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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

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Malgue - Malkasten.

sowohl bei der Fayence als bei dem Porzellan der Farbenauftrag meist auf die glasierte Masse statt, worauf dann die Gegenstände in Kapseln und Muffeln der Glühhitze ausgesetzt werden, bis sich die Farben mit der Glasur zu einem gleichmäßigen Schmelz verbinden. Doch hat man jetzt auch Farben, welche das nachträgliche Brennen vertragen (Unterglasurfarben). Ähnlich ist das Verfahren bei der Emailmalerei, bei welcher eine künstliche, auf Metallflächen befestigte Glasur den M. bildet. Insofern die Wandmalerei architektonischen Zwecken dient, steht sie auch mit der Glasmalerei (Farbenauftrag auf farblose Glastafeln) in einem äußern Zusammenhang. Die Wandmalerei hat einen stabilen Charakter und nötigt zu einer monumentalen Auffassung und Behandlung. Einen eine feste Bindung zulassenden und zugleich beweglichen M. gewann man in dem Holz (besonders dem Lärchenholz), dem Metall und dem Elfenbein, in dem Pergament, der Pappe und in dem Papier sowie in dem Maltuch. Wie die Ölmalerei in der spätern Zeit die Temperafarben völlig verdrängte, so haben auch Holz und Metall (das erstere besonders wegen des Wurmfraßes) dem mit einem Firnis überzogenen Maltuch weichen müssen. Einen ähnlichen Überzug gab man zum Gebrauch für die Ölmalerei auch noch der Pappe und dem Papier. Zu Zeichnungen und für den Auftrag von Wasserfarben eignet sich vorzugsweise das letztere als M.; es hat das früher in Anwendung gekommene Pergament fast völlig verdrängt. Vgl. Ölmalerei.

Malgue, La (spr. malgh), starkes, nach Plänen Vaubans 1764 erbautes Fort an der Reede von Toulon, 1848 auf kurze Zeit Aufenthaltsort Abd el Kaders. Daselbst wächst der geschätzte rote Malguewein.

Malhabīl (franz.), ungeschickt.

Malherbe (spr. mallérb), François de, franz. Dichter, geb. 1555 zu Caen, studierte in seiner Vaterstadt, in Basel und Heidelberg die Rechte, ließ sich sodann in der Provence als Sekretär des Großpriors von Frankreich nieder und erwarb sich nach dessen Tode durch seine Gedichte die Gunst Heinrichs IV., der ihn mit bedeutendem Gehalt in seinem Hofstaat anstellte. Er starb 16. Okt. 1628. Zeigen auch seine Gedichte, die sämtlich der lyrischen Gattung angehören, nur selten jene Wärme der Empfindung und jenen unwillkürlichen Aufschwung der Phantasie, wodurch echte Poesie zum Herzen dringt, so wird er doch wegen seiner Verdienste um die Reinheit und Eleganz der französischen Sprache und Prosodie mit Recht als der Schöpfer des französischen Klassizismus betrachtet. Die besten Ausgaben seiner "Oeuvres ^[Œuvres]" sind die von Lefèvre de Saint-Marc (1757) und die von Lalanne (1862-69, 5 Bde.), welche auch die "Instruction de M. à son fils" (zuerst 1846) und die "Lettres inédites" (zuerst 1852) enthält. Eine Auswahl seiner Dichtungen gab Becq de Fouquières (Par. 1874) heraus. Vgl. Gournay, M., recherches sur sa vie etc. (Caen 1852); Laur, Malherbe (Heidelb. 1869); Beckmann, Étude sur la langue et la versification de M. (Elberf. 1873).

Malheur (franz., spr. mălör), Unglück; malheureusement (spr. mălörös'māng), unglücklicherweise.

Malhonett (malhonnett, franz. malhonnête), unanständig, unehrbar, unedel; Malhonnêteté, unanständiges, ehrloses Betragen.

Malhügel, s. Mahlhügel.

