Schnellsuche:
Info: Zur Zeit wird der Volltextindex aktualisiert. Sie erhalten daher bei Suchen nicht die volle Anzahl an Treffern. Die Aktualisierung dauert typischerweise wenige Minuten.

Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Makedonische Kaiser; Maki; Makka; Makkabäer

134

Makedonische Kaiser - Makkabäer.

Philipp III. Antigonos II. Doson, des Antigonos Enkel, der sich mit der Witwe des Demetrios vermählte, dem Achäischen Bund zu Hilfe zog, Mantineia und Sparta eroberte und die Illyrier bekämpfte; er starb 220. Sein Nachfolger Philipp III. wurde als Bundesgenosse der Achäer in Kriege mit den Ätoliern und Illyriern und Attalos von Pergamon verwickelt. 215 schloß er mit Hannibal ein Bündnis gegen die Römer, wurde aber durch eine römische Flotte an der Überfahrt nach Italien gehindert, 214 bei Apollonia geschlagen und seit 211 durch den Krieg gegen die Ätolier, die Verbündeten Roms, in seinem eignen Land beschäftigt, bis 205 die Römer unter Vermittelung der Epiroten Frieden schlossen. Doch dauerte derselbe nur bis 200. Die Schlacht bei Kynoskephalä, im Herbst 197 von T. Quinctius Flamininus gewonnen, zwang Philipp zum Frieden 196, in welchem die Hegemonie über Griechenland den Makedonien genommen, die Armee derselben bis auf 5000 Soldaten vermindert und eine Zahlung von 1000 Talenten ihnen auferlegt wurde. Außerdem mußte sich der König verpflichten, keinen Krieg ohne Erlaubnis der Römer zu führen. Nach Philipps III. Tod (179) bestieg sein Sohn Perseus den Thron. Von gleichem Römerhaß beseelt, erklärte er 171 an die Römer den Krieg und behauptete sich anfangs nicht nur in dem Gebirgsland von Thessalien, sondern besiegte auch die Römer zweimal (171 und 170); aber durch seinen Geiz machte er seine Bundesgenossen von sich abwendig. Der römische Konsul Ämilius Paullus besiegte ihn 4. Sept. 168 in der Schlacht bei Pydna und stürzte so den Thron der makedonischen Könige. Perseus mußte den Triumph des Siegers in Rom mit verherrlichen und starb im Gefängnis in Alba. Ein Senatsbeschluß erklärte zwar M. für frei unter Roms Oberherrschaft, teilte es aber in vier Distrikte, die kein Commercium und Connubium untereinander hatten, bestimmte die Hälfte der bisherigen Abgaben (100 Talente) als Tribut und befahl, daß weder ein Heer, mit Ausnahme von Landmilizen, noch eine Flotte gehalten werden dürfe. Das Volk folgte daher gern dem Ruf eines Sklaven Andriskos 149, welcher sich für den Sohn des Perseus ausgab (der sogen. Pseudo-Philipp), und kämpfte anfangs glücklich gegen die Römer, bis endlich die Siege des Q. Cäcilius Metellus bei Pydna 148 und 147 Makedoniens Schicksal entschieden. Der gefangene Andriskos folgte dem Triumphwagen des Metellus, der den Beinamen Macedonicus erhielt. Ein zweiter Usurpator, der unter dem Namen Alexander als ein Sohn des Perseus (Pseudo-Philipp) 143 auftrat, wurde von dem Quästor Tremellius getötet. M. erhielt nun römische Provinzialeinteilung und mit Illyrien Eine Verwaltung. Bei der Teilung des römischen Reichs fiel M. an das oströmische Reich und nach dessen Sturz an die Türken. Gegen die drückende Herrschaft derselben versuchte die im Küstengebiet zahlreiche griechische Bevölkerung 1769 und besonders 1821-22 eine Erhebung, die aber von den Türken blutig unterdrückt wurde. Die Serben und Bulgaren im N. gelangten erst in der letzten Zeit zu nationalem Bewußtsein, und die Bulgaren machten nach der Befreiung ihrer Stammesgenossen nördlich vom Balkan 1878 einen erfolglosen Aufstand. Vgl. Otfr. Müller, Über die Wohnsitze, die Abstammung und die ältere Geschichte des makedonischen Volkes (Berl. 1825); Flathe, Geschichte Makedoniens (Leipz. 1832-34, 2 Bde.); Abel, M. vor König Philipp (das. 1847); Desdevises du Dezert, Géographie ancienne de la Macédoine (Par. 1863); Démitras, Alte Geographie Makedoniens (in griechischer Sprache, Athen 1870-74, 2 Bde.); Curteis, Rise of the Macedonian empire (Lond. 1877); Heuzey, Mission archéologique de Macédoine (Par. 1864-76).

