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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Malakka - Mälar.

Trotto, Lankawi, Pinang, an der Südküste Singapur, an der Ostküste Tioman, Groß-Redang und die Samuiinseln die bemerkenswertesten sind. Die Halbinsel wird in ihrer ganzen Länge von meist einander parallel laufenden Gebirgsketten aus Granit, Schiefer, Kalkstein und Basalt durchzogen, welche eine Höhe von 2000 m, an einer Stelle von 3600 m erreichen und von mehreren tiefen Einsenkungen durchbrochen werden. Die meisten Flüsse sind nicht schiffbar und werden nur zur Bewässerung benutzt; doch wird der Bernam 125 km weit und der Perak fast in seiner ganzen Länge von malaiischen Fahrzeugen befahren; Dampfer von 600 Ton. können nur bis Durian Sebatang hinaufgehen. Das Klima ist heiß und feucht und, selbst in größern Höhenlagen, ungesund: von einem solchen Unterschied in den Jahreszeiten, wie man ihn sonst in gleichen Breiten gewahrt, findet sich hier keine Spur. Die Ostküste wird bisweilen von Cyklonen heimgesucht. Die Wälder enthalten zahlreiche kostbare Holzarten, den Teakbaum, Sandelholz, Ebenholz, den Zimtbaum, Kampferbaum, mehrere Guttapercha liefernde Bäume; sie werden aber leider in rücksichtslosester Weise verwüstet. Auf dem nicht sehr reichen Kulturboden werden Reis, Zuckerrohr, Baumwolle, Tabak, Pfeffer und Kokosnüsse gewonnen; in Perak und im Thal des Selangor sind Thee- und Kaffeepflanzungen angelegt worden. Die Tierwelt ist vertreten durch den Königstiger, das Rhinozeros, den Elefanten, Büffel, eine Bärenart, Hirsche, Affen, zahlreiche Vögel, Krokodile, Schlangen. Der Mineralreichtum ist ein sehr großer. Zinn findet man überall in geringer Tiefe; in Perak allein sind 20,000 Menschen bei den Gruben beschäftigt, welche 1884: 10,272 Ton. Zinn lieferten. Gold ist gleichfalls sehr weit verbreitet (Jahresertrag 800-900 kg); ebenso findet sich Silber, seltener Eisen; auf dem Isthmus von Kra wurde 1882 Steinkohle entdeckt. Die Bevölkerung, deren Zahl etwa 1 Mill. beträgt, besteht aus wenigen Negrito im Innern, Siamesen oder Thai nördlich vom 7. Breitengrad und zivilisierten Malaien im S. davon, während in den Berggegenden im Innern die wilden Stämme der Oran Binua, Oran Utan, Oran Bukit u. a. hausen. Dazu kommen noch Chinesen, Hindu, Europäer, Araber. Politisch ist die Halbinsel verteilt zwischen dem Königreich Siam, einigen unabhängigen Staaten und den Engländern, deren Besitzungen als Straits Settlements (s. d.) zusammengefaßt werden, und von denen noch einige Staaten als Schutzstaaten abhängen:

QKilom. Einwohner

Tributärstaaten von Siam 99974 180000

Unabhängige Staaten (Pahang, Dschohor und Negri Sembilan) 51800 180000

Straits Settlements 3742 540000

Britische Schutzstaaten (Perak, Selangor und Sunghei Udschang) 34965 174000

Die Industrie ist meist in den Händen der Chinesen und beschäftigt sich mit der Herstellung von Seidenstoffen, Kris, Zucker, Kokosöl, Harz etc. Die Straßen werden in den englischen Besitzungen und in Perak gut erhalten; 1884 wurde eine Eisenbahn zwischen Taipong, der Hauptstadt von Perak, und Port Wold eröffnet. Als Geld laufen Rupien und Zinnmünzen um. - Die Halbinsel M. wird schon von Ptolemäos als Goldene Chersones (wegen ihres Goldreichtums) erwähnt. Die Portugiesen nahmen 1511 die Stadt M., die 1641 in den Besitz der Holländer überging. 1786 erwarb die Britisch-Ostindische Kompanie die Insel Pinang durch Kauf, und 1824 erlangte die britische Regierung den Besitz der Stadt M. gegen Abtretung einiger Posten auf Sumatra an Holland; zur selben Zeit erwarb sie Singapur. Vgl. Bird, The Golden Chersonese (Lond. 1884).

