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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Makulatur - Malaga.

obern und untern Fortsatz des ersten Kiemenbogens zu stande kommt.

Makulatūr (lat.), ursprünglich und eigentlich die beim Druck eines Werkes schadhaft gewordenen Bogen; dann die nicht abgesetzten oder durch neue Auflagen entwerteten Bücher oder andre Drucksachen sowie unreines, nur zum Verpacken taugliches Papier. Makulieren, zu M. machen.

Makuta, Rechnungsmünze der afrikan. Kolonien Portugals, = 50 Reis = 0,225 Mk.

Malabar, Küstenstrich im SW. der vorderind. Halbinsel, zwischen den Westghats und dem Meer und den Kaps Dilli (12° 3' nördl. Br.) und Komorin, 540 km lang, umfaßt die Tributärstaaten Kotschin, Travankor und den zur Präsidentschaft Madras gehörigen Distrikt M., ein Areal von 35,886 qkm (652 QM.) mit (1881) 5,366,471 Einw. Andre rechnen zu M. auch den Distrikt Südkananor, weisen ihm also als Nordgrenze den 14.° nördl. Br. an. Die Küste ist niedrig; hinter ihr und parallel mit ihr laufend ziehen sich, durch schmale Kanäle verbunden, Lagunen hin, welche der Binnenschiffahrt dienen. Durchaus gleichförmig, hat sie nur wenige schlechte Häfen (Kotschin, Beipur, Kananor), und die Flüsse können dem Verkehr nicht dienen, richten vielmehr zur Zeit der Hochfluten große Verheerungen an. Die Bevölkerung gehört dem Drawidastamm an, der herrschende Stamm sind die aristokratischen Nair; am interessantesten aber sind die teils mohammedanischen, teils christlichen Mopla, welche wahrscheinlich arabisches Blut in ihren Adern haben und einen stark entwickelten Unabhängigkeitssinn zeigen, der zu wiederholten Aufständen führte und 1853 ein Ausnahmegesetz nötig machte. Das Christentum, zu dem sich ein Zehntel der Bevölkerung bekennt, fand bereits durch den Apostel Thomas Eingang; 1881 zählte man hier 678,099 Christen (498,542 in Travankor, 136,361 in Kotschin, 43,196 im Distrikt M.), welche dem römisch-katholischen, syrischen und protestantischen Glaubensbekenntnis angehören. Auch zählt M. einige interessante Judengemeinden. Außer 500,000 Tschanar in Travankor sprechen sämtliche Einwohner das Malayalam, in welcher Sprache die Missionäre bereits eine belehrende Litteratur geliefert haben. Der britische Distrikt M., die nördlichste Strecke des Küstenstrichs, 14,931 qkm (272 QM.) groß mit (1881) 2,365,035 Einw., wird der Garten Indiens genannt; Kaffee (jährlich etwa 3 Mill. Pfd.), Pfeffer (jährliche Ausfuhr 5 Mill. Mk.), Kokosnüsse (2½ Mill. Mk.), Ingwer, Arrowroot, Arekanüsse, Zimt etc. werden in Fülle erzeugt. Die Industrie wird fast nur durch die Fabrikate der deutschen Mission (Stoffe, Ziegel u. a.) in Kalikat und Kananor vertreten. Einige Bedeutung hat aber die Fischerei. Der gesamte jährliche Handelsumsatz beziffert sich auf 80 Mill. Mk. Eine Eisenbahn von Beipur nach Madras durchschneidet den südlichen Teil des Distrikts. Hauptstadt ist Kalikat. - Als Vasco da Gama 1498 hier zuerst landete, fand er M. in eine große Menge kleiner Staaten zersplittert, aber infolge der Eifersucht der arabischen Händler konnten die Portugiesen erst von 1505 ab festen Fuß in M. fassen. Sie legten Faktoreien in Kalikat, Kananor und Kotschin an, verloren indes die beiden letzten 1656-63 an Holland. An die Stelle dieses trat bald England, das 1664 hierher Handel zu treiben begann, 1708 die erste Niederlassung bei Talatscheri errichtete und im Kampf gegen die seit 1720 zu Mahé etablierten Franzosen, Haider Ali und Tippu Sahib den ganzen jetzigen Distrikt erwarb. S. Karte "Ostindien".

Malabarfasänchen, s. Amadinen.