Makedonische Kaiser, die 867-1056 in Konstantinopel herrschende Dynastie, die mit Basilius I. beginnt, mit Theodora endet; s. Oströmisches Reich.

Maki (Fuchsaffe, Lemur L.), Säugetiergattung aus der Ordnung der Halbaffen und der Familie der Lemuriden (Lemurida), schmächtig gebaute Tiere mit gestrecktem Fuchskopf, mäßig großen Augen, mittellangen, reichlich behaarten Ohren, gleich langen Gliedmaßen, mehr als körperlangem Schwanz und weichem Pelz. Sie leben in den Wäldern Madagaskars und der Nachbarinseln, am Tag im tiefsten Dickicht verborgen, nachts unter großem Geschrei und lebhaften Bewegungen auf Nahrung ausgehend. Sie nähren sich hauptsächlich von Früchten, fressen aber auch Insekten, junge Vögel etc. Sie sind meist sanft und friedlich, bisweilen wild und bissig; in der Gefangenschaft halten sie sich gut. Der Mohrenmaki (Akumba, L. Macaco L., s. Tafel "Halbaffen") ist etwa 45 cm lang, mit ebenso langem Schwanz, und mehr oder weniger rein schwarz, während das Weibchen (früher als Weißbartmaki beschrieben) auf der Oberseite rostfarben, an Wangen, Füßen und Schwanz weißlich ist; er bewohnt in Banden nur die undurchdringlichsten Dickichte und erhebt gegen Abend ein furchtbares Geschrei. Er ist außerordentlich gewandt und beweglich und entgeht leicht der Verfolgung. Man findet ihn nicht selten in den zoologischen Gärten, wo er sich auch fortpflanzt.

Makka, Indianerstamm, s. Makah.

Makkabäer, jüdische Herrscherfamilie, welche von Mattathias abstammte und nach dessen Urgroßvater Hasmonäos (Asamonäos) auch die Hasmonäer genannt wurde. Mattathias gab als Priester zu Modin in Palästina 167 v. Chr. durch Ermordung eines königlichen Vogts das Zeichen zum Aufstand gegen die drückende Herrschaft des syrischen Königs Antiochos IV. und übertrug bei seinem Tod 166 die Führung des Kriegs gegen Syrien Judas Makkabäus (Makkab, d. h. Hammer; von diesem Beinamen rührt der Name des Geschlechts her), dem dritten seiner fünf Söhne, welcher den Feldherren des syrischen Königs mehrere siegreiche Schlachten lieferte, aber 160, mit Heldenmut gegen die feindliche Übermacht fechtend, fiel (s. Judas 1). Ihm folgte Jonathan, der jüngste der Brüder, welcher sich besonders durch geschickte Benutzung der Thronstreitigkeiten in Syrien behauptete, aber 143 zu Ptolemais ermordet wurde (s. Jonathan Apphus). Es folgte nun der älteste, allein noch übrige der fünf Brüder, Simon, welcher sich von Syrien ganz lossagte, einen Angriff des syrischen Königs Antiochos Sidetes siegreich zurückschlug und die Herrschaft als Fürst und Hoherpriester glücklich und zur Wohlfahrt des Landes führte bis 135, wo er mit zweien seiner Söhne durch Meuchelmord ums Leben kam. Sein Sohn und Nachfolger Johannes Hyrkanos I. mußte zwar, als Antiochos Sidetes 133 in Palästina einfiel und Jerusalem belagerte, einen demütigenden Frieden mit demselben schließen; es gelang ihm aber, hauptsächlich durch die zunehmende Schwäche der syrischen Könige und durch die Unterstützung der Römer, mit denen er das bereits von Judas Makkabäus und von Simon abgeschlossene Bündnis erneuerte, nicht nur die Unabhängigkeit von Syrien wiederherzustellen, sondern auch Samaria, Idumäa und das Land jenseit des Jordans zu erobern. Von des Hyrkanos