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Meyers Konversationslexikon

Autorenkollektiv, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien, Vierte Auflage, 1885-1892

Schlagworte auf dieser Seite: Mandubibohne; Mandubĭer; Mandurĭa; Mandwi; Manebach; Manège; Manen

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Mandubibohne - Manen.

der Mongolei im W., Korea und dem Golf von Petschili im S., umfaßt 982,000 qkm (17,834 QM.) mit 12 Mill. Einw. Die M. ist ein Gebirgsland, welches im O. vom Schan Alin, im W. vom Chingan begrenzt wird, und dessen nördlichsten Teil Iljchuri Alin und Drusge Alin erfüllen. Die höchsten Gipfel im Schan Alin erheben sich zu 3600 m. Hauptfluß ist der Sungari, als dessen Becken die ganze M. anzusehen ist. Das Klima bewegt sich in großen Extremen, das Thermometer steigt im Sommer bis 32° und fällt im Winter zu -24° C. Die Gebirge sind dicht bewaldet; von Mineralien hat man Kohle, Gold (dessen Ausbeutung verboten ist, aber im geheimen betrieben wird), Eisen und Edelsteine gefunden. Flora und Fauna bilden den Übergang zwischen China und Sibirien. Der fruchtbare Boden erzeugt viel Gemüse, das zum großen Teil ausgeführt wird, dann Hirse, Mais, Weizen, Kartoffeln, seit kurzem Indigo und Mohn. Der hiesige Tabak und Ginseng werden in China hoch geschätzt. Von wilden Tieren sind Tiger, schwarze Bären, Wölfe, Schweine, Füchse, Hirsche, Antilopen, Zobel zu nennen, deren Felle einen wichtigen Ausfuhrartikel bilden. Man zieht kleine Pferde, Maulesel, Rinder, Schafe, Schweine. Unter den zahlreichen Vögeln ist besonders bemerkenswert die mandschurische Lerche (Melanocoryphya mongolica), die in großen Mengen nach Nordchina ausgeführt wird, wo sie wegen ihrer Geschicklichkeit, Stimmen nachzuahmen, sehr gesucht ist. Die Flüsse sind an Fischen, namentlich Lachsen, außerordentlich reich. Die Bevölkerung besteht aus Chinesen, Mandschu und Tungusen und Mischlingen dieser drei Völker, welche gegenwärtig die Hauptmasse der Einwohner bilden. Die Chinesen wohnen vornehmlich in dem südlichen, Schinking genannten Teil, wohin in neuerer Zeit der Überschuß der Bevölkerung Nordchinas seine Schritte lenkte, so daß derselbe bereits als Teil des eigentlichen China betrachtet wird. Früher aber wurden in der ganzen M. von der chinesischen Regierung Verbrecherkolonien angelegt und unruhige Stämme des innern Reichs hierher verpflanzt. An 100 dunganische Familien (s. Dunganen) wurden hier angesiedelt, die, Chinesen im Äußern, aber Mohammedaner, gleich den Juden Europas in nationaler Abgeschlossenheit leben. So kommt es, daß die frühern Bewohner, die Mandschu, vielleicht nicht mehr den zehnten Teil der Bevölkerung ausmachen. Diese sind ein schöner, ursprünglich tungusischer Volksstamm, aufgeweckt, kriegerisch und mit großer Energie begabt, dem es 1644 gelang, sich in den Besitz des Throns von China zu setzen. Sie führten in China die Sitte des Haarschneidens und Zopftragens ein, wogegen die hierher gewanderten Chinesen manche ihrer Sitten, wie die Verkrüppelung der Füße bei den Frauen, aufgaben. Die Mandschu zeichnen sich vor allen Stämmen Nordchinas durch ihre guten Manieren sowie durch ihr zuvorkommendes Benehmen gegen Fremde aus. Von den tungusischen Völkern im N. sind namentlich die Golde (s. Tafel "Asiatische Völker", Fig. 12) hervorzuheben, nächstdem die Manegren, vom mongolischen die Barguburäten. Alle diese Völkerschaften trennen die jeder eigentümlichen Vorurteile, was natürlich dem Aufschwung des Landes hinderlich ist. Jagd, Ackerbau und Viehzucht bilden die Hauptbeschäftigungen der Bevölkerung. Die Industrie beschränkt sich auf die Erzeugung von Branntwein in zahllosen kleinen Brennereien und von Öl. Dem lokalen Verkehr dienen der Sungari, der auf 1500 km selbst für Dampfer fahrbar ist, ferner die Noni und Khurka; der Hauptverkehr bewegt sich aber auf drei Straßen, welche von Peking, Sibirien und Korea aus die Städte Mukden, Girin und Tsitsikar berühren. Administrativ zerfällt die M. in die Provinzen Liaotung, Girin Ula und Tsitsikar. Davon wird die erste mit der Hauptstadt Mukden (170,000 Einw.) und dem Traktatshafen Niutschuang (60,000 Einw.) als zum eigentlichen China gehörig betrachtet. In den beiden andern sind Hauptorte Girin (120,000 Einw.), Tsitsikar (60,000 Einw.), Sitz des Oberkommandos der mandschurischen Truppen und als Verbannungsort bekannt, ferner Aigun (100,000 Einw.). Jede der beiden Provinzen wird von einem Vizekönig verwaltet; die Organisation ist eine rein militärische. Die 65 Mandschustämme werden eingeteilt in acht Banner, von denen jedes seine eignen Tribunale, Schulen und Priester hat. Die Militärmacht besteht aus 67,800 Mann, von denen nur 35,350 wirklich im Sold stehen. Sie sind mit Bogen und Pfeilen bewaffnet und haben jährlich 2400 Hirsche und eine Anzahl Zobelfelle zu liefern. Die Abgaben der Provinzen bestehen in Geld und Getreide; Girin Ula hat 652,800 Mk. in Silber und 22,680 Säcke Getreide, Tsitsikar 12,800 Mk. in Silber und 8280 Säcke Getreide nebst 5000 Zobelfellen und 1000 Perlen aus dem Sungari zu liefern. Die M. erstreckte sich vor 1858 nordwärts bis nahe zum 55.° nördl. Br.; in jenem Jahr wurde das Gebiet bis zum Amur durch den Vertrag von Argun an Rußland abgetreten und 1860 die Grenze an den Ussuri geschoben und dadurch ein Gebiet von 650,000 qkm (11,800 QM.) von der M. abgetrennt (vgl. Amur). S. Karte "China". Vgl. Wenjukow, Die russisch-asiatischen Grenzlande (deutsch, Leipz. 1874).