Malabarzimt, s. Cinnamomum.

Malaca, alter Name von Malaga (s. d.).

Malăchit, Mineral aus der Ordnung der Carbonate, kristallisiert monoklinisch, findet sich aber nur mikrokristallinisch, meist nadel- oder tafelförmig, strahlig-faserig und dicht in traubigen, nierenförmigen, stalaktitischen, konzentrisch-schaligen Aggregaten, auch derb und als Anflug, sehr häufig erdig (Kupfergrün). Er ist smaragd- bis spangrün, auch schwärzlichgrün, durchscheinend bis undurchsichtig; die Kristalle sind diamant- und glasglänzend, der faserige M. ist seidenglänzend (Atlaserz), der dichte und erdige matt. Das spez. Gew. ist 3,7-4,1, die Härte 3,5-4. Er besteht aus basisch kohlensaurem Kupferoxyd Cu2CO4+H2O ^[Cu_{2}CO_{4}+H_{2}O] mit 57 Proz. Kupfer und tritt als gewöhnlicher Begleiter der übrigen Kupfererze, der erdige häufig auch auf Mergel- und andern Gesteinen auf. Ausgezeichnete Fundorte sind Teruel in Spanien (Kristalle), Chessy bei Lyon, Cornwall, der Schwarzwald, Dillenburg, Saska und Moldawa im Banat, Rezbanya in Siebenbürgen, die Schweiz und Tirol, vor allen aber Sibirien, der Ural, hier namentlich Nishnij Tagilsk. Der M. wird auf Kupfer verhüttet und wegen seiner prachtvollen Farbe und Politurfähigkeit häufig als Schmuckstein, auch furnierartig zum Belegen andrer Steine, zu Vasen, Tischplatten, Dosen etc. benutzt. Außerdem dient er zu Mosaiken und als Malerfarbe. S. Tafel "Mineralien und Gesteine", Fig. 10.

Malachitgrün, s. Anilin, S. 592, u. Berggrün.

Malacīe (Malakie, griech.), in Zusammensetzungen s. v. w. Erweichung (s. d.).

Malackah (Marapha), ägypt. Wegestunde, = 64 Marschminuten.

Malacoderma (Weichkäfer), Familie aus der Ordnung der Käfer (s. d.).

Malaczka, Markt im ungar. Komitat Preßburg, mit einem Schloß und Park des Fürsten Pálffy, Franziskanerkloster und Bezirksgericht, Spiritusfabrik und (1881) 3755 slowak. Einwohnern.

Malade (franz., spr. -lad), krank; Maladie, Krankheit.

Maladetta (franz. Monts Maudits), höchster Gebirgsstock der Pyrenäen, in der südlichen Kette der Zentral- oder Hochpyrenäen, an der Grenze von Frankreich und Spanien gelegen, ein schneebedecktes Granitmassiv, welches aus einem Zirkus von öden Kalkgebirgen aufsteigt und in drei Gipfel ausgeht: Pic de la M. (3312 m), Pic du Milieu (3356 m) und Pic d'Anethou (3404 m, s. d.).

Maladresse (franz., spr. -adréß), Ungeschicklichkeit; maladroit (spr. -adrŏa), ungeschickt, unanstellig.

Mala fide (lat.), wider besseres Wissen, arglistig; malae fidei possessio, ein wissentlich unrechtmäßiger Besitz. Vgl. Bona fides.

Málaga, span. Provinz in der Landschaft Andalusien, grenzt gegen N. an die Provinz Cordova, gegen O. an Granada, gegen S. an das Mittelländische Meer, gegen W. an Cadiz, gegen NW. an Sevilla und hat einen Flächenraum von 7349 qkm (133,4 QM.). Das Land ist gebirgig und wird von dem südlichen Randgebirge des bätischen Systems mit der Sierra Tejeda (2135 m), El Torcal (1285 m), Tolox (1959 m) in einem weiten, gegen S. geöffneten Bogen durchzogen. Das Land südlich von diesem Randgebirge fällt terrassenförmig zum Meer ab, das nördlich gelegene Land ist eine Hochebene. Mehrere Küstenflüsse durchbrechen das erwähnte Gebirge und ergießen sich in das Mittelländische Meer. Die bedeutendsten davon sind der Guadalhorce und der Gua-^[folgende Seite]