Malakka, engl. Kolonie an der Westküste der Halbinsel gleichen Namens, 1657 qkm (30 QM.) groß mit (1881) 93,579 Einw. Die Berge enthalten Zinn und etwas Gold; Reis, Pfeffer, Sago, Muskatnüsse sind die vornehmsten Bodenprodukte. Die Hauptstadt M. an der Mündung des gleichnamigen Flusses hat 20,000 Einw. und besteht aus der alten, von den Holländern angelegten europäischen und der von Malaien und Chinesen bewohnten Stadt.

Malakkanußbaum, s. Semecarpus.

Malakkaröhrchen, s. Calamus.

Malakkastraße, Meeresstraße zwischen der Halbinsel Malakka und Sumatra, welche den Indischen Ozean mit dem Chinesischen Meer verbindet. Sie ist 778 km lang, am breitesten (297 km) zwischen Pulo Pinang und der Nordspitze von Sumatra, am schmälsten (55 km) bei der Stadt Malakka. Die Schiffahrt ist infolge der starken Strömungen schwierig, wird aber durch zahlreiche Leuchtfeuer an den Küsten unterstützt. S. Karte "Hinterindien".

Malakolith, s. Augit.

Malakologie (griech.), Lehre von den Mollusken.

Malakonīt, s. Kupferschwärze.

Malakostrāken (Malacostraca), s. Krebstiere.

Malakow, Name der Hauptbastion auf der Südseite von Sebastopol (s. d.) vor der Erstürmung 1855, infolge deren der Marschall Pélissier (s. d.) später zum Herzog von M. ernannt wurde.

Malakozōen, s. v. w. Weichtiere, s. Mollusken.

Malamocco, Flecken in der ital. Provinz Venedig, 6 km südlich von Venedig, am Litorale von M. (Lidoinsel), einer der Landzungen, welche die Lagunen vom Adriatischen Meer trennen, mit (1881) 808 Einw. Der 3 km südlich gelegene Porto di M., der Kanal zwischen der Lidoinsel und dem Litorale von Pellestrina, dient als Haupteinfahrt für den Hafen von Venedig und ist durch Forts geschützt.

Malandrīno (ital.), Straßenräuber, Landstreicher; auch Schimpfwort, s. v. w. Strolch. In Gozzi-Schillers "Turandot" werden die Malandrinen scherzhafterweise eine Völkerschaft genannt.

Malansche, wichtige Handelsstadt in der portugies. Provinz Angola (Westafrika), an einem rechtsseitigen Nebenfluß des Coanza, 1180 m ü. M., besteht aus einer einzigen langen Straße, in deren Mitte der Marktplatz mit dem Haus der portugiesischen Kommandantur sich befindet. M. wird im S. durch Wall und Graben geschützt und hat eine Garnison von 100 schwarzen Soldaten unter portugiesischen Offizieren. Es leben hier 50-60 Europäer.

Malapāne, rechter Nebenfluß der Oder in Schlesien, entspringt in Polen, fließt nach W. in breiter Niederung und mündet im N. von Oppeln, bei Czarnowanz, nach 120 km langem Lauf. An derselben (im Kreis Oppeln) das Dorf M. mit wichtigen Eisenwerken (ehemals Staatseigentum).

Mal-à-propos (franz., spr. -poh), zur Unzeit.

Mala punĭca (lat.), Granatäpfel.

Mälar (Mälarsee), See in Schweden, zwischen den Läns Stockholm, Upsala, Westerås und Nyköping, ist von W. nach O. 110 km lang und gegen 52 km breit und bedeckt einen Flächenraum von 1687 qkm (30,6 QM.); die Wasserfläche ohne die Inseln umfaßt 1162 qkm. Sein Spiegel liegt nur etwa 0,6 m ü. M. Durch den Norder- und Süderstrom und den Kanal Södertelge hat er seinen Ausfluß in