonna mit dem Leichnam Christi (s. Pietà). Die Madonna allein kommt häufig auf Darstellungen des englischen Grußes, der unbefleckten Empfängnis (Murillo), der Mater dolorosa, des Todes Mariä und der Himmelfahrt Mariä (s. d.) vor. Vgl. Gruyer, Les vierges de Raphael et l'iconographie de la vierge (Par. 1869, 3 Bde.); Rohault de Fleury, La sainte vierge (das. 1878); A. Schultz, Die Legende vom Leben der Jungfrau Maria und ihre Darstellung in der bildenden Kunst des Mittelalters (Leipz. 1879); Erkl, Die Madonna als Gegenstand christlicher Kunstmalerei und Skulptur (Brixen 1883); Fäh, Das Madonnenideal in den ältern deutschen Schulen (Leipz. 1884); v. Schreibershofen, Die Wandlungen der Mariendarstellungen in den Bildern der Kunst (Heidelb. 1886).

Madou (spr. -duh), Jean Baptiste, belg. Maler, geb. 1796 zu Brüssel, machte sich zuerst als Lithograph durch Herausgabe von Sammelwerken über belgische Kostüme, dann einer "Physionomie de la société en Europe de Louis IX à nos jours" (1835-36) einen Namen. Besonders bekannt sind die "Scènes de la vie des peintres de l'école flamande et hollandaise" (1840). Seine zahlreichen Öl- und Aquarellbilder behandeln meist Genreszenen aus älterer Zeit; sie zeigen Geist und Humor in der Erfindung und große technische Gewandtheit in der Ausführung. Er starb 3. April 1877.

Madras, Präsidentschaft des britisch-ind. Kaiserreichs, der südlichste Teil der vorderindischen Halbinsel, erstreckt sich vom Kap Komorin unter 8° 4' nördl. Br. am Golf von Bengalen (Koromandelküste) 1930 km bis zum 20.°, am Indischen Ozean