Mali, Christian, Maler, geb. 1832 zu Broekhuizen bei Utrecht, kam mit seinen Eltern nach Württemberg, war bis 1858 als Xylograph in Stuttgart thätig und zog dann nach München, wo er sich in der Landschaftsmalerei ausbildete, mit der er infolge einer Reise nach Italien auch die Architekturmalerei verband. Damals entstanden der Abend in Verona (Münchener Pinakothek), Partie aus Venedig und das Kloster Maulbronn. 1865 ging er nach Düsseldorf und von da nach Paris, wo das Studium der Werke Troyons und dessen Einfluß ihn bewogen, sich der Malerei der Tiere, insbesondere der Schafe, zu widmen. Zu seinen frühern, mehr landschaftlichen Bildern gehören: Partenkirchen, Partie aus der Schwäbischen Alb, Kochem an der Mosel, der Hallstätter See u. a.; zu den spätern, auf welchen die Tierstaffage überwiegt, die heimziehende Herde, Morgen und Abend im Dorf, des Schäfers Morgengruß, der verregnete Viehmarkt, Schafe bei herannahendem Gewitter, die Table d'hote im Stall, Schafe im Frühjahr, Dorfpartie am Bodensee, ein Morgen bei Amalfi u. a.

Malia, Kap, s. Malea.

Maliasmus (griech.), Rotzkrankheit.

Malibran (spr. -āng), Maria Felicita, Opernsängerin, geb. 24. März 1808 zu Paris, erhielt von ihrem Vater, dem spanischen Tenoristen Manuel Garcia, ihre künstlerische Ausbildung, debütierte 1825 in London, wo dieser sich um 1817 als Gesanglehrer niedergelassen, in Rossinis "Barbier", folgte dann ihrem Vater, der inzwischen die Leitung der Oper in New York übernommen hatte, nach Amerika und verheiratete sich dort mit dem französischen Kaufmann M. Da dieser bald darauf bankrott ward, wandte sie sich wieder zur Bühne, trennte sich von ihrem Mann und kehrte nach Europa zurück, wo sie Anfang 1828 in Paris zum erstenmal in Rossinis "Semiramis" auftrat. Infolgedessen bei der Italienischen Oper engagiert, wußte sie ihren Ruf immer mehr zu befestigen und erregte auch in London, Neapel und Wien, in Mailand und Venedig großen Enthusiasmus. Von den ungeheuren Summen, die sie erwarb, machte sie verschwenderisch wohlthätigen Gebrauch. 1833-35 reiste sie mit dem Violinspieler de Bériot und verheiratete sich 1836 mit ihm, starb jedoch schon 23. Sept. d. J. in Manchester. In Brüssel, wo sie während der letzten Jahre ihren Wohnsitz gehabt, wurde ihr 1838 ein Denkmal errichtet. Eine der größten dramatischen Sängerinnen aller Zeiten, wußte Frau M. durch ihre Gesangskunst nicht weniger als durch geniale Darstellungsfähigkeit das Publikum Europas zu bezaubern. Ihr Organ war übrigens keineswegs von untadelhafter Schönheit, die Mittellage sogar dumpf und ungleich; dagegen besaß ihre Stimme einen solchen Umfang, daß sie Alt- wie hohe Sopranpartien gleichmäßig durchzuführen vermochte.

Malice (franz., spr. -lihs), Bosheit, Tücke; boshafte Äußerung; maliziös (malitiös), boshaft, tückisch.

Malie (arab.), in der Türkei alles auf das Finanzwesen Bezughabende; M.-Naziri, Finanzminister.

Maliform (lat.), apfelförmig.

Malignität (lat.), Bosheit, Bösartigkeit.

Malindi, afrikan. Stadt, s. Melinde.

Malines (spr. -lihn), franz. Name für Mecheln.

Malinnik, s. Obstwein.

Malis, Landschaft in Mittelgriechenland, zwischen Othrys und Öta, am Malischen Meerbusen.

Maliziös (franz.), s. Malice.

Malkarzen, Volksstamm, s. Balkar.

Malkasten, Name eines geselligen Vereins Düsseldorfer Künstler, 6. Aug. 1848, hauptsächlich auf Anregung Emanuel Leutzes, gestiftet. Der M., der seit 1867 ein eignes Gesellschaftshaus in dem durch Goethes Besuch bei den Brüdern Jacobi bekannt gewordenen Jacobischen Garten in Pempelfort (seit 1859 Eigentum des M.) besitzt, ist berühmt durch seine Feste,