Mandubibohne, s. Arachis.

Mandubĭer, kelt. Volk in der Gallia Lugdunensis, nördlich von den Äduern, an den Quellen der Yonne und Seine. In ihrem Gebiet lag das berühmte Alesia (jetzt das Dorf Alise Ste.-Reine).

Mandurĭa, Stadt in der ital. Provinz Lecce, Kreis Taranto, mit schöner Kirche, Resten der antiken Stadtmauer, uralten, in den Felsen gehauenen Gräben, die wahrscheinlich zu künstlicher Bewässerung dienten, (1881) 8865 Einw. und Weinbau. - M. ist eine altgriechische Gründung, ward von den Römern und Sarazenen zerstört und tauschte 1790 den spätern Namen Casalnuovo gegen den ursprünglichen M. um.

Mandwi, Hafenstadt des britisch-ind. Tributärstaats Katsch, am Golf von Katsch, mit einem alten Palast, schönem Tempel und (1881) 35,980 Einw. (Hindu, Mohammedaner, Dschaina), welche trotz des versandeten Zustandes des Golfs lebhafte Schiffahrt treiben; sie besitzen 200 meist offene Fahrzeuge von 10,000 Ton. Von Sansibar holen sie Elfenbein, Rhinozeroshäute. M. ist der belebteste Hafen dieser Küste von Karatschi bis Bombay.

Manebach, Dorf im Herzogtum Sachsen-Gotha, an der Ilm oberhalb Ilmenau, in einem schönen Thal (Manebacher Grund) des Thüringer Waldes, hat eine Porzellanfabrik, 2 Masken- und 6 Glasinstrumentenfabriken, eine Kistenfabrik, eine Steinkohlengrube, Holzsägewerke und Holzhandel und (1885) 1033 evang. Einwohner.

Manège (franz., spr. -ähsch), Reitbahn, Reitschule; Manegebewegungen, s. Reitbahngang.

Manen (lat. Manes), bei den Römern und altitalischen Völkerschaften die abgeschiedenen Seelen der Verstorbenen, besonders der wohlwollenden. Sie galten für unsterblich wie die Götter, daher die stehende Formel auf den römischen Grabsteinen: D. M., d. h. Dis Manibus (den Abgeschiedenen geweiht), welche Formel sogar die Christen beibehielten. Als Wohn-^[folgende Seite]